Abteilungsleiter Tobias Steinert im Jahresabschluss-Interview

Es war ein spannendes Jahr 2019 für die Basketballabteilung des FC Schalke 04. Wie auch in den vergangenen Jahren blickt Abteilungsleiter Tobias Steinert zum Jahreswechsel auf die vergangenen 12 Monate zurück.

Toby, das Jahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für ein kurzes Fazit: Wie zufrieden bist Du mit den vergangenen 12 Monaten?

Wir haben uns natürlich alle sehr über den Klassenerhalt nach der Saison 2018/2019 gefreut. Die zahlreichen Verletzungen haben uns enorm zugesetzt, doch am Ende hatten wir auch das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite und haben nicht zuletzt durch den Sieg gegen die Hamburg Towers absolut verdient die Klasse gehalten. Das bisherige Abschneiden in der aktuellen Saison ist nicht zufriedenstellend, denn wir sind hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben. Die aktuelle Situation ist schwierig, aber ich bin positiv, dass wir im Jahr 2020, in der jetzigen Konstellation, erfolgreicher sein werden. Auch, wenn es sicherlich den einen oder anderen Rückschlag geben wird.

Die sportliche Situation ist momentan schwierig, wir stehen aktuell auf einem Abstiegsplatz. Wie optimistisch bist Du, dass wir unser Ziel, den Klassenerhalt, noch erreichen?

Wir wissen natürlich um die aktuelle sportliche Situation, in der wir gerade stecken. Wir hatten zuletzt eine Phase mit vielen Spielen, die wir sehr knapp verloren haben und die der Mannschaft mental zugesetzt haben. In solchen Spielen entscheiden oft Nuancen und mit ein bisschen mehr Glück, hätten wir das eine oder andere Spiel auch gewinnen können. Die Mannschaft ist intakt, glaubt an sich und will jedes Spiel gewinnen, das hat sie immer wieder unter Beweis gestellt. Wir müssen der Mannschaft und dem Trainerteam nun den Rücken stärken und dafür sorgen, dass sie auch die nötige Ruhe haben, um konzentriert zu arbeiten. Den Kampf um den Klassenerhalt kann man nur gewinnen, wenn alle an einem Strang ziehen: Verein, Mannschaft, Trainerteam und nicht zuletzt natürlich auch unsere Fans. Es zählt jetzt einzig und allein, dass wir die Klasse halten und dafür brauchen wir die Unterstützung aller Schalker.

Nach dem Wechsel auf der Trainerbank hat Alexander Osipovitch das Ruder übernommen. Was zeichnet ihn als Trainer aus?

Alexander Osipovitch ist ein hervorragender Trainer, der bereits einige Veränderungen im Spiel unserer Mannschaft angestoßen hat, die dringend notwendig waren. Bis diese Veränderungen Wirkung zeigen, braucht es allerdings auch etwas Zeit. Es standen nun fünf Spiele in drei Wochen auf dem Programm und daher blieben nur wenige Möglichkeiten, um mit der Mannschaft intensiv zu arbeiten. Wir sind auf dem Feld jedoch bereits variabler aufgestellt und mit der Zeit wird seine Handschrift noch deutlicher zu erkennen sein. Alex ist ein Trainer, der viel mit der Mannschaft kommuniziert und den Jungs Selbstvertrauen gibt. Was wir jetzt brauchen ist, wie gesagt, vor allem Ruhe und Zusammenhalt, um gemeinsam unser Ziel noch zu erreichen.

Du sprichst es an, es waren durchaus unruhige Wochen, in denen Du auch persönliche Anfeindungen einstecken musstest. Wie hast Du das erlebt?

Auch, wenn die meisten von uns das alles hier nur nebenberuflich machen, gehört es am Ende des Tages zu unserem Job. Der FC Schalke 04 lebt von den Emotionen und der Leidenschaft seiner Anhänger, im Positiven wie im Negativen. Nichtsdestotrotz war es für mich natürlich eine neue Erfahrung, auf einer so persönlichen Ebene angegangen zu werden und es war sicherlich nicht die angenehmste Erfahrung. Ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Vertrauen gewünscht, denn das Wohl des FC Schalke 04 steht über allem, was wir tun und dem ordnen wir Tag täglich alles unter. Es hat mich, neben diesen persönlichen Angriffen, aber auch sehr viel Zuspruch und Positives in dieser Zeit erreicht. Dafür und auch für die konstruktive Kritik, möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken.

Einige Fans haben sich vereinsseitig mehr Kommunikation gewünscht. Wie stehst Du dazu?

Ich kann da nur um Verständnis bitten, dass es Dinge gibt, die intern bleiben müssen und die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Den grundsätzlichen Wunsch nach mehr Kommunikation mit den Fans haben wir aber wahrgenommen und wollen daher eine alte Tradition wieder aufleben lassen. In der Vergangenheit haben wir uns viele Jahre lang in regelmäßigen Abständen mit den Fans zu einem Stammtisch getroffen und dort über aktuelle Themen gesprochen oder einfach nur gemütlich beisammen gesessen und über Basketball philosophiert. Das haben wir irgendwann aufgrund geringer Teilnahme eingestellt, haben nun aber das Gefühl, dass die Nachfrage wieder gestiegen ist. Aus diesem Grund möchten wir im kommenden Jahr wieder einen Stammtisch anbieten und schauen, wie die Resonanz ausfällt.

Wird es im Saisonendspurt noch Veränderungen im Kader geben?

Die Kaderplanung ist ja ein laufender Prozess. Wir beobachten dauerhaft den Markt und wenn sich Gelegenheiten ergeben, die im Rahmen unserer Möglichkeiten liegen und sportlich Sinn machen, dann nehmen wir sie auch wahr. Was wir allerdings nicht mehr wollen, ist eine so hohe Fluktuation im Kader, wie in der vergangenen Saison. Wir haben die kurze Weihnachtspause genutzt, um die Situation gemeinsam mit Alexander Osipovitch zu analysieren und zu schauen, wo Veränderungen im Kader Sinn machen. Ebenso werden wir niemandem Steine in den Weg legen, der mit seiner Situation auf Schalke unzufrieden ist und sich nicht in der Lage sieht, alles für den Klassenerhalt zu geben und seine persönlichen Ziele unterzuordnen.

Was hat sich im vergangenen Jahr im Jugendbereich getan?

Wir haben mit Kai Schulze erstmals einen Vollzeit-Jugendkoordinator eingestellt, der ein absoluter Fachmann ist und bislang einen tollen Job macht. Zudem sind wir die Kooperation mit den Metropol Baskets Ruhr eingegangen, die dem gesamten Verein und der Region gut tut und unseren Jugendspielern neue Möglichkeiten eröffnet, sich zu entwickeln. Darüber hinaus haben wir Veränderungen im Trainerstab vorgenommen, die bereits erste Früchte tragen. Wir wissen, dass wir noch Optimierungsbedarf haben, aber im vergangenen Jahr haben wir wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht.

Hast Du noch abschließende Worte?

Ich möchte unseren Vereinsmitgliedern, Helfern, Fans, Partnern und Sponsoren sowie allen Menschen, die den Basketballern des FC Schalke 04 die Daumen drücken, einen guten Rutsch in das Jahr 2020 wünschen und mich im Namen der Abteilung für die Unterstützung im vergangenen Jahr bedanken. Wir sehen uns am 06.01.2020 beim Heimspiel gegen Heidelberg!

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