Courtney Belger kehrt zum S04 zurück

Die Basketballer des FC Schalke 04 holen Courtney Belger zurück! Nachdem der 30-Jährige vor knapp vier Wochen seinen Abschied vom FC Schalke 04 verkündete, folgt jetzt die unerwartete Rückkehr. Belger unterschreibt einen Vertrag für die kommende Saison und führt das Team ein weiteres Jahr an.

Es war für alle Beteiligten ein bitterer Moment. US-Amerikaner Courtney Belger gab am 19. Juli seinen Abschied vom FC Schalke 04 bekannt. Knapp vier Wochen später nun die Wende: der 30-jährige Point Guard kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück und unterschreibt ein neues Arbeitspapier bei den Königsblauen.

Courtney Belger: „Ich bin sehr glücklich, dass ich zum FC Schalke 04 zurückkehren kann. Ich war mit dem Team den gesamten Sommer über in Kontakt und als ich gehört habe, dass Raffi noch einen Spieler sucht, war das für mich ein Zeichen, dass ich zu früh gegangen bin. Ich freue mich drauf nach Hause zu kommen und bin bereit mit den Jungs loszulegen!“

Belger kam vor drei Jahren vom ProB-Konkurrenten Itzehoe Eagles zu den Knappen und führte das Team in seiner zweiten Saison zum Aufstieg in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. In dieser Zeit, die für deutsche Basketball-Verhältnisse bereits ungewöhnlich lang war, avancierte er auf Schalke zum Publikumsliebling. Zuvor verhalf er bereits dem TV Ibbenbüren aus der 2. Regionalliga in die 1. Regionalliga. Nach der vergangenen Saison verließ der ehrgeizige US-Boys dann schweren Herzens den S04.

Die Gründe für seinen Abgang waren verständlich. Belger wollte sich den Traum erfüllen, in einer höherklassigen Liga und gleichzeitig im selben Land wie seine Frau zu spielen, die ebenfalls Basketball-Profi ist. Nachdem er zuvor gute Gespräche mit potenziellen Vereinen führte, ergab sich bis dato jedoch keine Situation, in der sich beides hätte kombinieren lassen.

Info

Position Point Guard
Auf Schalke seit 01.07.2016
Nationalität USA
Geburtsdatum 17.07.1989
Geburtsort St. Louis (USA)
Gewicht 88 kg
Größe 1.87 m

Andere ProA-Clubs waren keine Option

Gleichzeitig veränderte sich auch die Situation beim S04. US-Amerikaner Brandon Parker konnte Coach Raphael Wilder innerhalb seiner Probezeit nicht überzeugen, weshalb eine Planstelle im Kader frei wurde. Wilder über die Entwicklungen: „Der Kontakt zwischen Courtney und mir ist nie abgerissen, wir haben jeden Tag miteinander gesprochen. Als ich dann in den ersten Testspielen auch noch festgestellt habe, dass uns eigentlich ein weiterer Aufbauspieler besser zu Gesicht stehen würde, als ein reiner Flügelspieler, habe ich offen mit Courtney darüber gesprochen. Ich wusste ja um seine Situation und er wusste auch um unsere Situation.“

Bei Belger, dem auch ein weiteres Angebot aus der ProA vorlag, stießen diese Avancen dann auf offene Ohren: „Im Basketball verändern sich Situationen manchmal schnell und die Entscheidungsgrundlage ist heute eine andere als noch vor vier Wochen. Als Coach Raffi mich gefragt hat, ob ich mir eine Rückkehr doch noch vorstellen kann, fühlte es sich richtig an.“

Ein Wechsel innerhalb der ProA war für Belger ohnehin keine Option. „Es wäre für mich niemals in Frage gekommen für einen anderen Verein in der ProA gegen den Verein und die Menschen zu spielen, die mich so toll behandelt und verabschiedet haben.  Die Reaktionen der Fans auf meinen Abgang haben mich überwältigt und an meiner Entscheidung zweifeln lassen“, so die alte und neue Nummer 32. Danach ging alles sehr schnell. Man einigte sich auf einen neuen Vertrag und bereits am Sonntagmittag (25.08.) landete der US-Boy am Flughafen Düsseldorf, wo er von seinem Coach persönlich in Empfang genommen wurde.

Abteilungsleiter Tobias Steinert: „Wir sind alle wahnsinnig froh, dass Courtney wieder da ist. Wir hatten von Anfang an Verständnis für seine Gründe und der Austausch war immer offen, ehrlich und sauber. Niemand hat es ihm übel genommen, dass er diesen Schritt gehen wollte und deswegen haben wir auch keine Sekunde lang gezögert, als sich die Situation ergeben hat, dass wir ihn zurückholen können.“

Aus Respekt vor seiner Leistung für die Blau-Weißen, entschieden sich die Verantwortlichen nach seinem Abgang sogar, das Trikot mit der Nummer 32 vorerst nicht mehr zu vergeben. Eine Geste, die auch Belger sehr berührt hat. Nun kann das Trikot deutlich schneller als gedacht wieder aus dem Schrank geholt werden, denn „the hardest working man in business“ ist zurück auf Schalke!