Raphael Wilder: Jedes Team muss uns erst einmal schlagen

Die Basketballer des FC Schalke 04 sind erfolgreich in die Saisonvorbereitung für die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA gestartet. S04-Coach Raphael Wilder blickt nochmal auf die Kaderzusammenstellung im Sommer zurück und gibt einen Ausblick auf die Ziele für die kommende Saison.

Raffi, bald geht es endlich wieder los. Das Team ist nun komplett und bereits in die Saisonvorbereitung gestartet. Wie hast Du die Kaderplanung in der Sommerpause erlebt?

Ehrlich gesagt war es bezüglich der Kaderplanung wahrscheinlich der anstrengendste Sommer in meiner langen Karriere als Trainer. Nach dem Aufstieg in die ProA ist die Erwartungshaltung natürlich auch bei den Spielern und den Agenten gestiegen. Andererseits hat der Aufstieg auch vieles erleichtert, denn wir befinden uns nun in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Wir konnten unter ganz anderen Voraussetzungen in die Gespräche gehen, als noch in der ProB, denn die ProA ist für die Spieler eine Plattform, auf der sie auch international Beachtung finden. Wer hier gut spielt, dem bieten sich viele Möglichkeiten und man kann es theoretisch in jede Liga in jedem Land schaffen.

Wie zufrieden bist du mit der Kaderzusammenstellung?

Es war eine große Herausforderung, aber ich bin mehr als zufrieden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir wirklich das Maximum herausgeholt. Allen muss bewusst sein, dass wir nicht als Ligakrösus in die Saison gehen und unser sportliches Ziel in diesem ersten Jahr als Aufsteiger der Klassenerhalt ist. Wir haben auf den deutschen Positionen nahezu alle unsere Wunschspieler bekommen, das ist ein Riesenerfolg! Jetzt muss man abwarten, ob die Amerikaner die Leistungen zeigen, die wir ihnen zugedacht haben. Davon hängt bei uns vieles ab, aber wir sind optimistisch, die richtigen nichteuropäischen Spieler verpflichtet zu haben. Wir haben sie nach bestem Wissen und Gewissen ausgesucht, aber ein gewisses Risiko bleibt da natürlich immer.

Unsere größte Stärke in der vergangenen Saison war der Teamzusammenhalt!

Raphael Wilder

Worauf achtest Du in den ersten Wochen der Saisonvorbereitung besonders?

Unsere größte Stärke in der vergangenen Saison war der Teamzusammenhalt. Das ist auch in all den Jahren immer meine Philosophie gewesen. In der Mannschaft darf es keine Gruppenbildung geben und alle müssen verinnerlichen, dass der Teamerfolg über allem steht. Die neuen Spieler müssen mich als Coach erst noch kennenlernen und verstehen was ich von ihnen verlange. Es ist nun meine Aufgabe aus der neu zusammengesetzten Truppe ein echtes Team zu formen, das dann auch auf dem Parkett als solches für Schalke 04 auftritt.

Was sind Deine Ziele für die kommende Saison?

Für uns geht es, wie bereits erwähnt, einzig und allein um den Klassenerhalt. Wir spielen nun in einer Liga mit Vereinen, die teilweise gestandene BBL-Spieler verpflichten und in die erste Liga aufsteigen wollen. In den vergangenen Jahren sind die Aufsteiger aus der ProB, ich glaube bis auf Karlsruhe und Vechta, fast immer direkt wieder abgestiegen. Hinzu kommt, dass gemeinsam mit uns solch ambitionierte Vereine wie die Rostock Seawolves und die Artland Dragons aufgestiegen sind. Das wird eine alles andere als einfache Saison. Allerdings muss jedes Spiel erst noch gespielt werden und jede Mannschaft muss erst einmal versuchen uns zu schlagen. Wir werden hart arbeiten, unser Bestes für den Verein geben und freuen uns auf diese Herausforderung.