S04 holt den Sieg nach Overtime-Krimi gegen Heidelberg

Am 18. Spieltag der BARMER 2. Basketballbundesliga ProA empfingen die Basketballer des FC Schalke 04 die MLP Academics aus Heidelberg. Die Gäste gingen als Favorit in die erste Partie des Jahres 2020, doch die Schalker schafften nach einem großen Kampf die Sensation. In einem Krimi setzen sich die Königsblauen grandios nach Verlängerung mit 83:82 durch.

Zu Beginn entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Nach 04 Minuten stand es 6:7 aus Sicht der Schalker. Danach leisteten sich die Knappen zu viele einfache Turnover, wodurch sich die Heidelberger etwas auf 6:12 absetzen konnten. In dieser Phase des Spiels konnte die Schalker Defense die Heidelberger nicht stoppen. Nach einer frühen Auszeit von S04-Coach Alexander Osipovitch, verkürzten Courtney Belger und Shavar Newkirk auf 12:16. Doch der Zugriff in der Verteidigung fehlte den Knappen weiterhin und so stand es nach neun Minuten 14:22. Kurz vor Ende des 1. Viertels verkürzt Marley Jean-Louis per Dreier zum 17:25. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Viertelpause.

Dass die Defense eigentlich eine Stärke der Schalker ist, zeigte Darnell Dunn mit einem starken Block direkt zu Beginn des 2. Viertels. Jean-Louis war erneut von außen erfolgreich und stellte nach zwei gespielten Minuten mit einem Dreier auf 20:27. Kurze Zeit später war es erneut Jean-Louis, der mit seinem dritten Dreier die Halle zum Beben brachte. Hinten stoppten die Schalker nun immer wieder die Angriffe der Academics und vorne war es unter anderem Belger, der sich treffsicher zeigte. Er war am Ende mit 18 Punkten Topscorer der Schalker und verteilte zudem 5 Assists. Doch er war nicht als einziger gut aufgelegt: Wie schon im Hinspiel, konnten gleich fünf Schalker zweistellig punkten. Nach knapp fünf gespielten Minuten war es Adam Touray, der mit einer schönen Bewegung unter dem Korb für das 29:31 sorgte. Zu diesem Zeitpunkt war es ein Spiel auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für die Königsblauen, doch das Wurfglück verließ die Knappen in der Folge wieder, sodass sich die Gäste auf 33:40 absetzen konnten. Knapp eine Minute vor Schluss kam der Heidelberger Niklas Würzner ungehindert zum Korb und schloss mit einem Dunking ab. Der Guard erzielte allein in der ersten Halbzeit 14 Punkte. Mit 20 Punkten und 7 Assists war er am Ende auch der Topscorer seines Teams. Mit einem 35:44-Rückstand ging es in die Kabine.

Im dritten Viertel kippte das Spiel

Das 3. Viertel sollte das stärkste der Schalker werden. Belger startete die zweite Halbzeit mit einem schönen Korbleger, Newkirk legte mit einem Treffer aus der Mitteldistanz nach zum 39:44. Doch viele Spielunterbrechungen durch Fouls sorgten dafür, dass die ganz große Aufholjagd noch auf sich warten ließ. Nach 04 gespielten Minuten stand es 41:48 aus Knappen-Sicht. Den Dreier von Belger konterte Würzner seinerseits von außen. Auch Newkirk war von jenseits der Dreierlinie erfolgreich und stellte auf 50:55. Eine Minute vor Ende des 3. Viertels war es dann erneut Jean-Louis, der seinen vierten Dreier von ganz weit draußen zum 53:58 traf. Dies war der Start in eine furiose letzte Minute. Wenig später verkürzte Jean-Louis selbst von der Freiwurflinie zum 55:58. Danach stealte Jordan Spencer den Ball und wurde beim Korbleger gefoult. Mit seinen Freiwürfen sorgte er dafür, dass es mit nur  einem Punkt Rückstand (57:58) ins letzte Viertel ging.

Dieses begann Dunn direkt mit der ersten Führung seit dem 2:0 zu Beginn der Partie. Diese baute Spencer auf 61:58 aus, als er im folgenden Angriff mit einem Fake seinen Verteidiger aussteigen ließ und aus der Mitteldistanz traf. Die Schalker Verteidigung war inzwischen so aggressiv, dass die Heidelberger oft innerhalb der erlaubten 24 Sekunden nicht mal zum Abschluss kamen. Nach 04 Minuten erhöhte Björn Rohwer auf 66:60, nach schönem „Pick and Roll“ mit Newkirk. In der Offensive der Schalker schien es nun zu laufen. Belger traf mit seinem Dreier sogar zum zwischenzeitlichen 69:62, doch die Heidelberger kamen nochmal zurück. Durch einen 8:0-Run drehten die Gäste die Partie wieder auf 69:71, bei noch dreieinhalb Minuten zu spielen. Adam Touray hatte dann genug davon und beendete knapp zwei Minuten vor Ende der Partie den Lauf mit einem krachenden Dunking zum 71:71. So ging es mit einem Unentschieden in die extrem spannende Crunchtime. Durch zwei Freiwürfe gingen die Academics mit 71:73 in Führung. Diese konnte Newkirk jedoch egalisieren, als er 44 Sekunden vor dem Ende unter Bedrängnis und mit Ablauf der Shotclock zum 73:73 traf. Nach einem Fehlwurf der Gäste hatten die Schalker sogar noch einen Wurf für den Sieg, doch Newkirks Dreierversuch landete nur auf dem Ring. Also gab es nach der regulären Spielzeit noch keinen Gewinner, es ging in die Overtime.

Spannung bis in die Overtime

Touray erzielte die ersten Punkte der Verlängerung, nach schönem Zusammenspiel mit Johannes Joos. Doch wieder war es Würzner, der mit einem „And-One“ zum 76:76 ausglich. Bei noch etwas weniger als drei Minuten zu spielen, bewies Adam Touray Nervenstärke und traf seine beiden Freiwürfe zum 78:76. Aber die Academics ließen sich davon nicht beeindrucken und gingen eine Minute vor Schluss mit 78:79 in Führung. Diese holten sich die Königsblauen 42 Sekunden vor dem Ende durch Björn Rohwer zurück. Der Center traf mit Foul und sorgte für das 81:79. Es war nun ein offener Schlagabtausch. Ebenfalls mit Foul traf der Heidelberger Adam Eberhard und drehte das Spiel wieder zu Gunsten der Gäste.

Daraufhin nahm Osipovitch bei noch 26 Sekunden zu spielen eine Auszeit, um den letzten Angriff seines Teams zu besprechen. Fünf Sekunden vor Schluss bekam Belger den Ball und nahm einen Mitteldistanzwurf, der sein Ziel verfehlte, doch er wurde dabei gefoult und ging an die Freiwurflinie. Dort zeigte er, dass er Nerven wie Drahtseile hat: Er verwandelt seine beiden Versuche zum 83:82 und brachte den S04 damit auf die Siegerstraße. Den Heidelbergern blieben aber immer noch eine Auszeit und fünf Sekunden zu spielen. Der beste Heidelberger Niklas Würzner zog zum Korb, doch wurde in letzter Sekunde von Dunn und Touray mit vereinten Kräften aufgehalten. So konnten am Ende die Königsblauen einen 83:82-Sieg mit ihren Fans feiern. Malocher des Spiels, präsentiert von Amevida, war am Ende Marley Jean-Louis, der mit einer Dreierquote von 80% glänzte und nach der Partie von den Fans gefeiert wurde.

Alexander Osipovitch: „Es war ein sehr spannendes Spiel, in dem Heidelberg die erste Halbzeit kontrolliert hat. Im dritten Viertel hat meine Mannschaft dann aber die richtige Reaktion gezeigt und ist zurück in das Spiel gekommen. Wir haben mehr Herz und Charakter gezeigt und am Ende verdient gewonnen. Trotz der Niederlagen in den vergangenen Wochen haben wir auch am Ende, als es knapp wurde, mit viel Selbstvertrauen gespielt und uns das Glück am Ende des Tages erarbeitet. Ganz großes Kompliment an meine Jungs! Jetzt werden wir weiter hart arbeiten und wollen allen zeigen, dass wir besser sind, als unser aktueller Tabellenplatz es widerspiegelt.“

Durch den ersten Sieg von Alexander Osipovitch als Headcoach, geben die Schalker die rote Laterne ab und springen auf Tabellenplatz 15. Am kommenden Freitag (10.01.) geht es bereits weiter. Dann spielen die Basketballer des FC Schalke 04 auswärts bei den Uni Baskets Paderborn. Die Partie beginnt um 20 Uhr und wird wie immer im Livestream auf airtango.live zu sehen sein.

Punkteverteilung

Newkirk (13), Jean-Louis (14), Spencer (6), Joos (1), Dunn (4), Touray (16), Szewczyk (-), Rohwer (11), Gulley (-), Belger (18)

Das Spiel im Re-Live

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