S04 siegt im Overtime-Krimi in Cuxhaven

Am vorletzten Spieltag der Hinrunde der 2. Basketball-Bundesliga ProB führte die Reise die Schalker Basketballer in den hohen Norden zu den Cuxhaven Baskets an die Nordseeküste. Nach einer verschlafenen ersten Hälfte holten die Schalker in der zweiten Halbzeit den Rückstand auf und nahmen den Kampf an, der erst in der Overtime mit einem 85:75 für den S04 entschieden wurde.

Die personellen Vorzeichen der Partie in der eiskalten Rundturnhalle in Cuxhaven sahen für die Königsblauen nicht allzu rosig aus. Zwar konnte Aufbauspieler Courtney Belger trotz Knieproblemen seinen Platz in der Starting Five von Coach Wilder einnehmen, dafür musste sein Backup Thomas Szewczyk wegen Problemen an der Wade passen.

Der Start in die Partie gehörte den Gastgebern aus Cuxhaven. Begünstigt durch fünf schnelle Punkte von Moritz Hübner zogen die Baskets bereits nach 1:30 Minuten auf 2:9 davon. Die Schalker fanden in der Anfangsphase, die von Fehlern im Spielaufbau auf beiden Seiten geprägt war, nicht zu ihrem Spie und die Würfe fanden nicht ihr Ziel. Erst ein Dreier von Patrick Carney und ein anschließender Dunking von Shawn Gulley brachten die Knappen wieder auf 9:12 heran, ehe die Gastgeber ihren Schlussspurt zum 9:17-Viertelendstand antreten konnten. „Wie in den letzten Partien sind wir, obwohl wir uns eine Besserung vorgenommen hatten, offensiv absolut nicht gut gestartet. Die Defense hingegen war okay, sodass wir die Partie nicht komplett aus der Hand gegeben haben“, war Coach Wilder mit dem Start in die Partie im ersten Viertel nicht zufrieden.

Im zweiten Viertel gaben zunächst auch die Hausherren den Ton in der Partie an und zogen auf 11:24 davon, ehe Patrick Carney von der Dreierlinie und Shawn Gulley den S04 wieder zurück in die Partie bringen konnten. Eine starke Phase von RJ Slawson ließ die Knappen dann zum 22:27 an die Gastgeber herankommen, ehe sich die Fehlerquote der Blau-Weißen wieder häufte und die Baskets zum 22:33 davonzogen. Bis zur Halbzeit blieb der Abstand konstant und die königsblauen Tabellenführer, bei denen in der ersten Halbzeit ausschließlich RJ Slawson, Shawn Gulley und Patrick Carney zu Punkten kommen konnten, mussten einen 26:37-Rückstand im Norden hinnehmen. „Wir konnten besser in die Partie kommen, aber Cuxhaven hatte immer noch leichte Vorteile beim Rebound und bei der Feldwurfquote. Erstmals in der Partie konnten wir erste Akzente setzen, sodass das Spiel von uns offen gestaltet werden konnte“, so Wilder.

Knappen kommen wie ausgewechselt aus der Kabine

Die Schalker begannen die zweite Halbzeit mit einer höheren Intensität und konnten durch Punkte von Courtney Belger nach vier Minuten zum 35:41 verkürzen. Die Schalker fighteten nun in bekannter Manier um jeden Ball und bissen sich durch einen Dreier von Patrick Carney zum 44:45 an die Cuxhaven Baskets heran. Doch die Gastgeber konnten sich aus diesem Schalker Lauf befreien und ihre Führung im Anschluss zum 44:51 ausbauen. Bis zum Viertelende kamen die Schalker aber zurück und konnten sich durch ihre starke Defense wichtige Ballgewinne erarbeiten und am offensiven Brett zielsicher abschließen, sodass der Rückstand zum 52:53 dahinschmolz. „In der Halbzeit habe ich meinem Team gesagt, dass wir noch mehr Intensität in die Defensearbeit legen müssen und beim Rebound besser arbeiten müssen. Zudem haben wir uns vorgenommen, in der Offensive konzentrierter zu Werke zu gehen. Das haben wir dann auch nach der Pause umgesetzt und konnten uns langsam in die Partie kämpfen und den Rückstand verkürzen. Patrick Carney hat für uns das Zepter auf dem Feld übernommen und uns mit seinen Dreiern Leben eingehaucht“, blickte Wilder auf das erste Viertel nach der Pause.

Den Start in das Schlussviertel verschlief das Team von Coach Raphael Wilder dann komplett. Die Hausherren zogen binnen zwei Spielminuten erneut zum 54:62 davon, ehe Patrick Carney mit zwei Dreiern aus der Ecke binnen weniger Sekunden den Anschluss wiederherstellen konnte. Leon Friederici sorgte dann mit zwei Freiwürfen 4:30 Minuten vor Ende der Partie beim Stand von 64:64 für den ersten Ausgleich der Partie, sodass Patrick Carney im Anschluss die erste Schalker Führung zum 66:64 erzielen konnte.

Die Schlussphase hatte es dann in sich. Erst brachte Terrence Smith die Cuxhavener zum Anbruch der Schlussminute per Dreier zum 70:73 in Führung, ehe Shawn Gulley für den S04 postwendend von der Dreierlinie kontern konnte. Da die Schalker allerdings nach erfolgreichem Ballgewinn die Reuse der Hausherren verfehlten, ging es beim Stand von 73:73 in die Overtime. „Das Schlussviertel war geprägt von Shawn Gulley, Patrick Carney und RJ Slawson in der Offensive. Leon hat, nachdem er viel auf der Bank gesessen hatte, uns einen Push gegeben. Wir hatten das Spiel in den Schlusssekunden der regulären Spielzeit in unseren Händen und haben in zwei Versuchen leider nicht den Korb getroffen, sodass wir in die Verlängerung gegangen sind“, hielt Wilder fest.

In der Overtime holen die Schalker ihren neunten Saisonsieg

Der bessere Start in der Verlängerung gelang erneut den Cuxhavenern, die durch einen Korbleger vom starken Moritz Hübner in Führung gehen konnten. Doch in der Folgezeit spielten nur noch die Königsblauen. Patrick Carney brachte den S04 mit vier Zählern in Folge wieder in Führung, ehe RJ Slawson zum 79:75 erhöhen konnte. Als dann Leon Friederici einen wilden Dreier 50 Sekunden vor Ende der Verlängerung zum 82:75 einnetzte, war die Entscheidung in der Rundturnhalle zu Cuxhaven gefallen. Die Hausherren versuchten zwar noch einmal die Schalker an die Linie zu zwingen, aber Carney und Friederici behielten die Nerven und sorgten somit für den 85:75-Endstand. „Nachdem Cuxhaven die ersten zwei Punkte in der Verlängerung gemacht hat, haben wir uns defensiv und offensiv immens gesteigert und haben das Spiel auf unsere Seite gezogen. Man hat uns das Selbstvertrauen und unsere Souveränität, welche wir uns in der Saison in engen Partien erarbeitet haben, angemerkt“, freute sich Wilder über die Spielweise seiner Mannschaft in der Overtime.

„Wir mussten mal wieder eine schlechte erste Halbzeit nach der Pause retten. Meine Mannschaft hat sich aber mit großem Herz zurück in die Partie gearbeitet. Es freut mich besonders, dass Patrick Carney am heutigen Zeit seine Leistungsstärke einmal mehr unter Beweis stellen konnte. Er hat unser Spiel getragen und konnte heute Courtney Belger, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, absolut ersetzten. Hinzu kam Shawn Gulley, der uns ein sehr gutes Spiel abgeliefert hat und auch RJ Slawson hat uns sehr viel in der Defensive gegeben, was man in Statistiken nicht ausdrücken kann. Diese Partie hat gezeigt, dass es in der Liga keine leichten Spiele gibt“, resümierte Coach Wilder.

Auch Vorstand Marketing und Leiter Profisport Tobias Steinert zeigte sich beeindruckt von dem Sieg in Cuxhaven. „Das Team hat einmal mehr ein großes Kämpferherz gezeigt und sich den Sieg durch einen großartigen Einsatz erarbeitet. Ich freue mich nun auf das absolute Spitzenduell gegen die Artland Dragons zum Abschluss der Hinrunde am kommenden Samstag in der Halle an der Mühlbachstraße“, so Steinert.

Punkte

Shawn Gulley 26, Patrick Carney 25, RJ Slawson 18, Leon Friederici 10, Timo Volk 2, Salman Manzur 2, Courtney Belger 2

Mehr Statistiken

Tabelle

# Team G S : N PKT
1 Schalke 10 9 : 1 18
2 Quakenbrück 10 7 : 3 14
3 Bernau 10 7 : 3 14
4 Essen 10 6 : 4 12
5 Rostock 10 5 : 5 10
6 Bochum 10 5 : 5 10
7 Wolfenbüttel 10 5 : 5 10
8 Oldenburg 10 4 : 6 8
9 Itzehoe 10 4 : 6 8
10 Wedel 10 4 : 6 8
11 Cuxhaven 10 2 : 8 4
12 Stahnsdorf 10 2 : 8 4

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