S04 verpasst die Sensation gegen Bremerhaven nur knapp

Am vergangenen Montag (10.02.) ging es für die Basketballer des FC Schalke 04 in den hohen Norden. Für das Spiel des 25. Spieltags der BARMER 2. Basketball Bundesliga waren die Königsblauen bei den Eisbären Bremerhaven zu Gast. Die Schalker zeigten eine beeindruckend starke Partie, doch am Ende sollte es nicht für die Sensation reichen. So unterlagen sie dem Tabellenzweiten mit 94:102.

Zu Beginn wirkten die Königsblauen noch etwas nervös. Durch einfache Turnover lagen sie schnell mit  2:11 hinten. Daraufhin nahm S04-Coach Alexander Osipovitch eine Auszeit und diese sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Schalker ließen nämlich nicht die Köpfe hängen, sondern kämpften sich über eine aggressive Defense zurück in die Partie. Tucker Haymond ließ mit einer schönen Bewegung seinen Gegenspieler ins Leere fliegen, schloss mit Foul ab und verkürzte durch per And-One zum 5:11. Bereits nach vier Minuten hatten die Eisbären so viele Teamfouls, dass es bei jedem weiteren Foul Freiwürfe für Schalke gab. Und diese wussten die Knappen zu nutzen: Im ganzen Spiel hatten sie eine starke Quote von 87%. Durch ihre intensive Verteidigung kam der S04 immer wieder zu Ballgewinnen und verkürzte wieder durch Haymond weiter auf 9:11. Wenig später fand Haymond den besser postierten Björn Rohwer zum 11:14. Die Eisbären schienen phasenweise überrascht von der harten Defense der Schalker zu sein und vorne lief es jetzt auch besser bei den Königsblauen. Erst traf  Darnell Dunn per Dreier zum 15:18 traf, ein paar Sekunden später sorgte Courtney Belger dafür, dass der Rückstand nur noch einen Punkt betrug (17:18). In einer ausgeglichenen Phase war es erneut Belger, der mit seinem starken Zug zum Korb auf 21:23 stellte. Mit diesem knappen Spielstand ging es in die Viertelpause.

Der Start ins 2. Viertel gehörte dafür den Bremerhavenern.  Mit zwei schnellen Dreiern konnten sie sich etwas auf 21:29 absetzen. Doch auch davon ließen sich die Schalker nicht beeindrucken. Shawn Gulley erzielte nach einem schönen Drive zum Korb die ersten Punkte für die Knappen. Wenig später setzte Shavar Newkirk im Fast-Break Touray schön in Szene zum 27:31. Der Dreier von Haymond fiel nach vier gespielten Minuten zwar nicht, doch er wurde bei dem Versuch gefoult und sorgte dann eben von der Freiwurflinie für die drei Punkte zum 30:34. Johannes Joos mit einem Mitteldistanzwurf und Haymond im Rückwärtsfallen per Fadeaway waren in der Folge für die Königsblauen erfolgreich (34:39). Die Eisbären versuchten sich vor der Halbzeit nochmal abzusetzen, doch die Schalker ließen nicht locker. Einen Dreier von Rohndell Goodwin, der am Ende mit 22 Punkten der Topscorer der Partie war, konterte Belger seinerseits per Dreipunktewurf. Die Eisbären hatten daraufhin noch einen Wurfversuch kurz vor der Halbzeit, konnten diesen aber nicht verwandeln. Beim anschließenden Rebound wurde Touray 0,3 Sekunden vor der Halbzeitsirene gefoult. Wegen der Teamfoul-Regel konnte er so nochmal von der Freiwurflinie verkürzen. Der Eisbären-Coach Michael Mai war über den Pfiff der Schiedsrichter so empört, dass er sich ein technisches Foul einhandelte. Dadurch durfte auch Belger für einen Versuch an die Freiwurflinie. So ging es nur mit einem knappen 44:47 in die Halbzeit. In dieser war Mai immer noch nicht zu beruhigen und musste nach seinem zweiten technischen Foul die Halle verlassen. Daher übernahm notgedrungen sein Co-Trainer Allen Smith in der zweiten Hälfte das Coaching.

Dadurch begann das 3. Viertel so, wie das 2. aufgehört hatte: Mit einem Freiwurf von Belger, der zum 45:47 traf. Belger kam am Ende auf starke 18 Punkte. Doch insgesamt gehörten die Anfangsminuten wieder den Bremerhavenern, die einen Gang hochzuschalten schienen. Nach knapp drei gespielten Minuten gab es die erste zweistellige Führung für die Eisbären (47:57). Aber wieder zeigten die Königsblauen die richtige Reaktion und ließen sich nicht abschütteln. Erst war Newkirk mit einem And-One zum 52:61erfolgreich, im anschließenden Fast-Break fand Belger Touray, der nach knapp vier Minuten mit seinem krachenden Dunking für ein Highlight sorgte. In den folgenden Minuten zeigten sich Gulley und Rohwer jeweils treffsicher von jenseits der Dreierlinie und hielten so ihr Team in der Partie (62:66). Doch damit sollte es noch nicht genug sein. Der gut aufgelegte Belger zog zum Korb, wurde gefoult und traf trotzdem. Den anschließenden Freiwurf verwandelt er zum 65:66. Belger war es auch, der für das nächste königsblaue Highlight sorgte: Nach eigenem Steal stopfte er mit einem sehenswerten Dunking den Ball in den Korb zum 69:70. Gut eine Minute vor Ende des 3. Viertels konnte Newkirk seine Freiwürfe sogar zur ersten Führung der Schalker verwandeln (71:70). In einer komplett offenen Partie ging es mit einem 73:73-Unentschieden ins letzte und entscheidende Viertel.

Das 4. Viertel eröffnete Gulley mit der erneuten Führung für die Schalker zum 75:73. Bremerhaven war weiterhin stark aus dem Dreierbereich, doch auch Dunn war ebenfalls wieder per Dreier erfolgreich. So stand es nach zwei gespielten Minuten 80:80. In einer spannenden Schlussphase war es erneut Touray, der mit einem krachenden Dunking seine Teamkollegen auf die letzten fünf Minuten der Partie einstimmte (82:84). Haymond verkürzte kurze Zeit später sogar noch auf 85:86. Der Neuzugang hielt sein Team im Spiel und war am Ende der Topscorer von Schalke mit 21 Punkten.  Besonders seine Defensivarbeit war dabei beeindruckend, da er die meiste Zeit des letzten Viertels mit vier Fouls belastet war.

Aber die Dreier der Eisbären konnte auch er nicht verteidigen. Zwei Dreier in Folge sorgten für einen 89:95-Rückstand rund zwei Minuten vor dem Ende. Haymond sorgte mit seinen Freiwürfen nochmal für Hoffnung (91:95), doch ein erneuter Dreier zum 91:98 machte den Deckel drauf. Darauf hatten die Schalker dann keine Antwort mehr. Am Ende fehlte den Königsblauen die Kraft, um sich ein noch ein letztes Mal zurück zu kämpfen. Der Ex-Bremerhavener Migel Wessel kam wenige Sekunden vor Schluss zum Einsatz und beendete mit seinem ersten Punkt für Königsblau die Partie, die so am Ende knapp mit 94:102 verloren ging.

Alexander Osipovitch: „Es war ein spannendes und für die Zuschauer attraktives Highscoring-Game. Wir hatten einen klaren Plan und haben ihn auch gut umgesetzt. Wir wollten es dem Gegner heute schwer machen und ich denke, das ist uns auch gelungen. Ein Team wie Bremerhaven, das so viel Qualität hat, findet dann aber eben doch noch die richtigen Lösungen. Am Ende des Tages bleibt es eine Niederlage für uns, aber sie mussten zumindest hart für diesen Sieg arbeiten. Wenn wir selbst auch weiter so hart arbeiten und kämpfen, bin ich aber überzeugt davon, dass wir auch wieder Siege einfahren werden.“

Die Punkte blieben zwar in Bremerhaven, dennoch haben die Schalker eine starke Partie als Tabellenfünfzehnter beim klaren Favoriten abgeliefert. Diese Leistung gilt es jetzt, mit in die nächsten  wichtigen Partien im Kampf um den Klassenerhalt zu nehmen. Die nächste Aufgabe  wartet am kommenden Sonntag (16.02.). Dann geht es erneut auswärts gegen die Nürnberg Falcons. Spielbeginn ist um 17 Uhr.

Punkteverteilung:

Haymond (21), Newkirk (13), Jean-Louis (-), Joos (6), Dunn (6), Touray (10), Szewczyk (-), Rohwer (8), Gulley (11), Wessel (1), Belger (18)

Das Spiel im Re-Live

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