Tim Schwartmann: Stolz darauf, für Schalke zu spielen

Fünf Jahre jung war Tim Schwartmann, als er das erste Mal in der Nordkurve stand. Der Bann war gebrochen, das Feuer entfacht. Seitdem steht der 19-jährige bei fast jedem Heimspiel im Block, fährt seit seinem 16. Lebensjahr regelmäßig auch zu Auswärtsspielen und feuert die Knappen nach Leibeskräften an. Er ist Schalker durch und durch, hat alle Höhen und Tiefen der vergangenen zwei Jahrzehnte miterlebt. Für den größten Erfolg der jüngeren Schalker Geschichte, den UEFA-Cup-Sieg 1997, kam seine Geburt ein gutes Jahr zu spät.

Tim Schwartmann, wie lange sind Sie schon FIFA-Profi?
Ich würde da unterscheiden: Im Februar 2016 habe ich angefangen, FIFA unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Das heißt, ich habe mich bei verschiedenen Turnieren angemeldet und an Wettbewerben teilgenommen. „Profi“ bin ich meiner Meinung nach erst, seit ich Schalke-Spieler bin. Das war für mich der entscheidende Schritt in Richtung Professionalisierung.

Was war Ihr Schlüsselmoment auf Schalke?
Ein persönliches Highlight war sicherlich die China-Reise. Man muss sich das einmal vorstellen: Da reist man mit seinen Idolen nach Asien, und irgendwie sind sie plötzlich auch deine Kollegen und Freunde. Es ist komisch, wenn Breel Embolo zu dir kommt und sagt: „Tim, lass uns mal FIFA spielen!“ Da muss ich mich dann selbst zwicken. Es ist ein spannendes Erlebnis, und ich bin sehr dankbar dafür.

Vor einigen Wochen haben Sie Ihren neuen Kontrakt unterzeichnet. Warum haben Sie beim S04 bis September 2019 verlängert?
Es hat sich mir nie die Frage gestellt, ob ich auf Schalke verlängern möchte. Schalke ist wie ein zweites Zuhause für mich. Ich bin wahnsinnig stolz, dass ich meine Farben vertreten darf. Umso mehr hat es mich natürlich gefreut, als mir der Verein signalisiert hat, dass er an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert ist. Ich bin hochmotiviert, den Esport mit Königsblau weiter voranzutreiben.

Worauf liegt Ihr Fokus in den kommenden zwei Jahren?
Zuerst einmal möchte ich erfolgreich und auf hohem Niveau FIFA spielen. Das heißt auch, dass ich mein Möglichstes tun werde, um Titel zu gewinnen.

Auf Schalke zählen Werte und Tugenden, die eng mit der Region verwurzelt sind.

Tim Schwartmann

Sie sind seit langer Zeit Schalke-Fan…
Schon immer! Ich würde mich selbst als Fußballromantiker bezeichnen. Ich bin stolz darauf, dass es unseren Verein bereits seit 1904 gibt und dass wir auf diese lange Geschichte mit viel Tradition zurückblicken können. Ich bin noch sehr jung und habe deshalb keine unmittelbare Verbindung zum Bergbau, trotzdem fühle ich mich zu Hause, wenn ich vor einer Zeche stehe. Das ist eben auch Schalke: Hier zählen Werte und Tugenden, die eng mit der Region verwurzelt sind.

Als 1998er-Jahrgang haben Sie das Wunder von Mailand knapp verpasst. Wie vertraut Sind Sie mit der Vereinshistorie?
Als leidenschaftlicher Schalke-Fan natürlich gut. Auch wenn ich nicht jeden früheren Spieler aufzählen kann, kenne ich mich zumindest mit den größten Erfolgen – und Misserfolgen – aus. Als Schalker weiß man, mit Höhen und Tiefen umzugehen … (lacht)
Sie gehören zur internationalen FIFA-Elite. Der FC Schalke 04 bereist Europa in dieser Saison leider nicht.

Glauben Sie, dass Erfolge und Misserfolge im Esport künftig genauso gewichtig sein werden wie im Fußball?
Das glaube ich nicht. Fußball ist Fußball, Esport ist Esport. Ich gebe alles dafür, Schalke würdig zu vertreten – national und international. Das ist mein Antrieb. Ich bin nicht gut genug, um der Mannschaft auf dem Rasen zu helfen. Nichtsdestotrotz habe ich die Möglichkeit, meinen Verein auf andere Weise zu unterstützen. Sei es durch den Support im Stadion oder eben, indem ich mich mit anderen in FIFA messe.

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