Mein Heimspiel: Christian Scherpe wuchs im S04-Strampler auf

Christian Scherpe aus Sankt Augustin steht am liebten im Block N4, um die Mannschaft 90 Minuten lang aktiv zu supporten. Besondere Momente mit dem geilsten Club der Welt hat der 21-Jährige schon einige erlebt. Und er hofft, dass noch viele weitere folgen. Eine Situation hat der glühende Fan bis heute nicht vergessen: ein zufälliges Treffen mit Gerald Asamoah in Kindertagen.

Meine Anreise:

Meistens fahre ich mit dem Zug. Dann verlasse ich etwa fünf Stunden vor Anpfiff das Haus. Reise ich mit dem Auto an, geht es 04 Stunden vor Spielbeginn los. In der Regel fahre ich mit meinem Kumpel, in seltenen Fällen auch allein oder mit anderen Personen – manchmal sogar mit Fans der Gastmannschaft.

Mein Ritual am Spieltag:

Wenn ich am Spieltag aufstehe, höre ich immer meine Schalke-Playlist, um mich auf das Spiel heiß zu machen. Abhängig vom Spielort nehme ich entweder meinen blauen Schal (Heimspiel) oder meinen weißen Schal (Auswärtsspiel) mit. T-Shirts und Trikots wechsle ich grundsätzlich immer, kann aber aufgrund der Anreise über diverse Hauptbahnhöfe nicht immer meine Schalke-Klamotten zeigen. Auf dem Rückweg holen mein Kumpel und ich immer das gleiche Essen am Hauptbahnhof, eine kleine Tradition bei uns.

Mein Stammplatz in der VELTINS-Arena:

Da ich keine Dauerkarte habe, variiert mein Platz häufig. Am wohlsten fühle ich mich jedoch im Block N4, wo ich auch am häufigsten stehe. Zum ersten Mal in der Nordkurve stand ich im Sommer 2014 beim U19-Halbfinale gegen Hoffenheim. Der Platz ist für mich wichtig, da von dort aus die Stimmung organisiert wird und ich es vorziehe, die Mannschaft aktiv zu supporten. Daher trinke ich auch im Normalfall kaum bis gar keinen Alkohol während des Spiels. Was nach dem Spiel passiert, steht auf einem anderen Blatt (schmunzelt).

Mein königsblauer Moment:

Mit Schalke verbinde ich viele besondere Momente und Spiele, weshalb es mir gar nicht leicht fällt, einen einzigen herauszuheben. Natürlich bleibt einem immer der erste Stadionbesuch im Gedächtnis (ein 0:0 gegen den TSV 1860 München im Jahr 2004), aber am liebsten erinnere ich mich an Auswärtssiege (3:1 in Köln vor drei Jahren, 2:0 in Düsseldorf in der Vorsaison) oder Spiele, die kurz vor Schluss entschieden werden. Dann liegt man sich mit fremden Leuten in den Armen und feiert einfach. Zuletzt ist das beim vergangenen Heimspiel gegen Mainz geschehen, als Amine Harit kurz vor Schluss den 2:1-Siegtreffer erzielt hat.

Meine kurioseste Anekdote:

Als ich mit fünf Jahren bei einem Training des S04 war, machte ich mit meiner Familie einen großen Rundgang über das gesamte Berger Feld (inkl. Parkstadion). Als wir zum Schluss in den Fanshop gingen, erkannte ich aus der Ferne Gerald Asamoah, der sich gerade selbst etwas besorgt hatte. Ich schrie völlig hemmungslos „ASAMOAH“ durch den Fanshop, woraufhin er mich angrinste und zu mir kam, um in meinem Panini-Sammelheft zu unterschreiben. Den Tag habe ich bis heute nicht vergessen.

Mein Lieblingsspieler:

Zu meinen All-Time-Lieblingsspielern zähle ich Gerald Asamoah und Ebbe Sand. Aktuell hebe ich ungerne einzelne Spieler (positiv oder negativ) heraus. „1000 Trainer schon verschlissen, Spieler kommen, Spieler gehen“ nehme ich mir immer zu Herzen, da man ausnahmslos alle Spieler unterstützen sollte. Der einzige, von dem ich aktuell ein Trikot besitze, ist Guido Burgstaller, da er in jedem Spiel alles gibt und sich stets für das Team aufopfert.

Mein Schalke:

Im Grunde hatte ich gar keine andere Wahl als Schalker zu werden. Da mein Vater schon immer Schalker war, wuchs ich bereits im S04-Strampler auf. Mit fünf Jahren meldete mich mein Vater als Mitglied an. Zu Kindeszeiten war ich etwa ein- bis zweimal pro Jahr im Stadion. Seit 2014 bin ich aber regelmäßig dabei, in der vergangenen Saison waren es 21 Spiele (15 Heimspiele, 6 Auswärtsspiele).

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