Portraits & Geschichte

Legende, Liebe, Mythos - der FC Schalke 04 ist stolz auf seine Tradition, er lebt sie. Hier erwacht der Mythos vom Schalker Markt in Wort und Bild zum Leben. Bildreich erzählt schalke04.de in sieben Epochen die Geschichte der Knappen von den Gründungstagen bis zum Leitbild „FC Schalke 04. Wir leben dich.“. Alle Fans erwartet eine Zeitreise per Mausklick, die tief in die königsblaue Lebensgeschichte eintauchen lässt.
Portraits & Geschichte

Mythos

1904
1923

An jenem Nachmittag treffen sie sich bei Heinrich Kullmann im Garten. Der wohnt in der Hauergasse im Schatten der Zeche Consolidation. Eine Verschwörerrunde von zehn Jungs, zwölf, dreizehn, vierzehn Jahre alt. Sie sind Schüler und Lehrlinge auf der Zeche und bei der Herdfabrik Küppersbusch. Seit Langem schon haben sie eine Fußball-Straßenmannschaft. Doch sie haben einen Traum …

… einmal gegen den Lokalrivalen „Spiel und Sport 1896“ spielen, ein richtiges Derby gegen den „Lackschuh-Verein“ mit seinen Gymnasiasten. Der Anführer der Jungen-Bande Willy Gies bringt es auf den Punkt: „Wenn wir es wirklich im Sport zu etwas bringen wollen, dann müssen wir einen Verein gründen! Alle, die dabei sein wollen, trage ich in mein Notizbuch ein.“ Gies notiert die zehn Kameraden und den Namen ihres neuen Vereins: „Westfalia Schalke“, Vereinsfarben rot und gelb.

Dann ziehen die Jungs zum Haus Goor ein paar hundert Meter weiter. Auf der Wiese des heruntergekommenen Herrenhauses kicken sie noch eine Weile. „In England sollen kürzlich 90.000 Zuschauer bei einem Pokalspiel gewesen sein“, berichtet Willy Gies, bevor er und seine Freunde den Ball wieder einpacken. „Auch unser Verein wird mal vor 90.000 spielen!“ Die Jungs gehen lachend auseinander. Der Tag neigt sich dem Ende. Es ist der 4. Mai 1904.

Die Gründungsstunde des FC Schalke 04: So oder so ähnlich könnte sie sich abgespielt haben. Zeugnisse der Vergangenheit gibt es nicht mehr – weder das sagenumwobene Notizbuch noch ein Foto. Einige wenige mündliche Überlieferungen werden in den Folgejahren anlässlich der Vereinsjubiläen in den Zeitungen abgedruckt und verdichten sich im Laufe der Jahre zum Mythos vom Schalker Markt.

In den kommenden Jahren bemüht sich der junge Verein um die Mitgliedschaft im Westdeutschen Spielverband. Nur dann dürfen die Schalker Jungs endlich gegen andere Vereine spielen. Doch der bürgerlich geprägte Verband verweigert dies den heranwachsenden Männern. Eine solide und kontinuierliche Entwicklung traut man dem jugendlichen Club aus dem Arbeitermilieu einfach nicht zu. Selbst der erwachsene Vorsitzende Heinrich Hilgert, Wiegemeister auf der Zeche Consol, den die Jungs für sich gewinnen, kann den Verband nicht umstimmen.

1912 schließt sich Westfalia Schalke notgedrungen als Spielabteilung dem bürgerlichen „Turnverein Schalke 1877“ an. Nun endlich dürfen die Fußballer am Spielbetrieb teilnehmen. Für die Partien nutzen sie den von den Turnern hergerichteten Platz an der Grenzstraße. Die neue Identität schlägt sich in neuen Vereinsfarben nieder: am 21. November 1913 beantragen die Fußballer neue Spielkleidung. Farben: blau und weiß.

Der Erste Weltkrieg bedeutet nicht – wie lange angenommen – das abrupte Ende allen Fußballs im Westen. Im Gegenteil: Im Sommer 1915 gründen fußballbegeisterte Schalker erneut einen Verein namens Westfalia Schalke. Die Mannschaften von TV Schalke 1877 und Westfalia Schalke bestehen etwa ein Jahr parallel und tragen sogar Freundschaftsspiele gegeneinander aus. Im Juli 1916 fusionieren die beiden Teams zu „Vereinigte Kriegsmannschaften Schalke“. Nach Kriegsende versuchen die Vereine, wieder getrennte Wege zu gehen. Bereits im Mai 1919 schließen sich der TV Schalke 1877 und Westfalia Schalke erneut zusammen zum „Turn- und Sportverein 77“, kurz TuS Schalke 77.

1920 gelingt dem TuS 77 der Aufstieg in die Zweite Liga. Dafür sorgt nicht nur der langjährige Kapitän Thomas Student. Vor allem die in England aufgewachsenen Brüder Hans und Fred Ballmann revolutionieren den königsblauen Fußball. Das von ihnen etablierte Kurzpassspiel mit schnellen Positionswechseln wird später als „Schalker Kreisel“ Fußballgeschichte schreiben. 1922 verpasst der Club nur knapp den Aufstieg in die Erste Liga. Eine vom Verband verhängte Aufstiegssperre verhindert in den folgenden Spielzeiten den Sprung in die Erstklassigkeit. Derweil reifen bei den Fußballern Überlegungen heran, sich endgültig vom Turnverein zu lösen.

Entwicklung des Vereins

1904 – Gründung Westfalia Schalke

1912 – Zusammenschluss mit TV Schalke 1877

1915 – zweite Gründung von Westfalia Schalke

1916 – Zusammenschluss von TV Schalke 1877 und Westfalia Schalke zu „Vereinigte Kriegsmannschaften Schalke“

1919 – zunächst Trennung der Vereine, dann erneute Fusion zu TuS Schalke 1877

1922 – Abtrennung von Westfalia Schalke 1922

1924 – Gründung des FC Schalke 04 e.V. nach reinlicher Scheidung vom TV Schalke 1877

Meister

1924
1945

Blau-Weiß Schalke 24. So hätte der Verein auch heißen können. Aber als die Fußballer des TuS Schalke 1877 am 5. Januar 1924 zusammenkommen, entscheiden sie sich am Ende für den Namen: FC Schalke 04. Sie wollen zeigen, dass es sie schon lange gibt – 04 für das Gründungsjahr ist ein Muss. Erster Vorsitzender des neuen Vereins wird Fritz Unkel, Materialvorsteher der Zeche Consolidation. Einst war er erster Mann beim Turnverein. Doch seine Leidenschaft für den Fußball überwiegt.

Sportlich schreiten die Schalker mit großen Schritten voran: 1926 gelingt der Sprung in die Erste Liga, die sogenannte 1. Ruhrbezirksklasse. Die Premiere glückt. Am Ende der ersten Erstligasaison erringen die Königsblauen ihren ersten Titel: Sie werden Ruhrbezirksmeister und Westdeutscher Vizemeister. Damit sind sie erstmals für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.
Der Erfolg ist zum einen auf Heinz Ludewig zurückzuführen, erster eigens engagierter Fußballlehrer der Knappen-Elf. Zum anderen ragen Fritz Szepan und Ernst Kuzorra als die Leistungsträger der Mannschaft heraus. Die beiden gebürtigen Schalker und späteren Schwager perfektionieren das schnelle Kurzpassspiel. Der legendäre Schalker Kreisel beginnt, Fahrt aufzunehmen.

Ludewig, Szepan und Kuzorra

Mit den Erfolgen kommen die Zuschauer, und es werden immer mehr: 22.000 kommen gegen Köln, 24.000 gegen Bielefeld, 42.000 gegen den Duisburger Spielverein. Der Platz an der Grenzstraße, den sich die Fußballer nach wie vor mit den Turnern teilen, platzt aus allen Nähten. Vereinspräsident Fritz Unkel ruft im Sommer 1927 die Mitglieder zusammen: „Wie bauen ein eigenes Stadion“. Es ist ein wagemutiges Unternehmen in wirtschaftlich schweren Zeiten. Doch die Zeche Consol stellt den Baugrund zur Verfügung, und die Stadt Gelsenkirchen greift dem Verein mit großzügigen Krediten unter die Arme. Als Dank benennt sich der Club in FC Gelsenkirchen-Schalke 04 um. Nach einjähriger Bauzeit eröffnen die Knappen im Spätsommer 1928 ihre „Glückauf-Kampfbahn“.

Das neue Stadion scheint die Knappen weiter zu beflügeln: 1929 erringt der S04 erstmals die Westdeutsche Meisterschaft und schafft es im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ins Viertelfinale. Im Jahr drauf verteidigen sie den Titel. Doch kurze Zeit später der Skandal: Im August 1930 sperrt der Westdeutsche Spielverband 14 Stammspieler für ein Jahr, weil der Verein ihnen zu hohe Handgelder gezahlt hat. Das verstößt gegen das Amateurideal. Gleiches Vergehen lastet der Verband auch anderen Vereinen an, doch die drastischen Strafen für die Schalker sollen wohl abschreckende Wirkung erzielen. Schalkes Finanzobmann Willi Nier begeht aus Verzweiflung Selbstmord. Die Reserve-Elf kann den Abstieg in die Zweite Liga gerade eben verhindern.

Als die rehabilitierte Elf im Juni 1931 zum ersten Freundschaftsspiel nach der Sperre antritt, brechen alle Zuschauerrekorde. Bis zu 70.000 Zuschauer strömen am 1. Juni zur Partie gegen Fortuna Düsseldorf in die Glückauf-Kampfbahn. In der kommenden Spielzeit schließen die Knappen wieder an die alten Erfolge an. 1932 werden sie Westdeutscher Meister und schaffen es erstmals ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Ein Jahr später startet der FC Schalke 04 endgültig seinen sportlichen Höhenflug: Von 1933 bis 1944 gewinnt der Club elf Mal in Folge die Westfalenmeisterschaft – teilweise derart überlegen, dass der Abstand zum Zweitplatzierten mehr als zehn Punkte beträgt. Das bedeutet jedes Mal die Qualifikation für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Mit Ausnahme von 1936, als im Halbfinale Schluss ist, erreicht der FC Schalke 04 zwischen 1933 und 1942 jedes Mal das Meisterschaftsfinale. Sechs der neun Endspiele gewinnt Königsblau: 1934, 1935, 1937, 1940 und 1942 bringen die Knappen die Viktoria, die Trophäe des Deutschen Meisters, an den Schalker Markt. Auch im 1935 neu eingeführten Deutschen Pokal können die Schalker punkten: Sie erreichen fünf Endspiele und sichern sich 1937 mit dem Pokalgewinn das erste „Double“ im deutschen Fußball.

Die Gründe für die Dominanz sind vielfältig: Der Schalker Kreisel stellt in Deutschland einen überlegenen Spielstil dar, und die, die ihn beherrschen, bleiben über viele Jahre als Mannschaft vereint: Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, Otto Tibulsky, Adolf Urban, Ernst Kalwitzki, Hans Bornemann, Otto Schweisfurth, Hans Klodt, Rudi Gellesch, Ernst Poertgen, Walter Berg und Herrmann Eppenhoff. Hans „Bumbas“ Schmidt, Trainer von 1933 bis 1938, versteht es, die hervorragenden Einzelkönner zu einem meisterhaften Team zusammenzuschweißen.

Schalke 04 - ein Nazi-Verein?

Widerstand gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur sucht man beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), den anderen „bürgerlichen“ Sportverbänden und ihren Vereinen zumeist vergeblich. Die meisten Vereine passen sich freiwillig an, lassen sich „gleichschalten“, „säubern“ ihre Vereine von unliebsam gewordenen jüdischen Mitgliedern, bis die Klubs am Ende nach drei Einheitssatzungen als Teil des Nationalsozialistischen Reichsbunds für Leibesübungen zugleich Teil der NS-Parteiorganisation geworden sind. Der FC Schalke 04 bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Im Juni 1933 übernimmt Schalke die einen Monat zuvor beschlossenen Anweisungen des WSV. Es gibt nun keinen Vorstand mehr, sondern einen Vereinsführer. Dieser wird der Ehrenvorsitzende Unkel, sein Stellvertreter ist Heinrich Tschenscher, NSDAP-Mitglied seit dem 1. Mai 1933. Der bisherige Zweite Vorsitzende, der jüdische Zahnarzt Dr. Paul Eichengrün, war schon im April freiwillig zurückgetreten. In den folgenden Jahren verlassen weitere jüdische Mitglieder den Verein. Der FC Schalke 04 passt mit seinem Image als „Arbeiterverein“ perfekt in die NS-Ideologie. Aufgrund der Erfolge ergeben sich zahlreiche Instrumentalisierungsmöglichkeiten durch das Regime, dem sich der Verein auch nicht entzieht bzw. entziehen kann. Das macht ihn aber nicht zu einem „Nazi-Verein“, sondern nur zu einem besonders prominenten Beispiel dafür, wie angepasst und kritiklos sich die meisten Fußballvereine im Nationalsozialismus verhalten haben. Die prominentesten NSDAP-Mitglieder – beide seit dem 1. Mai 1937 – sind ohne Zweifel Ernst Kuzorra und Fritz Szepan. Sie lassen sich auch für direkte Unterstützungsaktionen der NSDAP, etwa zu Wahlaufrufen, einspannen. Durch seine Übernahme eines jüdischen Textilhauses am Schalker Markt im Zuge der sogenannten „Arisierung“ wird Szepan außerdem zu einem Profiteur des NS-Regimes. Die enteigneten Eigentümer Sally Meyer und Julie Lichtmann werden deportiert und in Riga ermordet. Im Zweiten Weltkrieg beteiligt sich der Verein an der Unterhaltung von Soldaten. So spielen die Schalker auf einer Gastspielreise 1941 gegen deutsche Soldatenmannschaften in Paris, Brüssel und Warschau. Eine systematische Bevorzugung von Schalker Spielern durch Freistellung vom Kriegsdienst lässt sich dagegen nicht nachweisen. In den ersten Kriegsjahren gibt es allerdings wie bei Spielern anderer Klubs einige Vergünstigungen wie heimatnahe Stationierung oder großzügig gewährter Heimaturlaub. Mit dem 2004 erschienenen Werk „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau. Der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus“ hat der Verein als erster in Deutschland überhaupt seine NS-Vergangenheit wissenschaftlich untersuchen lassen. Autoren sind Stefan Goch und Norbert Silberbach vom Gelsenkirchener Institut für Stadtgeschichte.

Neustart

1946
1962

Der Zweite Weltkrieg bringt die Zäsur. Die zur Wehrmacht eingezogenen Meisterspieler Ala Urban und Bernhard Füller fallen an der Front. Am 21. Oktober 1944 absolvieren die Knappen ihr vorläufig letztes Pflichtspiel gegen Alemannia Gelsenkirchen. Am 6. November zerstört ein Bombenangriff der Alliierten die Geschäftsstelle am Schalker Markt, auch die Glückauf-Kampfbahn ist unbespielbar.
Das erste Fußballspiel nach dem Krieg bestreitet Schalke am 22. Juli 1945 gegen eine Stadtauswahl aus Wanne. Zahlreiche sogenannte Kartoffelspiele folgen, in denen die Knappen als Siegprämie Lebensmittel mit nach Hause bringen. Im März 1946 rollt dann auch der Ball in der neu gegründeten Landesliga Westfalen. Doch die wichtigste Aufgabe des Jahres ist für die Mitglieder des S04 die Instandsetzung der Glückauf-Kampfbahn. Am 7. Juli – pünktlich zum Start der Rückrunde, die Saison war erst im März gestartet – ist es endlich soweit: Der S04 tritt vor heimischer Kulisse gegen Westfalia Herne an und siegt mit 5:0. Viele Zuschauer haben nach der Partie Glückstränen in den Augen.

Doch so souverän der Neustart in der alten Wirkungsstätte auch scheinen mag: Spätestens in der kommenden Spielzeit kündigt sich das Ende der Schalker Vormachtstellung im Ruhrrevier an. Am 18. Mai 1947 steht Schalke als vermeintlicher Favorit im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft. Doch wider aller Erwartungen heißt anschließend der neue Westfalenmeister Borussia Dortmund.

Mit dieser Niederlage im Gepäck startet der S04 in die neu gegründete Oberliga West. Schon am Ende der zweiten Spielzeit droht Schalke der Abstieg. Der Beinbruch von Altmeister Otto Tibulsky zum Ende der Hinrunde, der dessen Karriereende bedeutet, scheint da wie ein böses Omen. Nur die Aufstockung von 13 auf 16 Vereine sowie Siege in den beiden Relegationsspielen verhindern 1949 den Abstieg. Die gute Nachricht dieser Tage: Walter Zwickhofer und Hermann Eppenhoff kehren aus der Kriegsgefangenschaft zurück und unterstützen die Knappen in den entscheidenden Spielen um den Klassenerhalt.
Die folgenden Spielzeiten verlaufen zwar besser, doch mit der Dominanz der Schalker im Fußball-Westen ist es vorbei. Die Knappen werden nur zweimal Westdeutscher Meister (1951, 1958), dreimal Vize und erreichen 1955 das DFB-Pokalfinale, das sie jedoch in den letzten Spielminuten unglücklich aus der Hand geben.

1958 gelingt ihnen jedoch noch einmal der große Triumph: Ohne Punktverlust absolvieren die Knappen die Gruppenspiele und stehen schließlich im Finale der Deutschen Meisterschaft. Im Niedersachsen-Stadion in Hannover trifft das Team von Trainer Edi Frühwirth auf den Hamburger SV. Der hat jedoch gegen in Hochform spielende Schalker keine Chance, Endergebnis für Königblau: 3:0. Kapitän Berni Klodt, Weltmeister von 1954, nimmt die Meisterschale für den S04 in Empfang. Dank des Meistertitels nimmt Schalke 04 erstmals am Europapokal der Landesmeister teil. Die Knappen schaffen es bis ins Viertelfinale, hier scheiden sie gegen Atletico Madrid aus.

1961 erschüttert ein weiterer Skandal um illegale Zahlungen an Spieler, Steuerhinterziehung und Finanztricks beim Kauf den Neuzugängen den Verein. Was Schalke macht, ist in der Branche Usus. Doch nur die Schalker liefern sich gegenseitig ans Messer. In zahlreichen Gerichtsverhandlungen beteuern die Schalker Funktionäre, dass sie ohne Handgelder und Prämien keinen Spieler mehr hätten halten können. Das Urteil, das das Landesgericht erst 1964 spricht, ist vergleichsweise milde. Trotz der zahlreichen Anklagepunkte hätten die Angeklagten sich niemals persönlich bereichert, sondern alles nur für den FC Schalke 04 getan.
Zum Glück spielt das Gerichtsverfahren bei der Qualifikation für die Bundesliga, die ab Sommer 1963 an den Start geht, keine Rolle: Der FC Schalke 04 gehört aufgrund seiner Oberliga-Platzierungen und seiner wirtschaftlichen Leistungskraft zu den neun Clubs, die sich Gründungsmitglieder der neuen nationalen Liga nennen dürfen.

Bundesliga

1963
1977

Zum Start in die Bundesliga schreibt Willi Koslowski Schalker Fußballgeschichte: Der Meisterspieler von 1958 erzielt gegen den VfB Stuttgart das erste Bundesliga-Tor. Doch die sportlichen Erfolge in der neuen Spielklasse lassen auf sich warten. 1965 landen die Knappen auf dem 16. und damit letzten Tabellenplatz und sind eigentlich abgestiegen. Doch der Deutsche Fußball-Bund entzieht Hertha BSC aufgrund von Schwarzgeld-Zahlungen die Lizenz und stockt die Liga kurzerhand auf 18 Vereine auf. Schalke bleibt Erstligist.

Ende der 1960er Jahre geht es endlich aufwärts. Die Schalker verlieren zwar 1969 das Pokalfinale gegen Bayern München. Der zweite Platz genügt jedoch, um sich die Teilnahme am Pokalsiegercup zu sichern, da Bayern München als amtierender Deutscher Meister ohnehin gesetzt ist. Es wird für die Schalker ein erfolgreicher Ausflug nach Europa: Sie schaffen es bis ins Halbfinale gegen Manchester City.
Im Sommer 1972 kämpfen sich die Knappen erneut ins Endspiel des DFB-Pokals. Gegen den 1. FC Kaiserslautern fährt Königsblau mit einem 5:0-Sieg den zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte ein. Mit Klaus Fichtel, Norbert Nigbur, Rolf Rüssmann, Helmut und Erwin Kremers, Reinhard Libuda, Aki Lütkebohmert oder Torjäger Klaus Fischer hat der Kader das Potenzial, dauerhaft um die Meisterschaft mitzuspielen. Doch längst hängen tiefschwarze Wolken über dem Verein …

… Die Schalker Spieler verlieren absichtlich das Heimspiel gegen Arminia Bielefeld und kassieren dafür gerade mal 2.300 D-Mark Schmiergeld. Viele weitere Vereine manipulieren in diesen Tagen Spiele. Eine Dummheit mit schweren Folgen – vor allem für die Schalker, die sich lange gegen die Aufarbeitung wehren: Der Deutsche Fußball-Bund sperrt viele der Schalker Stammspieler, Fischer für zwei Jahre, Libuda sogar auf Lebenszeit. Eine tragische Entscheidung, denn Libuda hatte das Geld eigentlich abgelehnt. Dem Verein droht der Lizenzentzug, sollte er die Spieler dennoch einsetzen. Doch damit nicht genug. 1974 erhebt die Staatsanwaltschaft Essen Anklage wegen Meineids. Erst 1977 wird der Fall Schalke abgeschlossen.
Abseits der Gerichtsverhandlungen rollt der Ball auf Schalke weiter. Ab 1973 im Parkstadion, dass die Stadt Gelsenkirchen mit der finanziellen Unterstützung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen auf dem Berger Feld im Gelsenkirchener Stadtteil Erle errichtet. Mit etwas mehr als 70.000 Plätzen soll das Stadion eine wichtige Einnahmequelle für den FC Schalke 04 werden. Doch die Rechnung geht nur selten auf. Nur 38-Mal wird das Parkstadion bis zum Umzug in Arena ausverkauft sein. Manchmal herrscht auf den Rängen gähnende Leere.

Bau des Parkstadions

Ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit rückt das Parkstadion im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1974. 1977 erstrahlt die „Betonschüssel“, wie Fans das Stadion liebevoll nennen, dann auch endlich wieder im königsblauen Glanz. Schalke wird knapp hinter Borussia Mönchengladbach Vizemeister. Den Erfolg können die Knappen im folgenden UEFA-Pokal indes nicht fortsetzen. Bereits nach der zweiten Runde gegen den 1. FC Magdeburg ist Schluss. Schalke verschwindet für 19 Jahre von der internationalen Bühne.

Auf und Ab

1978
1991

Zwischen 1976 und 1980 zählt man auf Schalke vier Präsidenten. Erst weicht Günter „Oskar“ Siebert nach neun Jahren Karl-Heinz Hütsch, dann beschließen die Mitglieder, dass sie Siebert wieder als Präsidenten haben möchte, um wenig später Hans-Joachim Fenne den Vortritt zu lassen. Die „Schalker Verhältnisse“ werden zum Sinnbild für das Führungschaos. Kein Wunder: Die Mitglieder wählen die Vereinsführung nach Lust und Laune auf von Tabakqualm und Bierdunst geschwängerten Versammlungen.

Fenne übernimmt im Mai 1980 einen völlig verschuldeten Verein und verkauft notgedrungen zur Sommerpause Leistungsträger wie Rolf Rüssmann und Wolfram Wuttke. Zu seiner Unterstützung engagiert er einen neuen Manager: Rudi Assauer. Doch der sportliche Niedergang ist nicht mehr aufzuhalten. Schalke steigt am 13. Juni 1981 in die Zweite Liga ab. Ein Schock nach 55 Jahren Erstklassigkeit.

Der Zweitligaauftritt bleibt kein einmaliger Ausrutscher. Dem direkten Wiederaufstieg 1982 folgt die erneute Talfahrt. Als Tabellensechzehnter muss Schalke im Juni 1983 in die Relegation gegen Bayer Uerdingen und steigt anschließend ab.
Sportlich herrscht jedoch nicht nur Tristesse. Bei einem der legendärsten Pokalspiele der deutschen Fußballgeschichte leuchtet ein neuer königsblauer Stern auf: Der erst 18-jährige Olaf Thon erzielt drei Treffer im Pokalhalbfinale gegen Bayern München und sorgt für eine Sternstunde im Parkstadion. Nach 120 Minuten steht es 6:6. Das Wiederholungsspiel verlieren die zweitklassigen Knappen dann knapp.

1984 erfolgt der erneute Aufstieg ins Oberhaus. Doch der Abstiegskampf, den die Schalker mittlerweile nur zu gut kennen, ist längst nicht überwunden. Nicht zuletzt, weil in der Vereinsführung weiterhin Unruhe herrscht. 1986 entlässt der Verwaltungsrat Manager Assauer. Präsident Fenne wirft wenige Tage später aus persönlichen Gründen das Handtuch. Günter Siebert mobilisiert erneut die Mitglieder und tritt zu seiner dritten Amtszeit als Vorsitzender an. Als Manager übernimmt Rolf Rüssmann das Ruder.
Zudem drücken den Verein Millionenschulden. Das Konzept, um Thon und Ex-Nationalspieler Toni Schumacher 1987 eine Mannschaft mit vielen Nobodys ins Rennen um die Plätze zu schicken, scheitert. Als Letztplatzierter steigt der S04 1988 zum dritten Mal ab. Olaf Thon verlässt Schalke gen Bayern, Klaus Fichtel hängt nach 477 Partien für Königsblau die Fußballschuhe endgültig an den Nagel. Der Schalker Rekordspieler ist mit 43 Jahren und 184 Tagen bis heute der älteste Spieler der je in der Bundesliga gespielt hat.

Das Auf und Ab geht munter weiter: 1988 sprechen die Mitglieder Präsident Siebert das Misstrauen aus. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird im Januar 1989 Günter Eichberg, Klinikbesitzer aus Düsseldorf, als neuer Vorsitzender gewählt. Auf dem Platz läuft eine Horrorsaison: Die Schalker rangieren im Tabellenkeller, dieses Mal von Liga zwei. Im April 1989 löst Peter Neururer Trainer Diethelm Ferner ab und holt die Kuh vom Eis. Mit sechs Siegen und nur zwei Niederlagen in den verbleibenden zehn Spielen kann Schalke schließlich die Klasse halten. Das Happy End feiern die Knappen vor heimischer Kulisse mit 66.000 Fans gegen Blau-Weiß Berlin 90.

Eurofighter

1992
2001

Große Namen sollen helfen, dass Schalke 04 nach dem Wiederaufstieg in der Bundesliga besteht. Präsident Günter Eichberg engagiert Günter Netzer als beratenden Manager, doch das Experiment scheitert. 1992 übernimmt Udo Lattek von Interimstrainer Klaus Fischer, der wiederum Aleksandar Ristic beerbte, für ein halbes Jahr das Traineramt. Sportlich kommt Schalke trotz teurer Transfers nicht vom Fleck. In der Krise kommt Assauer als Manager zurück, aus Kaiserslautern stößt Peter Peters dazu und führt die Geschäfte. Im Herbst 1993 wirft Eichberg das Handtuch.
Wieder schlägt die Stunde der Mitgliederversammlungen. Im Februar 1994 wählen die Mitglieder Bernd Tönnies zu Eichbergs Nachfolger. Tönnies stirbt jedoch nach einer Nierentransplantation nur wenige Monate später. Helmut Kremers genügt bei der folgenden Versammlung eine launige Bemerkung zum Erzrivalen Borussia Dortmund, – „Für die haben wir uns damals nicht einmal umgezogen“ – um zum Vereinsvorsitzenden gewählt zu werden.

Für die haben wir uns damals nicht einmal umgezogen.

Helmut Kremers

Es wird eine kurze Amtszeit für den ehemaligen Spieler: Banken drohen, dem verschuldeten Verein die gewährten Darlehen zu entziehen. Eine Satzungskommission arbeitet an einer neuen Vereinsstruktur, um den Club endgültig auf professionelle Füße zu stellen. Dieser stimmen die Mitglieder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Dezember 1994 zu. Wie bei einem Unternehmen wählen die Mitglieder fortan nicht mehr den Vorstand, sondern einen Aufsichtsrat, der seinerseits die Vereinsführung bestellt.

Mit dem ersten hauptamtlichen Vorstand der Vereinsgeschichte kehrt der Erfolg zurück. Als Tabellendritter der Saison 1996/1997 qualifiziert sich der Club nach 19 Jahren endlich wieder für den UEFA-Cup. Die Schalker kämpfen sich Runde um Runde weiter vor: Nach Siegen über Roda Kerkrade, Trabzonspor, Club Brügge, Valencia CF und CD Teneriffa ziehen die „Eurofighter“ ins Finale gegen den Favoriten Inter Mailand ein.
Das Hinspiel im Parkstadion gewinnen die Knappen mit 1:0. Beim Rückspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion können die Italiener zwar das 1:0 egalisieren, doch im Elfmeterschießen beweisen die Schalker vor über 25.000 mitgereisten Fans die besseren Nerven. Der Pott geht in den Pott: Am 21. Mai 1997 gewinnt Schalke zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Europapokal und Schalker von San Siro bis zur Neumayer-Station in der Antarktis jubeln.

Im November 1998 legt der FC Schalke 04 den Grundstein für ein wagemutiges Projekt: die Arena AufSchalke in unmittelbarer Nähe des Parkstadions, finanziert in Eigenregie. Bevor eines der modernsten Multifunktionsstadien der Welt jedoch in Betrieb geht, erlebt Schalke ein Drama, das in der Deutschen Fußballgeschichte seinesgleichen sucht. In der Saison 2000/2001 liegt Schalke am vorletzten Spieltag zwei Punkte hinter Bayern München. Den Bayern reicht ein Unentschieden zum Titel, Schalke muss gewinnen und auf eine Niederlage des Teams aus Süddeutschland beim HSV hoffen.
Als der S04 die Spielvereinigung Unterhaching mit 5:3 besiegt und die Bayern in der Nachspielzeit 1:0 zurückliegen, begibt sich die Stimmung der Schalker auf eine Achterbahnfahrt. Ganz Schalke bejubelt nach der Falschmeldung, in Hamburg sei das Spiel beendet, die erste königsblaue Meisterschaft seit 1958. Doch in Hamburg wird noch gespielt. Den Bayern gelingt in der 94. Minuten durch einen indirekten Freistoß nach einer Fehlentscheidung doch noch der Ausgleich. Im Parkstadion herrscht Entsetzen, Verzweiflung, Wut und Trauer. Der Pokalsieg, den die „Meister der Herzen“ eine Woche später gegen Union Berlin einfahren, ist für die Mannschaft um Jahrhunderttrainer Huub Stevens ein schwacher Trost.

19. Mai 2001

Wir leben dich

2002
2017

Am 13. August 2001 eröffnen die Knappen ihr neues Zuhause: als weiße Landmarke thront die Arena AufSchalke im Berger Feld neben dem Parkstadion. Sie kombiniert modernste Techniken, wie das fahrbare Fußballfeld oder das Schiebedach, das je nach Veranstaltungsart geschlossen werden kann. Den Großteil der rund 60.000 Plätze wandelt der Verein in Dauerkarten um, die von der ersten Stunde an restlos ausverkauft sind.
Schalke feiert in dieser Spielzeit noch eine Premiere: der Club spielt erstmals in der Champions League, doch der erste Auftritt findet unter tragischen Vorzeichen statt. Ausgerechnet am 11. September 2001 gastiert Panathinaikos Athen in der Arena. Die Königsblauen verlieren mit 0:2 – niemand denkt wenige Stunden nach den verheerenden Terroranschlägen an Fußball.
Zum Saisonausklang verteidigen die Knappen ihren Titel im DFB-Pokal durch ein 4:2 im Endspiel gegen Bayer Leverkusen. Anschließend verlässt nach sechsjähriger Amtszeit Huub Stevens auf eigenen Wunsch den Verein. Länger als er blieb bislang keiner auf Schalke.

Anlässlich seines 100. Geburtstags lässt der Verein es richtig krachen. Am 4. Mai – ein Dienstag, ein Arbeitstag – wird der Mythos auf dem Vereinsgelände lebendig. Ohne besondere Einladung machen sich 40.000 Schalker auf den Weg, um Königsblau zu gratulieren. Auf dem Parkplatz an der Geschäftsstelle schenken Vorstand und Spieler Bier und Bratwürste aus. Gemeinsam mit den Fans geben sie Hits aus dem Schalke-Repertoire zum Besten.

In den Sommermonaten des Jubiläumsjahrs reisen die Knappen durch die Republik und feiern an 100 Orten mit ihren Fans. Gemeinsam mit dem Musiktheater im Revier bringt der Verein das Schalke-Musical „Nullvier – Keiner kommt an Gott vorbei“ auf die Bühne. Und eine große Jubiläumsgala in der Arena bei der Gerald Asamoah seine Sangeskünste beweist, darf natürlich nicht fehlen. Fußballerisches Highlight im Jahr 2004 ist das Champions-League-Finale zwischen dem FC Porto und AS Monaco. Die Generalprobe für Deutschlands Vorzeigearena für die Weltmeisterschaft 2006.

In der ersten Dekade des neuen Jahrtausends setzt sich Schalke dauerhaft in der Spitze der Fußballbundesliga fest. Achtmal in Folge nimmt der Club am Europapokalteil. Dreimal qualifizieren sich die Knappen für die europäische Königsklasse. 2005 und 2007 werden sie Vizemeister. Zudem stößt der Club in neue Dimensionen des Sponsorings vor: 2005 verkauft Schalke das Namensrecht der Arena an Veltins. Ab 2007 engagiert sich der der russische Energieriese Gazprom als Haupt- und damit Trikotsponsor.

Sportlich mischen die Knappen weiterhin oben mit. Unter der Führung von Felix Magath, der als Trainer und Vorstandsmitglied in Personalunion amtiert, wird der Club 2010 erneut Tabellenzweiter. Ihm gelingt ein Transfer-Coup: der spanische Weltstar Raul trägt fortan des königsblaue Trikot. Aufgrund seiner in großen Teilen aber umstrittenen Transferpolitik und wegen seines Führungsstils muss Magath jedoch im März 2011 gehen. Ihn löst im Vorstand Horst Held und auf der Trainerbank Ralf Rangnick ab. Mit Rangnick erleben die Schalker das „Wunder von San Siro“ – im Viertelfinale der Champions League schlägt der S04 Inter Mailand souverän mit 5:2 und erreicht damit zum ersten Mal in seiner Historie das Halbfinale der Königsklasse. Auch wenn gegen Manchester United Endstation ist – die Knappen belohnen sich am 21. Mai gegen den MSV Duisburg mit dem fünften Pokaltriumph seit 1937.

Bei der Jahreshauptversammlung 2012 verabschieden die Mitglieder mit nur einer Gegenstimme ein Leitbild, das die Werte, auf denen der Club gründet, als bindend für alle Schalker formuliert. Alexander Jobst, neuer Marketing-Vorstand, entwickelt die Überschrift des neuen Leitbilds: FC Schalke 04. Wir leben dich.

Am 12. März 2014 knackt der Club die 125.000er Mitgliedsmarke. Bis heute zählt er zu den drei mitgliederstärksten Vereine Deutschlands und rangiert unter den Top 5 in Europa und den Top 10 im weltweiten Vergleich.

Ebenfalls auf internationalem Top-Niveau ist die Ausbildung der Schalker Nachwuchsspieler, die seit 2011 unter dem Begriff Knappenschmiede firmiert. Zahlreiche Spieler schaffen unter der Regie von U19-Trainer Norbert Elgert den Sprung in den Profi-Kader. Leroy Sane, ausgebildet in eben jener Knappenschmiede, knackt bei seinem Wechsel nach England die Schalker Höchstmarke bisheriger Transfererlöse.

Die Spielzeiten seit 2012/2013 sind geprägt von Höhen und Tiefen. Auf dem Trainerstuhl nehmen innerhalb von fünf Jahren fünf Trainer Platz. Aktuell stellt Schalke sich für die Zukunft auf: Der Club investiert in den Um- und Ausbau des Berger Felds, um an Stelle des alten Parkstadions eine regionalligataugliche Spielstätte für die Nachwuchsspieler sowie zahlreiche neue Trainingsplätze zu schaffen.