Tim Latka verzichtet ab sofort auf den Kauf von FIFA Points

Der E-Sportler der Königsblauen geht einen mutigen Schritt und nimmt einen großen Nachteil in Kauf, um in der FIFA Community ein Zeichen zu setzen. Hier gibt es alle Infos.

Pay2Win-Faktor in Ultimate Team als Auslöser

Schon seit einigen Jahren werden die meisten E-Sport Turniere in FIFA im Spielmodus Ultimate Team ausgetragen, in dem man sich aus allen im Spiel verfügbaren Spielern sein Dreamteam zusammenstellen kann. Ultimate Team ist mit Abstand der beliebteste Spielmodus und begeistert die Community. Das Problem: Wer echtes Geld investiert, verschafft sich einen Vorteil. Mit FIFA Points, einer virtuellen Währung, können Ingame-Käufe getätigt werden. Je mehr FIFA Points man investiert, desto schneller gelangt man an ein Top-Team. Der Pay2Win-Faktor ist enorm.

Die Entwicklung in den letzten Jahren hat gezeigt: Die Investments in FIFA Points werden immer größer, um im FIFA E-Sport mit der Konkurrenz mithalten zu können und keinen Nachteil in den Turnieren zu haben. Eine ausgeglichene Ausgangssituation für alle Spieler existiert nicht mehr. Außerdem besteht die Gefahr, dass Fans der E-Sportler das Kaufverhalten adaptieren und ebenfalls viel Geld ausgeben.

Reichweite nutzen, um für ein Umdenken zu sorgen

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und auch eine Vorbildfunktion einzunehmen, hat sich Schalkes FIFA-Profi Tim Latka nun dazu entschieden, ab sofort auf den Kauf von FIFA Points zu verzichten. Mit diesem mutigen Schritt nimmt er einen großen Nachteil bei sämtlichen E-Sport Wettbewerben in Ultimate Team in Kauf.

Latka ist es wichtiger, in der Community ein Zeichen zu setzen und bestenfalls auch viele andere FIFA-Spieler zu einem Umdenken zu bewegen. Dafür wird er auch seine Reichweite in den sozialen Medien nutzen. Mit mehr als 200.000 YouTube-Abonnenten, 60.000 Twitch Followern und 50.000 Abonnenten bei Instagram gehört der S04-Spieler zu den reichweitestärksten deutschen FIFA-Profis.

Schalke 04 Esports spendet 2.000 Euro an die Robert Enke Stiftung

Latka wird einer der ersten E-Sportler sein, die ohne das Investment in FIFA Points auskommen. Rund 2.000 Euro hätte der FC Schalke 04 Esports ihm für den Aufbau eines konkurrenzfähigen Teams zur Verfügung gestellt. Verein und E-Sportler entschieden gemeinsam, dieses Investment nicht zu tätigen und von nun an einen anderen Weg zu gehen. Mit dem Wissen, dass die Erfolgschancen dadurch deutlich sinken, unterstützen die Königsblauen ihren Spieler zu 100 Prozent.

„Erfolg im E-Sport darf sich nicht darüber definieren, wer am meisten Geld ausgibt“, erklärt Latka in seinem ausführlichen Statement: „Mir ist bewusst, dass andere E-Sportler nun deutlich bessere Chancen haben, gegen mich zu gewinnen. Aber wir FIFA-Profis haben auch eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Und die nehme ich jetzt wahr. Ich bin dankbar, dass der FC Schalke 04 Esports mich dabei unterstützt. Das hätte sicher nicht jeder Verein gemacht.“

Die ursprünglich für die FIFA Points eingeplanten 2.000 Euro spendet S04 Esports an die Robert Enke Stiftung. Die Stiftung unterstützt Projekte, Maßnahmen und Einrichtungen, die über Herzkrankheiten von Kindern sowie Depressionskrankheiten aufklären und deren Erforschung oder Behandlung dienen. Bereits während einer Kampagne in der vergangenen Saison der League of Legends European Championship (LEC) hatten die Königsblauen auf das Thema mentale Gesundheit aufmerksam gemacht. Die Hälfte der Einnahmen des extra für die Kampagne entworfenen schwarzen LEC-Trikots spendete S04 Esports an die Robert-Enke-Stiftung.

Das komplette Statement von Tim Latka

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