04 Fragen an Günter Nagel – ein westfälischer Schalker aus Salzburg

Günter Nagel ist 82 Jahre alt und hat ein bewegtes Leben hinter sich – wobei er die Königsblauen stets begleitet hat. In unseren 04 Fragen blickt er anlässlich des Bundesliga-Starts auf den S04 in drei Stadien und viele Fan-Generationen zurück.

Günter, wie ist deine Verbindung zum S04 zustandegekommen?
Ich komme gebürtig aus Westönnen in der Soester Börde und da war es in den Fünfziger Jahren normal, sich für Schalke zu interessieren. Ich bin erstmals in der Saison 1953/1954, damals mit dem Zug, in die Glückaufkampfbahn gefahren. 1955 habe ich dann den Führerschein gemacht und wir sind mit ein paar Leuten aus Westönnen mit dem Bulli auf Schalke gefahren.

Wie war die „Fankultur“ damals, wenn man dies überhaupt so nennen kann?
Irgendwelche Fanartikel des Vereins gab es nicht, die Leute sind mit selbst genähten Fahnen und selbst gestrickten Schals ins Stadion gegangen. Das Wichtigste war damals die enge Verbindung zur Mannschaft, dass man nach dem Spiel mit Berni Klodt in der Kneipe ein Bier trinken konnte.

Wie ging es dann für dich weiter?
Im Parkstadion hatte ich dann erst einmal eine Dauerkarte in Reihe 21 auf der Haupttribüne. 1981 bin ich dann nach Mallorca ausgewandert und habe dort eine Heizungsfirma aufgemacht. Wir waren ungelogen die ersten, die auf Mallorca Fußbodenheizungen verkauft und installiert haben, und konnten uns vor Aufträgen kaum retten. Dennoch habe ich den Weg der Königsblauen erst einmal aus der Distanz verfolgen müssen. Auf der Insel habe ich dann eine Frau aus Salzburg kennengelernt, wo ich dann 1995 mit ihr hingezogen bin. Die Verbindung zur alten westfälischen Heimat ist aber nie abgerissen. Ich besuche ein- bis zweimal im Jahr meine alten Freunde dort und fahre dann auch zu einem Heimspiel in die Arena. 2018 habe ich der Mannschaft im Trainingslager in Mittersill einen Besuch abgestattet und dort den Fanbeauftragten Thomas Kirschner kennengelernt.

Was war dein persönliches Highlight im Zusammenhang mit Schalke 04?
Das war das Spiel am 25. September 1976 gegen Tennis Borussia Berlin im Parkstadion. Weniger weil es ein überaus turbulenter 5:4-Sieg war, sondern weil ich es für meinen Heimatverein Rot-Weiß Westönnen mit dem Schalker Jugendleiter Alois Karnik hinbekommen habe, dass wir mit der Jugendmannschaft das Vorspiel gegen die Schalker Jungs bestreiten durften. Da haben aus unserem kleinen Ort so viele mitgespielt oder sind mitgefahren, dass es noch heute bei den Leuten in der Erinnerung ist.

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