04 Fragen: Die Werther Knappen über eine Heimspieltour ohne Heimspiel

Für viele Schalker besteht der Spieltag aus weitaus mehr als nur 90 Minuten Fußball. Dies ist nicht zuletzt bei den Heimspielen auf dem Busparkplatz P6 zu sehen, wo viele Fanclubs lange vor dem Spiel anreisen und sich auf den Stadionbesuch einstimmen. Konrad Hübers und Werner Derksen von den Werther Knappen berichten in den 04 Fragen, warum sie mit ihrem Bus sogar ohne Spiel zur VELTINS-Arena gefahren sind.

Fanclub Werther Knappen vorm Stadion

Konrad und Werner, stellt doch euren Fanclub erst einmal kurz vor!
Wir kommen aus Werth in der Nähe von Bocholt im Westmünsterland. Unseren Fanclub haben wir Anfang 1995 gegründet. Schalke war damals eine ziemlich graue Maus, es konnte noch niemand ahnen, was nur wenig später mit der unglaublichen Reise der Eurofighter passieren würde. Aktuell haben wir ziemlich genau 300 Mitglieder und setzen zu jedem Heimspiel einen eigenen Bus ein.

1995 gegründet – dann könntet ihr in diesem Jahr eigentlich schön feiern?
Wir hatten in diesem Jahr zu unserem 25-jährigen Jubiläum natürlich viele Aktionen und Feiern geplant, doch dies ist alles durch Corona zunichte gemacht worden. Wir wollten ja nicht im kleinen Kreis feiern – wenn schon, dann sollte jeder daran teilnehmen und auch mit Anhang kommen können. Für uns sind ja nicht nur die Fahrten zu den Heimspielen weggefallen, sondern auch alle anderen gemeinsamen Aktivitäten und natürlich musste auch unsere Fanclub-Kneipe zu Beginn der Pandemie schließen. Wir haben dann unter unseren Mitgliedern gesammelt und konnten unserer Wirtin dann schnell eine Spende von 1.904 Euro überreichen, die ihr sehr geholfen hat, diese schwierige Zeit zu überstehen.

Fanclub Werther Knappen am Grill

Wie seid ihr dann auf die Idee mit der Bustour gekommen und was war dafür vorzubereiten?
Wir haben einfach gemerkt, dass unsere Mitglieder nach Gemeinsamkeit lechzen. Als dann Mitte Juni die Corona-Regeln so geändert wurden, dass Feiern mit 50 Personen erlaubt waren, ist uns auf einmal die Idee gekommen „warum fahren wir nicht einfach mal mit unserem Bus auf Schalke?“ Zudem war es ja auch eine kleine Unterstützung für unseren Busunternehmer.

Wir haben uns dann zunächst an den Verein gewandt und erfahren, dass für die Nutzung des Busparkplatzes die Stadt Gelsenkirchen zuständig ist. Dort haben wir dann mit dem Ordnungsamt und Gesundheitsamt Kontakt aufgenommen. Nach einigen Rückfragen mit der wirklich hilfsbereiten Mitarbeiterin des Gesundheitsamts war geklärt, dass es sich um eine Jubiläumsveranstaltung handelt, die dann auch tatsächlich stattfinden durfte.

Wie ist der Tag dann abgelaufen?
Wir haben uns am 29. August in unserer Fanclub-Kneipe getroffen und sind dann mit 48 Leuten, ganz vorschriftsmäßig mit Maske im Bus, zur Arena gefahren. Dort haben wir auf dem Parkplatz P6 dann unsere Bierzeltgarnituren aufgebaut und gegrillt. Es war an alles gedacht, sogar ein Dixi-Klo hatten wir dorthin bestellt.

Wir hatten ursprünglich sogar darüber nachgedacht, noch weitere Fanclubs einzuladen, aber dann doch lieber davon abgesehen. Das Wetter wurde im Laufe des Tages immer perfekter und so hatten wir eine schöne Zeit dort. Pünktlich zum „Anpfiff“ um 15.30 Uhr sind wir dann zurückgefahren und haben den Tag in der Fanclub-Kneipe ausklingen lassen.

Wir hoffen natürlich, dass wir bald wieder gemeinsam „richtig“ zu den Spielen fahren können. Bis dahin gucken wir die Partien unsere Mannschaft gemeinsam in der Kneipe. In Anspielung auf den alten Aufruf der Fan-Szene „Bier 2 Euro“, subventionieren wir das Bier für unsere Mitglieder aus der Fanclubkasse, so dass jeder für sein Pils nur 1 Euro bezahlen muss.

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