Jugend-DM in Ulm Tag 1

Am ersten Tag der deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm standen die Läufe der U18 im Fokus. Mit der perfekten Ausbeute von zwei Finaltickets und der ersten Schalker Medaille wurden die Ziele sogar übertroffen.

Clara, Amelie und Daniel waren die ersten Athleten, die in das Wettkampfgeschehen eingegriffen haben. Da alle organisatorischen Angelegenheiten bereits am Donnerstag erledigt worden waren, fuhren wir in aller Ruhe ins Stadion und suchten einen der begehrten Plätze im Schatten. Bei mehr als 35 Grad und strahlendem Sonnenschein hatten vor allem alle Läufer*innen mit den Bedingungen zu kämpfen. Zusätzlich aufgeheizt vom Publikum im Ulmer Donaustadion traten dann Clara Braun und Amelie Klug um kurz nach halb drei im zweiten Vorlauf über 1500 Meter der weiblichen Jugend U18 an. Aus dem ersten Vorlauf hatten sie die Information erhalten, dass dieser so langsam gestaltet wurde, dass eine Zeit als Achtplatzierte von unter fünf Minuten reichen würde, um sich für das Finale zu qualifizieren. Gleichmäßig wurde also das Tempo auf ca. 4:55 Minuten angeschlagen. In der letzten Runde zeigte Clara, dass sie bei dieser Meisterschaft größere Ambitionen hat und setzte sich an die Spitze, die sie bis ins Ziel nicht mehr hergab. In 4:49,08 Minuten qualifizierte sie sich als Vorlaufschnellste für das Finale, welches bei weitaus angenehmeren Temperaturen am Samstag um 18:40 Uhr gestartet wird. Ihr Unterfangen wurde außerdem durch einen ungewöhnlichen Umstand erschwert: „Die letzen 500 Meter bin ich mit nur einem Schuh gelaufen. Sowas ist mir noch nie passiert. Zum Glück ist mir niemand mehr auf den Fuß getreten.“, sagte Clara über ihren Vorlauf. Amelie sicherte währenddessen den begehrten achten Rang ab und qualifizierte sich in 4:54,79 Minuten ebenfalls für das Finale. Damit hatten die Mädels das erste Ziel erreicht und konnten sich zügig wieder auf die schattige Tribüne setzen.

Die letzten 500 Meter bin ich mit nur einem Schuh gelaufen. Sowas ist mir noch nie passiert. Zum Glück ist mir niemand mehr auf den Fuß getreten.

Clara Braun

Von dort aus wurden sie dann Zeugen des 3000 Meter Finals der männlichen Jugend U18, indem Daniel seinen Bronzecoup aus dem letzten Jahr wiederholen wollte. Dieses Unterfangen gestaltete sich jedoch weitaus schwieriger, denn in diesem Jahr hatten viele Athleten mit Zeiten im Bereich von Daniels Bestzeit gemeldet. Nach ruhigen ersten 1000 Metern wurde das Tempo immer schneller und immer mehr Athleten hatten Schwierigkeiten der Spitze zu folgen. Nicht aber Daniel, der sich konstant auf Position drei bis vier einfand und das Renngeschehen stets im Blick behielt. 1200 Meter vor dem Ziel setzte dann Max Grabosch (SSC Hanau-Rodenbach) zur finalen Attacke an. Daniel spurtete hinterher und zu dritt ging es auf den letzten Kilometer. Die Lücken zwischen den Verfolgern wurden von Meter zu Meter größer und es zeichnete sich immer deutlicher ab, dass auch in diesem Jahr Daniel mit einer Medaille belohnt werden würde. Angekommen auf der Zielgeraden konnte er sich dann sicher sein: Daniel gewann in 8:53,58 Minuten Silber hinter Max Grabosch und vor Yassin Mohummed aus Dortmund. Damit erfüllte er sein sehr ambitioniertes Ziel, überraschte aber zugleich viele seiner Konkurrenten. Er selbst versuchte nach der Hitzschlacht das Geschehene in Worte zu fassen: „Ich wollte einfach nur dranbleiben. Als ich mich zwei Runden vor dem Ziel umschaute, habe ich gemerkt, dass wir nur noch zu dritt waren und wusste, dass ich wieder eine Medaille holen kann.“

Als ich mich zwei Runden vor dem Ziel umschaute, habe ich gemerkt, dass wir nur noch zu dritt waren und wusste, dass ich wieder eine Medaille holen kann.

Daniel Sergio

Mit diesem Paukenschlag war der erste Tag der Jugendmeisterschaften überaus erfolgreich. Mit viel Vorfreude blicken wir nun den beiden kommenden Wettkampftagen entgegen und freuen uns auf viele spannende Wettbewerbe. Heute startet auch für Isabelle Winter und Lea Kruse die Meisterschaft. Um 13:10 Uhr bzw. 15:15 Uhr stehen die Vorläufe der weiblichen Jugend U20 über 400 Meter und 1500 Meter auf dem Zeitplan.