Lea Kruse erreicht den elften Rang in ihrem ersten EM-Finale

Lea Kruse erreichte in ihrem ersten europäischen Finale einen tollen elften Rang. Nach einer sehr mutigen Renngestaltung fehlten am Ende ein paar Körner. Sie kehr dennoch mit vielen neuen Eindrücken und zufrieden wieder nach Deutschland zurück.

Vor der Meisterschaft zeigte sich Lea optimistisch und gab das Finale als ihr großes Ziel aus. Am Freitagvormittag gelang ihr mit einem fünften Platz im Vorlauf der Sprung ins Finale. Dort war am Sonntagabend die europäische U18-Elite am Start und kämpfte um die Medaillen. Als klare Favoritin diktierte die für Irland laufende Sarah Healy das Rennen von Anfang an. Nach ihrem 3000 Meter-Sieg am Freitag ließ sie auch über 1500 Meter keine Zweifel aufkommen, dass sie mit einer weiteren Goldmedaille nach Hause fahren würde. Lea hielt sich taktisch klug in der ersten Hälfte des Feldes auf und lief auf den ersten 800 Metern auf Position vier bis sechs. Als Sarah Healy allmählich aufs Tempo drückte und das Feld auseinanderzog, hielt Lea noch Kontakt zur Spitze und setzte sich mit vier weiteren Athletinnen, darunter auch die zweite DLV-Starterin Antje Pfüller, ein wenig ab. Auf der letzten Runde wurde es dann richtig schnell und Sarah Healy lief einen immer größeren Vorsprung heraus. Die Mitfavoritinnen auf die weiteren Medaillen aus Großbritannien und Polen folgten und auch Antje Pfüller und Lea Kruse hielten sich noch gut. Als es jedoch immer mehr in Richtung Ziel ging, konnte Lea das Tempo nicht mehr mitgehen und wurde von einigen Konkurrentinnen überholt. Am Ende kam sie als elfte mit einer Zeit von 4:31,99 Minuten ins Ziel.

Nach vielen Positionskämpfen habe ich 500 Meter vor dem Ziel aufs Tempo gedrückt, weil ich dachte, da geht noch was. 300 Meter vor dem Ziel merkte ich aber dann, dass mein Akku leer war und es nur darum ging, irgendwie das Ziel zu erreichen. Ich habe mir heute zwar mehr vorgenommen, bin aber trotzdem glücklich, dass ich in diesem Finale dabei sein durfte.

Lea Kruse

Nach kurzer Erholungsphase konnte sich Lea über ihr Abschneiden bei ihren ersten Europameisterschaften wieder freuen. Auch für die Leichtathletik-Abteilung des FC Schalke 04 hatte das 1500 Meter-Finale historischen Charakter. Seit 2005 gelang es keinem Schalker mehr, bei einer internationalen Meisterschaft zu starten. Leas elfter Platz ist also nicht nur ein Meilenstein in ihrer persönlichen Karriere.

Man darf sicherlich einen Moment traurig sein, aber keinesfalls enttäuscht! Lea hat alles versucht und ist sehr mutig gelaufen. Ich bin mir sicher, dass sich ihre Einstellung langfristig noch mehr auszahlen wird.

André Pollmächer

Am Abend findet die Schlussfeier in Györ statt, an der Lea mit dem gesamten DLV-Team teilnehmen wird. Morgen geht es dann für sie, den Rest des Teams und auch für ihren Trainer André Pollmächer, der sie die ganze Zeit betreute, wieder zurück nach Deutschland. Die Saison ist für Lea nach der EM noch nicht beendet. Ende des Monats finden in Rostock die deutschen Jugendmeisterschaften statt. Dort möchte Lea ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Sie wird dann auch wieder auf Antje Pfüller treffen, die sich heute auf 4:23,89 Minuten gesteigert hat und über einen starken vierten Rang freute.