U18-Gala in Schweinfurt

Lea Kruse gewann auch das 1500 Meter Rennen und Schweinfurt und darf sich nun endgültig über einen Startplatz bei der U18 Europameisterschaft in Ungarn freuen. Dass Freude und Leid im Sport manchmal eng beisammen liegen, zeigte sich im selben Lauf in Form von Clara Braun, die kurz nach dem Start in einen Sturz verwickelt wurde.

Die Anspannung kurz vor dem Lauf war allen Beteiligten anzusehen. Erschwerend hinzu kam auch noch, dass es zunächst zwei Läufe geben sollte, die dann wieder zusammengelegt wurden und Lea plötzlich auf keiner Startliste mehr zu finden war. Nach Vorlage des Belegs über die abgegebene Stellplatzkarte war dann alles klar und das Rennen konnte mit insgesamt 24 Läuferinnen, darunter zwei Schalkerinnen, gestartet werden.
Lea hielt sich von Anfang an in der Spitzengruppe auf und schnell wurde klar, dass es ein Rennen werden sollte, indem keine weitere Läuferin die Norm erzielen konnte, denn das Tempo auf den ersten beiden Runden war etwas zu langsam. Als Linn Kleine (LG Olympia Dortmund) auf der letzten Runde mit einer Tempoverschärfung die Spitzengruppe sprengte, konnten ihr nur Antje Pfüller aus Karlsruhe und Lea folgen. Auf der Zielgeraden zeigte Lea erneut ihre starken Qualitäten im Endspurt und stürmte zum Sieg der diesjährigen U18 Gala in 4:30,10 Minuten. Auf den weiteren Plätzen folgten Antje Pfüller und Linn Kleine. Damit hat Lea nicht nur die Norm erfüllt, sondern auch das Ausscheidungsrennen gewonnen und darf nun ihrer ersten internationalen Teilnahme entgegenfiebern.

Der Lauf lief genau nach unseren Vorstellungen. Es ist mega cool, genau wie unsere Profis, bald international starten zu dürfen. Nach dem Lauf gab es sogar schon die Einkleidung der Nationalmannschaft und die Bekanntgabe einiger wichtiger Abläufe. Ich freue mich einfach riesig.

Lea Kruse

Sturz auf den ersten Metern - Clara Braun zeigt große Moral

Unsere zweite Starterin in diesem Rennen hatte sich ebenfalls viel vorgenommen. Clara Braun wurde jedoch bei der Startaufstellung in die zweite Reihe beordert und sah sich deshalb nach dem Start einigen Positionskämpfen ausgeliefert. Beim Versuch Boden und Plätze auf die Spitze gut zu machen, kam es zu einem Gedränge und Clara stürzte schon auf den ersten 200 Metern. Nicht eine Sekunde dachte Clara daran, das Rennen aufzugeben und machte sich mit großem Abstand nach vorne auf die Verfolgung. Sie lief ein ähnliches Tempo, wie die Spitze und machte auf der letzten Runde sogar noch einige Plätze gut. Ihre Zeit von 4:43,82 Minuten bedeuten für sie sogar noch persönliche Bestzeit. Eine Zeit und eine Leistung, die in Anbetracht des Sturzes nicht hoch genug einzuschätzen ist. Auch Clara hat damit bewiesen, dass sie das Potential hat, ins Finale der deutschen U18 Meisterschaft zu laufen.

Im ersten Moment war es natürlich ein Schock und mental ganz schön hart, das Rennen trotzdem durchzuziehen. Mehr als eine Schürfwunde am rechten Schulterblatt habe ich aber zum Glück nicht davon getragen. Es ist sehr schade, die Chance auf eine schnelle Zeit nicht genutzt zu haben, aber ich weiß auf jeden Fall, dass ich noch deutlich schneller laufen kann.

Clara Braun

15 Minuten nach dem Rennen der weiblichen Jugend ging auch Daniel Sergio an den Start. Auch in diesem Lauf war das Tempo etwas zu langsam, um die Norm (3:54,50 Minuten) noch zu erfüllen. Daniel positionierte sich dennoch stets unter den besten fünf Läufern und zeigte in seinem ersten U18 Jahr, dass auch er durchaus Ambitionen hegt, eine vordere Platzierung bei den anstehenden deutschen Meisterschaften einzunehmen. Auf den letzten 100 Metern musste er drei Konkurrenten vorbeiziehen lassen und kam als vierter ins Ziel. Er verbesserte erneut seinen Hausrekord und näherte sich der Vier-Minuten-Grenze noch einmal auf nun 4:00,11 Minuten.

Lea hat sich ihren Start bei der EM verdient und sehr souverän gezeigt, dass der Weg in Deutschland aktuell nur über sie geht. Auch Daniel hat sich im einem Feld, was einem DM-Finale glich, stark präsentiert. Gleichzeitig tut es mir für Clara sehr leid, die in toller Verfassung war und unverschuldet zu Fall kam.

André Pollmächer

Die Leichtathletik-Abteilung des FC Schalke 04 gratuliert Lea Kruse ganz herzlich zu ihrer ersten internationalen Teilnahme und wünscht ihr schon jetzt alles erdenklich gute auf ihrer Reise nach Ungarn. Clara Wünschen wir gute Besserung und wir sind uns sicher, dass du in den nächsten Rennen zeigen kannst, was wirklich in dir steckt. Wir sind sehr stolz, Athletinnen und Athleten mit solchen Talenten und einer mutigen und kämpferischen Einstellung in unseren Reihen zu haben.