Aus dem Archiv: Ecke unter erschwerten Bedingungen

Nu, Kinder, macht dem Onkel doch mal ein bisschen Platz! Als Ala Urban eine Ecke schießen will, muss der Meisterspieler mitten im Gedränge der Zuschauer Anlauf nehmen, die den Spielfeldrand säumen. Die Glückauf-Kampfbahn platzt bei diesem Schalke-Spiel, vermutlich im Jahr 1938, mal wieder aus allen Nähten. Eigentlich ist das Stadion nur für 35.000 Zuschauer ausgelegt. Doch die Zäune rundherum haben Löcher, gerade groß genug für die Kleinen.

Volles Haus können die Schalker in den in sportlicher Hinsicht für sie glorreichen 1930er-Jahren im Gauliga-Alltag tatsächlich jedoch nur selten vermelden. Mal sind es 2.000, mal 7.000 Besucher, selten auch mal über 10.000 – sicherlich je nach Gegner und Wetterlage. Eigentlich brauchen die Blauen in der Liga auch gar keine Unterstützung. Egal, wie viele Zuschauer sich auf den Weg machen: Zwischen 1935 und 1939 verliert der S04 einfach kein Spiel mehr. Der Westdeutsche Meistertitel ist Jahr für Jahr gesetzt.

35.000 Anhänger und mehr finden sich erst ein, wenn es für Schalke mal wieder um den nationalen Titel geht. Denn der ist auch für die im Westen übermächtigen Knappen kein Selbstläufer. Ein Kräftemessen im Meisterkampf findet in der heimischen Kampfbahn ohnehin nur selten statt. Meist werden die Vorrundenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft nämlich auf neutralem Boden ausgetragen. Wenn dann aber doch eine Partie in Gelsenkirchen stattfindet, demonstrieren die Anhänger, was Heimvorteil bedeutet – wie der Schnappschuss eindrucksvoll zeigt. Auch wenn das die Knappen auf dem Platz nicht immer nur als Vorteil gesehen haben dürften …

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