Aus dem Archiv: Manege frei für Berni Klodt

Prösterchen, Berni! Taufpate sein zu dürfen, ist ja gemeinhin eine Ehrung und Auszeichnung. Ob sich Berni Klodt jedoch gefreut hat, dass er Pate und Namensvetter ausgerechnet eines Esels werden soll, ist nicht übermittelt.

Als Zirkusdirektor Adolf Fischer 1961 während seines Gelsenkirchener Gastspiels dem Schalker Meisterspieler und Weltmeister die Patenschaft anträgt, nimmt Berni es seinem Naturell entsprechend gelassen aber professionell: Er nimmt die Einladung an. Nach der Clowns-Nummer steigt Klodt in die Manege, spricht ein paar Worte zu seinem neuen Patenkind ins Mikrofon und stößt dann zusammen mit Frau Anette auf das kleine Zotteltier an. Große Geste – keine Lachnummer.

Der „Circus A. Fischer“ hat damals einen guten Ruf, sein Stammquartier ist in Schwabmünchen bei Augsburg. In den Sommermonaten tourt der traditionsreiche Zirkus durch die Republik. Seine Hauptattraktion sind allerdings Raubtiere. Dompteur Gaston Bosmann erregt europaweit Aufsehen, weil er Löwen, Tiger und Eisbären lediglich mit einem Taktstock dirigiert. Angesichts dieser tierischen Größen ist Berni Klodt möglicherweise sogar außerordentlich dankbar, dass ihm genau dieses störrische Eselchen als Patenkind zugedacht wird.

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