Ko Itakura: Wir wussten, dass wir dieses Spiel drehen können

Am Ende kannte der Jubel in der VELTINS-Arena keine Grenzen. Doch bis zu diesen erlösenden Momenten war es ein emotionales Auf und Ab für alle, die es mit dem FC Schalke 04 halten. Ein Grund dafür war eine erste Halbzeit, die kaum unglücklicher hätte verlaufen können. Zahlreiche Großchancen ließ der S04 am Samstag (7.5.) gegen den FC St. Pauli ungenutzt, der Gegner zeigte sich hingegen gnadenlos effizient vor dem Tor. Und als Ko Itakura in der 23. Minute den vermeintlichen 1:2-Anschlusstreffer erzielte, wurde dieser vom Kölner Keller zeitnah einkassiert.

Aufstieg FC Schalke 04

„Als ich das Tor geschossen habe, wusste ich schon, dass es wahrscheinlich nicht zählen wird“, berichtet der 25 Jahre alte Japaner, der sich nach einem Eckball von Thomas Ouwejan zunächst selbst an die Hand geköpft hatte und im Anschluss das Spielgerät über die Torlinie beförderte. Ein Treffer, der vor wenigen Jahren wohl noch gezählt hätte, aber laut aktuellem Reglement nicht anerkannt werden darf.

Mannschaft glaubte an die Wende

Es war ein weiterer Nackenschlag in einer ersten Halbzeit, die etwas surreal anmutete. Trotz optischer Überlegenheit und einer Vielzahl guter Gelegenheiten lagen die Königsblauen nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit 0:2 in Rückstand. „Die erste Halbzeit verlief sehr unglücklich für uns, aber wir haben trotzdem weiter an unsere Chance geglaubt“, berichtet Itakura. „Wir haben uns in der Halbzeitpause gesagt, dass sich, wenn wir den Anschlusstreffer erzielen, das ganze Spiel noch mal drehen kann.“

Ich bin extrem glücklich darüber, dass wir in die Bundesliga aufgestiegen sind. Und das in unserem Stadion, mit unseren Fans. Das fühlt sich fantastisch an.

Ko Itakura

Mit dem Foulspiel von Jakov Medic, der Simon Terodde rund 30 Sekunden nach Wiederanpfiff im Strafraum der Hamburger festhielt, nahm der „verrückteste Tag“ in Itakuras Leben als Fußballer die Wendung, die sich alle Königsblauen erhofft hatten. Durch den zweiten Terodde-Treffer sowie Rodrigo Zalazars Knallers unter die Querlatte belohnte sich die Mannschaft von Chef-Trainer Mike Büskens letztlich mit dem verdienten Sieg und der damit einhergehenden Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. „Es ist ein unglaubliches Gefühl“, schwärmt Itakura, der seinem Team in dieser Spielzeit sowohl als defensiver Mittelfeldspieler als auch als Innenverteidiger viel Stabilität gegeben hat. „Ich bin extrem glücklich darüber, dass wir in die Bundesliga aufgestiegen sind. Und das in unserem Stadion mit unseren Fans. Das fühlt sich fantastisch an“, ergänzt der WM-Teilnehmer, der diese Saison auch für sich selbst als sehr positiv bezeichnet.

Die exakten Partypläne für den weiteren Verlauf des Abends wusste Itakura zwar nicht, nur ein Ziel hatte er sich bereits kurz nach Abpfiff gesetzt: „Ich möchte heute Abend sehr viel Bier trinken. Dabei mag ich Bier nicht einmal.“

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Tags

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

Danny Latza

Danny Latza: Der Lohn für den Aufwand einer ganzen Saison

Das Spiel hat er gelbgesperrt verpasst, seine wichtigste Aufgabe an diesem Tag aber souverän gelöst: Danny Latza durfte als Kapitän der Königsblauen die Meisterschale als Erster in Empfang nehmen und unter dem Jubel aller Schalker gen Himmel recken. Donata Hopfen, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga, hatte sie dem 32-Jährigen im Anschluss an den 2:1-Erfolg beim 1. FC Nürnberg am Sonntag (15.5.) überreicht.

220515_bueskens

Mike Büskens: Die Jungs wollten unbedingt als Erster die Saison beenden

Zweitliga-Meister und die Torjägerkanone für 30-Tore-Mann Simon Terodde: Die Saison hat für den FC Schalke 04 am Sonntag (15.5.) beim 1. FC Nürnberg einen perfekten Abschluss gefunden. Nach dem Spiel sprachen sowohl die Chef-Trainer beider Vereine als auch die Torschützen der Knappen. schalke04.de hat die Aussagen notiert.

220515_terodde_kanone

Mit 30 Treffern: Simon Terodde als Torschützenkönig ausgezeichnet

Simon Terodde hat sich den Titel als bester Torjäger der Zweiten Liga gesichert – und das bereits zum 04. Mal in seiner Laufbahn. Dieses Kunststück ist zuvor noch keinem anderen Akteur im deutschen Profifußball gelungen. Mit seinem Tor zum 2:1-Endstand am Sonntag (15.5.) im Duell mit dem 1. FC Nürnberg stellte der Stürmer der Königsblauen zudem eine persönliche Bestmarke auf: 30 Treffer waren ihm noch nie zuvor in einer Saison gelungen.

fcn_14

DurchGEklickt: #FCNS04 in Bildern

Mit ihrem 20. Sieg der Saison verteidigten die Königsblauen Rang eins und dürfen sich neuer Zweitliga-Meister nennen. Eine Galerie zeigt Bilder aus dem Max-Morlock-Stadion vom 2:1-Erfolg gegen den gastgebenden 1. FC Nürnberg.