Zwei späte Treffer: Džeko und Karaman sichern Königsblau noch einen Punkt gegen den FCK

Im ersten Heimspiel des Jahres 2026 sah es am Sonntag (25.1.) bis kurz vor Ende gegen den 1. FC Kaiserslautern nach einer Niederlage aus. Ivan Prtajin hatte die Gäste im zweiten Durchgang per Doppelpack in Führung gebracht (61., 84.). Edin Džeko (87.) und Kenan Karaman (90.) waren in den Schlussminuten jedoch zur Stelle und sicherten den Knappen noch einen Punktgewinn.

Edin Dzeko führt den Ball.

Drei Änderungen in der Startelf, zwei neue Gesichter im Kader

Im Vergleich zum torlosen Unentschieden bei Hertha BSC veränderte Chef-Trainer Miron Muslic seine Startelf auf drei Positionen. Für den linken Schienenspieler Vitalie Becker, der aufgrund von Knieproblemen ausfiel, rückte Finn Porath in die Anfangsformation. Mertcan Ayhan ersetzte Mika Wallentowitz auf der gegenüberliegenden Seite. Dazu begann Christian Gomis an Stelle von Moussa Sylla, der den FC Schalke 04 voraussichtlich ins Ausland verlassen wird. Neuzugang Edin Džeko, am vergangenen Donnerstag in Gelsenkirchen vorgestellt, feierte wie angekündigt sein Kaderdebüt in der ausverkauften VELTINS-Arena und nahm zunächst auf der Bank Platz. Das galt ebenfalls für Ersatztorhüter Kevin Müller.

Hasan Kurucay läuft mit Ball am Fuß in Richtung des Tore von Kaiserslautern.

Kuruçay hat die beste Gelegenheit des ersten Durchgangs

42 Tage nach dem letzten Auftritt im königsblauen Wohnzimmer begrüßten die Fans in der Nordkurve die Knappen wieder einmal mit einer sehenswerten Choreographie: Im Schachbrettmuster wehten blaue und weiße Fahnen, dazu entpuppte sich ein großes Banner mit der Aufschrift Schalke über den Rängen. Förmlich mit dem Anpfiff erhielt der S04 gleich einen Freistoß von der rechten Seite, den sich Amin Younes annahm – Kenan Karamans Kopfball im Sechzehner blieb aber an der Lauterer Defensive hängen (1.). Die Gäste aus Kaiserslautern meldeten sich durch eine Hereingabe von Paul Joly erstmals vor dem königsblauen Tor an, Loris Karius konnte sie aber mühelos aufnehmen (5.).

Den nächsten möglichen Abschluss durch Nattan Skyttä blockte Nikola Katic per Grätsche vor dem Sechzehner ab (8.). Die Pfälzer übernahmen in der Anfangsphase nun ein Stück weit mehr die Spielkontrolle, die gefährlichste Aktion gehörte aber den Knappen durch Hasan Kuruçay – der Verteidiger zwang Lauterns Keeper Julian Krahl per Kopfball nach Rechtsflanke von Soufiane El-Faouzi zu einer Glanzparade (12.). Fortan nahm Schalke das Heft des Handelns in die Hand und zeigte sich zeitgleich durch Loris Karius bei einer unsauberen Ballannahme von Nattan Skyttä im eigenen Strafraum aufmerksam (21.). Er war von Lauterns Kapitän Marlon Ritter freigespielt worden.

Ebenfalls mit einem schönen Steckpass bediente Amin Younes den einlaufenden Timo Becker in der Gefahrenzone der Roten Teufel. Weil der rechte Schienenspieler aus kurzer Distanz aber noch einmal den Querpass statt eines Abschlusses suchte, versandete die Gelegenheit der Knappen (24.). Kurz darauf wurde es hektisch in der VELTINS-Arena: Erst eroberte Soufiane El-Faouzi gegen Atanas Chernev die Kugel an der Sechzehnerkante, geriet dann auf dem Weg zum Tor jedoch ins Stolpern. Der Ball landete bei Christian Gomis, der ihn allerdings aus 18 Metern nicht auf das Gehäuse von Julian Krahl zu bringen wusste. Beim folgenden Konter sah Hasan Kuruçay die gelbe Karte für ein Foul an Norman Bassette (29.).

Nur wenige Augenblicke später segelte eine flache Hereingabe von Paul Joly quer durch den Sechzehner der Knappen und führte zu der bis dahin aussichtsreichsten Chance der Gäste – den Abschluss von Marlon Ritter, der ziemlich freistehend am zweiten Pfosten zum Zuge kam, vereitelte aber wieder Loris Karius (32.). Nach seinem Abpraller bekam Lautern durch Leon Haas noch einen zweiten Versuch vor dem Schalker Kasten, diesen blockte Mertcan Ayhan.

In der Schlussphase des ersten Durchgangs war Königsblau wieder um Kontrolle bemüht. Nach einem hohen Ball von Paul Joly war allerdings noch mal Loris Karius gefragt. Er faustete das Spielgerät aus dem Fünfmeterraum (45.). Mit einer einminütigen Nachspielzeit, in der nichts Weiteres passierte, ging es torlos in die Kabinen.

Edin Dzeko wartet auf Amin Younes bei der Einwechslung.

Džeko und Karaman haben die Antwort auf 0:2-Rückstand

Die zweiten 45 Minuten begannen ohne Wechsel. Mertcan Ayhan störte gegen FCK-Stürmer Norman Bassette schon früh erfolgreich, er probierte von der linken Seite aus 20 rund Metern vergeblich sein Glück (47.). Gefährlicher wurde es schon, als Nikola Katic einen hohen Ball von Mertcan Ayhan mit der Brust verarbeitete und volley abzog, jedoch rechts am gegnerischen Tor vorbeizielte (51.). Auf der gegenüberliegenden Seite gerieten Loris Karius und Norman Bassette nach Hereingabe von Mika Haas aneinander, der Schlussmann der Knappen blieb aber der Sieger im Luftduell (54.).

Finn Porath konnte dann zunächst die beste Möglichkeit im Anschluss an einen Standard von Mertcan Ayhan verzeichnen, bei der er über Umwege aus halbrechter Position an den Ball kam und Julian Krahl im kurzen Eck prüfte (58.). Die anschließende Ecke stellte sich aber als noch gefährlicher heraus – Timo Becker kam nach Flanke von Amin Younes frei zum Kopfball, sein Aufsetzer blieb aber ohne Ertrag.

Der soeben für Norman Bassette eingewechselte Ivan Prtajin machte es in der 61. Minute dann besser: Bei einer Freistoßflanke von der linken Seite durch Naatan Skyttä zeigte er sich sofort präsent und schädelte aus kurzer Distanz an Loris Karius vorbei ins linke untere Eck ein – 0:1. Lautern blieb die vor dem Tor aktivere Mannschaft und hatte durch Mika Haas die nächste aussichtsreiche Gelegenheit – der Schienenspieler wählte halblinks im Sechzehner jedoch einen Pass als Option. Nikola Katic war zur Stelle (65.).

In der 67. Minute schlug dann die Stunde von Sturm-Verstärkung Edin Džeko, der für Amin Younes eingewechselt wurde. Mit dem Bosnier in vorderster Front bot sich den Knappen eine neue Anspielstation, die Soufiane El-Faouzi per Flanke von rechts als Erstes aufsuchte – Džeko köpfte umdrängt von zwei Gegenspielern links vorbei (72.). Die Roten Teufel reagierten wenig später mit einem Zweifachtausch: Semih Sahin und Daniel Hanslik betraten für Marlon Ritter und Naatan Skyttä den Rasen der VELTINS-Arena (74.). Beim S04 sollten Felipe Sanchez und Mika Wallentowitz für Timo Becker und Finn Porath frischen Wind in der Schlussviertelstunde bringen.

Gleich war Julian Krahl zu einer Parade gezwungen – er faustete eine Soufiane El-Faouzi-Flanke von seinem Kasten weg (78.). Wenig später probierte es Kenan Karaman aus der Drehung mit einem Abschluss, kriegte aber keinen Druck hinter die Kugel. Mitten in die Schalker Angriffsbemühungen hinein, die nun natürlich auf den Ausgleich drängten, schockte Ivan Prtajin die Königsblauen ein zweites Mal. Beim Konter der Lauterer blieb er alleine vor Loris Karius kaltschnäuzig und traf zum 0:2 in die Maschen (84.).

Der S04 steckte jedoch nicht auf und verkürzte durch Edin Džeko in der 87. Spielminute: Der Stürmer mit der Nummer zehn nahm eine Bogenlampe von Wallentowitz im Sechzehner technisch perfekt herunter und vollendete per Rechtsschuss. Chef-Trainer Miron Muslic wechselte mit Zaid Tchibara für Hasan Kuruçay einen weiteren Offensivmann ein und drängte anschließend auf den Ausgleich – und der erfolgte sogleich! Eine Ecke von Soufiane El-Faouzi landete bei Kenan Karaman. Der Kapitän blieb im Gewusel cool und glich per Flachschuss zum 2:2 aus und sorgte für völlige Ekstase im königsblauen Wohnzimmer (90.). Es sollte der Schlusspunkt einer wilden Endphase sein.

Nachbarschaftsduell in Bochum

Am Samstag (31.1.) ist der S04 auswärts beim VfL Bochum gefragt. Das Nachbarschaftsduell gegen den Tabellenelften der Zweiten Liga steigt um 13 Uhr im Vonovia-Ruhrstadion. Im Hinspiel konnte Königsblau sich gegen den VfL mit 2:1 durchsetzen.

Seite teilen