Simon Terodde: Wir hatten die Dinger auf dem Fuß

Die Königsblauen starteten am Freitag (23.7.) stark gegen den Hamburger SV, besonders die ersten 30 Minuten brachten die VELTINS-Arena zum Kochen. Dazu trugen vor allem Neuzugang Simon Terodde mit seinem Führungstreffer (7.) und Keeper Michael Langer mit seinem gehaltenen Foulelfmeter (28.) bei. Am Ende blieb das Punktekonto jedoch leer, was vor allem Terodde tief frustete. Besonders eine Szene blieb ihm nach Spielende im Kopf.

Es lief die 61. Spielminute. Acht Minuten vorher hatten die Hamburger durch einen Nachschuss von Robert Glatzel nach einem direkten Freistoß den 1:1-Ausgleich erzielt. Sechs Minuten vorher lief Thomas Ouwejan freistehend auf den HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes zu, scheiterte jedoch am stark parierenden Keeper. Das 2:1 schien greifbar nah, so eben auch in jener 61. Minute.

Pfostentreffer sorgt für Wende

Wieder war Linksverteidiger Ouwejan beteiligt, der eine Ecke von rechts auf den langen Pfosten zog. Dort stand Simon Terodde goldrichtig, köpfte den Ball aufs kurze Eck. Heuer Fernandes wehrte die Kugel zur Seite ab. Der Stürmer ließ nicht locker, startete einen zweiten Angriff. Es kam zum Gestochere, Terodde dabei drei Mal zum Abschluss. Der Ball prallte an den Pfosten, im Anschluss konnten die Nordlichter klären. Eine Szene mit Symbolcharakter.

„So eng ist Fußball. Das sind Zentimeter, die da fehlen“, fasste der 33-Jährige gefrustet zusammen und fügte an: „In dieser Phase müssen wir einfach treffen. Wir hatten die Dinger auf dem Fuß.“ Und es stimmt. Die Knappen erspielten sich aus dem Spiel heraus deutlich mehr größere Chancen als die Gäste. Doch nach dem Pfostentreffer von Terodde fehlte es an Entlastung. Der HSV erhöhte den Druck und zeigte sich kaltschnäuziger.

Der Druck auf den Ball hat gefehlt.

Michael Langer

So analysierte es auch Keeper Michael Langer, der den an Covid-19 erkrankten Ralf Fährmann im Kasten vertrat: „In der zweiten Halbzeit haben wir nach der 65. Minute nicht mehr die Räume bekommen, der Druck auf den Ball fehlte. Hamburg hat es dann auch gut gemacht.“ So gut, dass die Hanseaten kurz vor Schluss den Sack zu machten. „Die Hamburger waren eiskalt, obwohl wir die größeren Chancen hatten. Die Niederlage ist extrem bitter“, resümierte Terodde.

Das verlorene Auftaktspiel schmerzte das Team, kurz nach Abpfiff ging die Köpfe aber schon wieder hoch. Besonders die überragende Atmosphäre in der VELTINS-Arena, für die die 19.770 Zuschauer sorgten, hinterließ Eindruck. „Das war heute eine unglaubliche Stimmung“, sagte Langer nach Spielschluss und richtete rasch den Blick nach vorn: „Wir haben sechs Wochen hart und gut gearbeitet. Das eine Spiel macht uns das nicht kaputt, das spornt uns nur noch mehr an.“

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