Fantastische Aufholjagd reicht am Ende nicht zum Sieg in Chemnitz

Die Schalker Basketballer unterliegen den Niners Chemnitz am dritten Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA nach großem Kampf mit 82:78. Die Königsblauen spielten mit viel Herz und Leidenschaft, konnten die Niederlage gegen den Favoriten am Ende jedoch nicht verhindern.

Im Vorfeld dieses Duells waren die Rollen klar verteilt. Der ungeschlagene Tabellenzweite mit Aufstiegsambitionen aus Chemnitz ging als klarer Favorit in das Spiel, während das Team von Raphael Wilder als Liganeuling den Klassenerhalt anpeilt. Dennoch war natürlich niemand auf Schalker Seite gewillt, die Punkte schon vor Spielende abzuschenken.

Coach Wilder startete zunächst mit Brandon Parrish, Lars Wendt, Adam Touray und Björn Rohwer in das Duell mit den Niners. Die Gastgeber fanden besser in die Partie und erzielten durch Robin Lodders auch die ersten Punkte. Der S04 tat sich dagegen schwer und konnte seine ersten Punkte aus dem Spiel heraus erst nach 04 gespielten Minuten durch Dominique Collier erzielen. Der US-Amerikaner lief nach seinem Nasenbeinbruch erstmals mit einer speziell angefertigten Maske auf und traf per Dreier. Ein weiterer Distanzwurf von Brandon Parrish glich das Spiel aus Sicht der Knappen zum zwischenzeitlichen 8:8 aus. In der Folge konnten sich die Hausherren jedoch ein Polster herausspielen und führten am Ende des ersten Viertels verdient mit 24:14.

Das zweite Viertel verlief dann ausgeglichener. Obwohl die Chemnitzer ihren Vorsprung zunächst bis auf 15 Punkte ausbauen konnten, kamen die Schalker wieder heran und entschieden dieses Viertel letztlich mit 21:20 für sich. Zur Halbzeitpause stand somit ein 44:35 auf der Anzeigetafel und die Fans des Tabellenzweiten wähnten sich in Sicherheit, als sie „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle!“ anstimmten.

Mit viel Herz und Leidenschaft

Raphael Wilder schien die richtigen Worte gewählt zu haben, denn das Team um Kapitän Patrick Carney drehte nach dem Pausentee richtig auf. Brandon Parrish übernahm Verantwortung und brachte die Knappen mit zwei getroffenen Dreiern in Folge wieder in Schlagdistanz. Den Ausgleich besorgte dann Courtney Belger mit einem Korbleger zum 52:52 und ließ die mit 2.250 Zuschauern gefüllte Richard-Hartmann-Halle kurzzeitig verstummen. Björn Rohwer machte mit einem Dunking dann auch dem letzten Zuschauer klar, dass sich der S04 an diesem Tage keineswegs aus der Halle schießen lassen würde. Es war eine von viel Herz und Leidenschaft getragene Aufholjagd der Knappen, die alles in die Waagschale warfen und dafür in dieser Phase auch belohnt wurden. Mit einem 59:59 ging es ausgeglichen in das alles entscheidende Schlussviertel.

Meine Mannschaft hat nie aufgegeben und viel Moral gezeigt!

Raphael Wilder

Raphael Wilder war vor allem mit der Art und Weise zufrieden, wie sein Team beim Tabellenzweiten auftrat: „Meine Mannschaft hat nie aufgegeben und viel Moral gezeigt. Es war eine wirklich großartige Leistung und insgesamt bin ich sehr stolz auf meine Spieler!“

Es blieb eine sehr enge und offene Partie, in der die Chemnitzer allerdings stets die Führung behielten und es Schalke lediglich gelang auszugleichen. Nach knapp fünf gespielten Minuten im letzten Viertel bauten die Sachsen ihren Vorsprung sogar zunächst noch einmal auf neun Punkte aus. Niclas Sperber und Adam Touray mussten anschließend mit fünf Fouls auf der Bank Platz nehmen und Raphael Wilder standen für die letzten Minuten lediglich acht Spieler zur Verfügung, ehe im weiteren Verlauf auch noch Mamadou Gueye mit fünf Fouls aus dem Spiel ausschied. Doch der FC Schalke 04 kämpfte sich auch mit sieben Spielern erneut zurück und machte das Duell zum Ende hin noch einmal richtig spannend! Angriff um Angriff schmolz der Vorsprung der Chemnitzer und eine Minute vor Spielende trauten die Zuschauer ihren Augen nicht, als Courtney Belger die Punkte zum 80:77 erzielte und per Bonus-Freiwurf auf 80:78 verkürzte, nachdem er beim Korberfolg von Landsmann Virgil Matthews gefoult wurde.

Es kam also so, wie Wilder es im Vorfeld der Partie angekündigt hatte. Man wolle das Spiel lange ausgeglichen halten, hatte er gesagt. Matthews und Gilder-Tilbury vergaben im Anschluss ihre Würfe von jenseits der Drei-Punkte-Linie, bevor Raphael Wilder zum Timeout rief. Die Sensation lag in der Luft! Bei noch 22 Sekunden Spielzeit auf der Uhr und Ballbesitz Schalke, bot sich den Knappen sogar die Chance auf den Sieg. Der Angriff konnte dann jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen werden und der Ball landete letztlich im Seitenaus. Die fantastische kämpferische Leistung des Teams blieb somit leider ungekrönt und den Spielern in Königsblau war die Enttäuschung beim Ertönen der Schlusssirene ins Gesicht geschrieben. Malte Ziegenhagen traf anschließend noch von der Freiwurflinie und erhöhte zum 82:78 Endstand.

Kleinigkeiten entscheiden das Spiel

Die kämpferische Leistung der Königsblauen bot allerdings keinen Grund zur Enttäuschung. Dies sah auch Raphael Wilder so. „Es tut mir für das Team unheimlich leid, dass wir am Ende doch verloren haben, denn wir haben wirklich überragend gekämpft. Auf der anderen Seite war Chemnitz heute einfach einen Tick besser, nicht umsonst haben sie quasi das ganze Spiel über geführt. Am Ende fehlte ein wenig die Cleverness. Ein unnötiges Foul hier, ein verlorener Rebound dort. Es waren Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben“, analysierte der erfahrene S04-Coach.

Nun bleibt den Knappen rund eine Woche Zeit, um eben jene Kleinigkeiten abzustellen, damit es gegen die Artland Dragons in der Willy-Jürissen-Halle mit dem nächsten Sieg klappt. Wilder will sein Team zunächst aufrichten. „Ich werde die Mannschaft jetzt in erster Linie wieder aufbauen. Wir hatten gegen Nürnberg die Chance zu gewinnen und waren auch heute nah dran an einem Sieg. Das zerrt irgendwann schon an den Nerven, wenn man solche Spiele nicht gewinnt. Wenn wir aber weiter so hart arbeiten und kämpfen, dann werden wir früher oder später auch dafür belohnt werden“, ist sich der Coach sicher.

Das Heimspiel gegen die Artland Dragons findet am Sonntag, den 14.10. um 18:00 Uhr in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle statt. Tickets können im Ticketshop bestellt und problemlos zuhause ausgedruckt werden.

Punkteverteilung

Collier (3), Gueye (9), Parrish (16), Haucke (2), Sperber (4), Wendt (4), Touray (4), Rohwer (15), Carney (2), Belger (19)

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