Niederlage nach großem Kampf in Elchingen

Es war angerichtet an diesem Samstag: Die Halbfinalserie zwischen dem FC Schalke 04 und den ScanPlus Baskets Elchingen ging in das entscheidende dritte Spie in der Brühlhalle in Elchingen. Eine packende und bis zum letzten Viertel spannende Partie endete mit 67:78 für die Hausherren und besiegelte das Aus für die Schalker im Halbfinale der diesjährigen Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Dennoch überwiegt nach dieser Niederlage der Stolz auf das Erreichte in dieser erfolgreichen Saison.

Coach Raphael Wilder setzte in dieser entscheidenden Partie auf seine mittlerweile angestammte Starting Five um Courtney Belger, Patrick Carney, Shawn Gulley, Niclas Sperber und Michael Agyapong. Die ersten Punkte der Partie erzielte dann Brian Butler für die ScanPlus Baskets, ehe Shawn Gulley den S04 mit einem Dreier nach 1:29 Minuten in der Partie erstmals mit 3:2 in Führung bringen konnte. Es schloss sich eine umkämpfte Anfangsphase beider Teams an, in welcher Michael Agyapong nach 4:06 Minuten für den S04 zum 6:6 ausgleichen konnte. Da die Knappen im Anschluss von der Freiwurflinie schwächelten, konnten die Hausherren mit 9:11 in Führung gehen, doch dann schnappte sich Courtney Belger den Ball per Steal und dunkte das Leder nach 5:06 Minuten zum Ausgleich in die Reuse der Elchinger. Nachlässigkeiten in der Defensive des S04 erlaubten es dem Gastgeber zum Beginn der Schlussminute durch einen And-One von Jere Vucica auf 20:13 davonzuziehen. Durch einen weiteren Punkt an der Linie konnten die Hausherren diesen Vorsprung auf 21:13 zum Viertelende ausbauen. „Wir sind offensiv nicht wirklich gut in die Partie gekommen und Niclas Sperber hat schnell zwei Fouls angehängt bekommen, was nicht förderlich für unseren Rhythmus war. Die Verteidigung war zu Beginn eigentlich ganz okay“, blickte Coach Raphael Wilder auf das erste Viertel.

Die ersten Punkte im zweiten Viertel erzielten die Knappen über Leon Friederici per Tip-In, ehe die ScanPlus Baskets über Brian Butler und Vucica zurück ins Spiel finden konnten. Patrick Carney verkürzte im Anschluss durch seinen ersten Dreier der Partie den Stand auf 18:25 in der Brühlhalle und Shawn Gulley legte umgehend zum 20:25 nach. Die Hausherren fanden jedoch wieder zu ihrem Angriffsspiel und konnten bis 5:34 Minuten im dritten Viertel mit 25:35 in Führung gehen. Shawn Gulley beendete dann den kleinen Lauf der Hausherren und verkürzte im Anschluss auf 27:35. Im Anschluss ging das Spiel auf und ab, so dass die „Elche“ ihre Führung beim Stand von 33:41 aufrechterhalten konnten. Courtney Belger erzielte mit dem letzten Angriff der ersten Halbzeit mit einem Buzzer-Beater den 36:41-Halbzeitstand und verkürzte somit noch einmal für den S04. „Im zweiten Viertel haben wir uns bis auf fünf Punkte an Elchingen herangekämpft, aber wir haben für meinen Geschmack immer noch zu viele Punkte kassiert. Deshalb wollten wir in der zweiten Halbzeit unsere Defense steigern. Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir trotz einer miserablen Freiwurfquote und einiger vergebener Chancen in der Offensive nur fünf Punkte hinter Elchingen waren und somit eine gute Siegchance haben werden, wenn wir unsere Offense ein wenig steigern“, so Wilder.

Spannende Partie entscheidet sich im letzten Viertel zu Gunsten von Elchingen

Nach der Pause starteten die Gastgeber mit zwei erfolgreichen Dreiern von Kristian Kuhn in die Partie, ehe Niclas Sperber für den S04 den Anschluss zum 38:43 wiederherstellen konnte. Courtney Belger legte im nächsten Angriff für die Knappen zum 40:43 nach und brachte das Ergebnis erstmals seit den Anfangsminuten wieder in direkte Schlagdistanz. Doch die Hausherren konnten über Kuhn, Vucica und Lescault wieder zu ihrem Spiel finden, so dass sie nach 4:35 Minuten erneut mit 41:49 in Führung gehen konnten. Die Königsblauen kämpften sich aber erneut heran. Shawn Gulley und RJ Slawson verkürzten für die Knappen auf 45:49, ehe erneut Gulley von der Freiwurflinie zum 46:49 verkürzen konnte. Doch Kuhn traf im Nachfassen für die Hausherren zum 46:51. Auf der Gegenseite stopfte Shawn Gulley den Ball mit Wucht zum 48:51 in die Reuse und ließ die Brühlhalle verstummen. Der nur Sekunden anschließende Gulley-Dunk brachte den S04 auf einen Zähler an die Gastgeber heran, so dass Thomas Szewczyk von der Freiwurflinie erst den 51:51-Ausgleich herstellen konnte und den S04 im Anschluss mit 52:51 in Führung brachte. Postwendend konterten die Elchinger jedoch über Lescault von jenseits der Drei-Punkte-Linie und durch Kristanovic, der von der Freiwurflinie einen Zähler zum 52:55 folgen lassen konnte. 3,8 Sekunden vor Ende des Viertels verwandelte Courtney Belger nur einen seiner beiden Freiwürfe zum 53:55-Viertelendstand. „Unsere Defense wurde im dritten Viertel immer besser und so konnten wir den Abstand auf Elchingen verkleinern und das erste Mal seit der Anfangsphase wieder kurz in Führung gehen“, hielt Wilder fest.

Zu Beginn des Schlussviertels konnten sich die ScanPlus Baskets durch einen Dreier von Filmore Beck beim Stand von 53:57 ein wenig Luft verschaffen, doch Courtney Belger brachte den S04 von der Freiwurfline beim Stand von 55:57 wieder in Schlagdistanz. Für Elchingen legte erst Brian Butler von der Freiwurflinie zum 58:61 vor, doch dann netzte Szewczyk aus dem Fastbreak trocken einen Dreier zum 61:61-Ausgleich ein. Filmore Beck zog im Anschluss durch einen Dreier aus der Ecke die Führung wieder auf die Seite der Gastgeber und Hayden Lescault erhöhte diese Führung 5:20 Minuten vor dem Ende der Partie auf 61:66. Als dann auch noch Stefan Fekete einen Dreier zum 61:69 folgen ließ, hatten sich die Hausherren 4:25 Minuten vor Ende der Partie eine komfortable Führung erspielt, die Kristian Kuhn zum 61:71 erhöhen konnte. Damit war die Entscheidung in dieser Partie gefallen, weil die Königsblauen zwar noch einmal fighteten, aber zwei Mal den Ball in der Offensive verloren und keine entscheidenden Stopps mehr in der Defensive setzen konnten. Die Knappen schieden am Ende mit einer 67:78-Niederlage im Spiel 3 des Halbfinals bei den ScanPlus Baskets Elchingen aus den Playoffs aus und verpassten somit den Einzug in das Finale. „Wir haben uns kontinuierlich zurück in die Partie gekämpft und erneut den Ausgleich beim Stand von 61:61 herstellen können. Leider haben sich dann drei kleine Fehler in unserer Defensive eingeschlichen, welche Elchingen allesamt schmerzlich von der Dreierlinie bestrafte und sich so ein vorentscheidendes Polster erarbeitete. Wir waren danach ein Stück weit kraftlos und es fehlten die Impulse von der Bank, die uns hätten zurück ins Spiel bringen können. Wir haben uns dennoch nicht aufgegeben und weitergespielt, aber hatten in der Offensive einfach nicht genug Optionen um dieses Spiel heute zu gewinnen, was definitiv nicht unmöglich war heute“, so Wilder über das Schlussviertel.

Der Stolz überwiegt für Wilder und Steinert

Mit dieser Niederlage im dritten Spiel des Halbfinals ist die Saison für die königsblauen Korbjäger nun beendet, aber S04-Coach Raphael Wilder betont, dass der Stolz auf diese Mannschaft, die Enttäuschung über das Saison-Aus übertrumpft. „Das Saisonfazit kann nur sehr, sehr positiv ausfallen. Wir haben aus einer Mannschaft, die zusammengestellt wurde um irgendwie die Playoffs zu erreichen, wirklich ein gutes Team geformt, das an einem Strang gezogen hat und eine fantastische Rollenverteilung hatte. Wir haben einige Spieler in unseren Reihen gehabt, die auf diesem Level und in solch einer Rolle noch nie zuvor gespielt haben. Alle 14 Spieler haben einen großartigen Job gemacht und jeder Einzelne hat seinen Anteil an diesem Erfolg! Mit diesen Jungs einen so langen Weg zurückgelegt zu haben, ist wirklich großartig“, blickte Coach Wilder auf die Saison zurück“, so Wilder.

Auch für Vorstand Marketing und Leiter Profisport Tobias Steinert überwiegt der Stolz auf das Erreichte die Enttäuschung über das Ausscheiden. „Vor der Saison hatte uns niemand auf dem Zettel, wenn es darum ging, die Paarungen für das Halbfinale der ProB zu bestimmen. Diese Mannschaft hat in dieser Saison wirklich alle in ihren Bann gezogen und mit ihrer kämpferischen und begeisterungsfähigen Art und Weise dafür gesorgt, dass wir den höchsten Zuschauerschnitt der jüngeren Vereinsgeschichte erreichen konnten. Unsere Fans haben dafür gesorgt, dass wir zu Hause eine Macht geworden sind und nur ein Heimspiel in dieser Saison knapp verloren geben mussten. Wir sind erstmals in der Vereinsgeschichte unter die besten vier Teams des professionellen Basketballs vorgedrungen. Mein Dank gebührt jedem einzelnen unserer 14 Spieler, unserem Headcoach Raphael Wilder und unserem Assistant Coach Alexander Osipovitch. Diese Beiden haben es geschafft, den maximalen Erfolg aus dieser Mannschaft herauszuholen. Jetzt werden wir die zurückliegende Saison analysieren und die Offseason starten, um uns auf die kommende Spielzeit, in welcher Liga diese auch sein mag, vorzubereiten“, so Steinert. „Ich danke auch meinem Team bestehend aus Simon Schneider und Alexander Mihm, unserem Eventteam mit unserem Hallensprecher Christian Kerkhoff an der Spitze und unseren ehrenamtlichen Helfern, ohne die unsere Heimspiele nicht möglich wären. Ihr habt wirklich alle in dieser Saison einen riesigen Job gemacht und dazu beigetragen, dass wir auch abseits des Feldes einen absolut professionellen Auftritt hinlegen konnten.“

Shawn Gulley 22, Courtney Belger 17, Thomas Szewczyk 8, Patrick Carney 7, Leon Friederici 4, RJ Slawson 3, Michael Agyapong 2, Salman Manzur 2, Niclas Sperber 2, Timo Volk, Lennart Weichsel, Jonas Peters dnp

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