S04 gelingt der Befreiungsschlag gegen Karlsruhe

Am 29. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA empfingen die Basketballer des FC Schalke 04 den direkten Tabellennachbarn PS Karlsruhe LIONS zu einem Do-or-Die-Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Nach einer starken kämpferischen Leistung setzten sich die Königsblauen am Mittwochabend (11.03.) mit 98:91 durch und verschafften sich im Kampf um den Klassenerhalt etwas Luft.

Auch die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA bleibt von den Auswirkungen durch die Verbreitung von COVID 19 nicht verschont.  Die so wichtige Begegnung zwischen den Basketballern des FC Schalke 04 und den Lions fand daher leider ohne Zuschauer statt. Doch die Schalker ließen sich von der ungewöhnlichen Situation vor leeren Rängen nicht aus der Ruhe bringen. Die ersten Punkte im „Geisterspiel“ erzielte Shawn Gulley für die Königsblauen, der sich gegen den Ex-Schalker Niklas Sperber durchsetzen konnte. Für die erste Führung sorgte Bjönr Rohwer per Dreier zum 5:2. Diese konnte Adam Touray nach drei gespielten Minuten durch seinen energischen Zug zum Korb auf 7:2 ausbauen. In der Folge nahmen die Schalker viele Würfe von außen, die ihr Ziel nicht finden wollten. Die Karlsruher hingegen gingen zum Korb und zogen in der Anfangsphase viele Fouls. Per Freiwurf konnten sie zum 7:7 ausgleichen. Shavar Newkirk war es, der per Dreier die erneute Führung für die Königsblauen besorgte. Dieser wurde zwar wiederum vom starken Orlando Parker gekontert, doch Courtney Belger war seinerseits im nächsten Angriff der Knappen von jenseits der Dreierlinie erfolgreich. Doch auch in der Verteidigung steigerten die Schalker nun die Intensität. Nach siebeneinhalb gespielten Minuten leitete ein starker Block von Touray einen Fastbreak ein, den Belger erneut mit einem Dreier zum 16:10 erfolgreich abschließen konnte. Die Lions reagierten und nahmen daraufhin eine Auszeit. Dies schien zu funktionieren, denn die Gäste holten Punkt für Punkt auf und gingen anderthalb Minuten vor Ende des 1. Viertels mit 16:17 in Führung. Diese konnte Johannes Joos jedoch im direkten Gegenangriff aus Sicht der Schalker egalisieren. Mit einer knappen 19:17-Führung ging es in die Viertelpause.

Zu Beginn des 2. Viertels konnten die Karlsruher direkt ausgleichen, im nächsten Angriff mit 19:21 in Führung gehen und diese in der Folge auf 20:23 ausbauen. Aus Sicht der Königsblauen hielt in dieser Phase vor allem Joos sein Team im Spiel. Zunächst glich er per Dreier zum 23:23 aus, wenig später war er ebenfalls aus der Mitteldistanz erfolgreich. Doch die Karlsruher spielten weiter konzentriert ihre Angriff zu Ende. Nach dem 25:30-Rückstand musste S04-Coach Alexander Osipovitch eine Auszeit nehmen. Dennoch konnten sich die Gäste in der Folge weiter auf 25:33 absetzen. Vier Minuten vor der Halbzeit konnte Thomas Szewczyk mit einem erfolgreichen Dreier zum 28:33 verkürzen. Newkirk attackierte daraufhin aggressiv den Korb und stellte mit einem And-One auf 31:36. Osipovitch hatte nun auf eine Zonenverteidigung und Ganzfeldpressing umgestellt. Das zahlte sich sofort mit einem Ballgewinn aus. In der Offensive konnte Touray dadurch mit einer schönen Bewegung zum 33:36 einnetzen. Für das Highlight sorgte er aber in der Defense. Mit einem Monsterblock verhinderte er erst die Punkte der Lions und im Fastbreak bediente ihn Newkirk – 35:36. In einer ausgeglichenen Partie fand Belger mit einem sehenswerten Zuspiel Joos zum 37:39. Bis zur Pause waren wieder  Belger und Joos erfolgreich. Kurz vor der Halbzeitsirene stellte Belger per Mitteldistanzwurf auf 43:46.

Joos muss nach Nasenverletzung zuschauen

Auch der Beginn der zweiten Hälfte war ausgeglichen. Für die Schalker war Rohwer zum 45:46 erfolgreich, nach zwei gespielten Minuten traf Gulley nach einem schönen Spin-Move zum 48:49. In der Verteidigung war es wieder Touray, der mit seinem Block die Schalker Ersatzbank von den Sitzen riss. Am offensiven Brett besorgte Touray mit seinem Tip-In für die 52:51-Führung. Parker konnte zwar per Dreier erneut für den Führungswechsel sorgen, doch der starke Rohwer traf seinen Dreierversuch ebenfalls und brachte die Königsblauen mit 55:54 in Front. Nun lief es in der Offensive der Knappen. Gulley verwandelte trotz Foul mit einem And-One zum 58:54 und Rohwer war nun von außen heiß gelaufen und erneut per Dreier zum 61:54 erfolgreich. Newkirk konnte die Führung nach sechs gespielten Minuten durch zwei Freiwürfe auf neun Punkte ausbauen, Rohwer sorgte seinerseits per Freiwurf für die erste zweistellige Führung in der Partie (64:54). In der Folge schlossen die Königsblauen ihre Angriffe jedoch zu überhastet ab. Bitter in dieser Phase: Johannes Joos verletzte sich bei einer Defensivaktion und musste mit Nasenbluten das Feld verlassen. Für ihn war die Partei damit leider beendet. Joos erlitt in dieser Saison schon einmal einen Nasenbeinbruch. Weitere Untersuchungen folgen am Donnerstagvormittag, eine genaue Diagnose steht daher noch aus. Die Lions nutzten diesen Schock und konnten zwei Minuten vor Ende des 3. Viertels auf 64:60 verkürzen. Mit einer 67:63-Führung ging es ins letzte und entscheidende Viertel.

Den besseren Start ins 4. Viertel erwischten die Karlsruher. Sie glichen zunächst aus (67:67) und konnten durch fünf schnelle Punkte die Partie nach drei gespielten Minuten zu ihren Gunsten drehen (69:72). Touray beendete den kurzen Run mit einer schönen Bewegung zum 71:72. Doch die Lions trafen weiterhin ihre Drei-Punkte-Würfe zielsicher und konnten sich bis auf 71:78 absetzen. Die Schalker ließen aber die Köpfe nicht hängen, ganz im Gegenteil: In der Offensive waren es Belger und Rohwer, die jetzt das Heft in die Hand nahmen. Zunächst traf Belger seinen Dreier zum 74:78, wenig später war Rohwer ebenfalls erneut von außen zum 77:80 erfolgreich. Zu diesem Zeitpunkt waren noch knapp fünf Minuten zu spielen. Belger und Rohwer sorgten in der Folge mit jeweils zwei Punkten für das 81:82. Mit 24 Punkten war Belger am Ende der Partie der Topscorer des S04. Zudem verteilte er fünf Assists und holte sich sechs Rebounds. Rohwer kam auf starke 21 Punkte.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende war es Newkirk, der mit seinem Dreier die Königsblauen mit 86:85 in Führung brachte. Die beiden besten Schalker bauten die Führung aus: Belger mit zwei Punkten nach schönem Zuspiel von Rohwer 88:85. In der Defensive standen die Knappen jetzt sicher. Und vorne war es Touray, der beim Tip-In gefoult wird und traf trotzdem. Somit lagen die Königsblauen anderthalb Minuten vor Schluss mit 90:85 in Führung. Die Lions gaben sich aber noch nicht auf, denn es ging nicht nur um den Sieg in diesem Spiel, sondern auch um den direkten Vergleich beider Mannschaften. Das Hinspiel gewannen die Lions mit vier Punkten Differenz.

Der starke Parker verkürzte per Dreier nochmal auf 90:88. Dieser musste allerdings anschließend mit seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen und konnte somit seinem Team nicht mehr helfen. Die beiden fälligen Freiwürfe verwandelte Rohwer zum 92:88. Karlsruhe war in seinem folgenden Angriff nicht erfolgreich und so waren sie gezwungen, schnell zu  foulen. Newkirk traf zwar nur seinen ersten Freiwurf, doch Rohwer war zur Stelle und konnte sich den Offensivrebound sicher. Newkirk kam erneut an den Ball und konnte wieder einen von zwei Freiwürfen verwandeln. 30 Sekunden vor Ende stand es damit 94:88. Vorne ließ Newkirk so zwar 50 Prozent seiner Punkte liegen, aber in der Defensive war er erfolgreicher: Er sprang entschlossen auf den freien Ball und provozierte somit den Turnover der Gäste. So blieb den Lions abermals nichts anderes übrig, als erneut zu foulen. Dieses Mal stand Belger an der Linie und stellte auf 96:88. Den Schlusspunkt setzte wieder Newkirk, erneut von der Freiwurflinie. Er verwandelte beide Versuche zum 98:91-Endstand. Damit entschieden die Königsblauen auch den direkten Vergleich für sich. Nach der Partie ging die Mannschaft geschlossen zum verletzten Johannes Joos, der abseits des Feldes saß und bildete den Huddle um ihn.

Headcoach Alexander Osipovitch zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zufrieden: „Das war ein „Do-or-Die-Spiel. Ab jetzt ist jedes Spiel ein kleines Finale. Heute haben Einstellung und die Konzentration gestimmt und wir waren in den wichtigen Situationen da. Ich bin heute sehr stolz auf die Mannschaft.“ Allerdings ist er sich auch der prekären Tabellensituation bewusst.  „Wir müssen weiterarbeiten und jetzt in jedem Spiel so eine Leistung zeigen. Wir können den Sieg heute genießen, einen Grund zu feiern gibt es aber noch nicht.“

Derby gegen Phoenix Hagen abgesagt

Wann das nächste Spiel sein stattfinden wird, ist allerdings noch ungewiss. Während des Spiels veröffentlichte die BARMER 2. Basketball Bundesliga ein Statement, in dem sie den kommenden 30. Spieltag aussetzte. Das Derby gegen Phoenix Hagen, das für Sonntag, den 15.03. angesetzt war, findet somit nicht statt. In der kommenden Woche werden die Verantwortlichen der Vereine in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über den weiteren Saisonverlauf beraten und über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Punkteverteilung: Newkirk (16), Jean-Louis (-), Joos (11), Dunn (-), Touray (16), Szewczyk (3), Rohwer (21), Gulley (7), Wessel (-), Belger (24)

Punkteverteilung:

Newkirk (16), Jean-Louis (-), Joos (11), Dunn (-), Touray (16), Szewczyk (3), Rohwer (21), Gulley (7), Wessel (-), Belger (24)

Das Spiel im Re-Live

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

191103_S04LEV (29)-2

S04 beantragt keine ProA-Lizenz

Der FC Schalke 04 e.V. hat sich entschlossen, für seine Basketballmannschaft keine Lizenz für die kommende Spielzeit in der BARMER 2. Basketball Bundesliga zu beantragen.

DSC_3956

Thomas Szewczyk konzentriert sich künftig auf seine hauptberufliche Karriere und verlässt den FC Schalke 04

Point Guard Thomas Szewczyk verlässt die Basketballer des FC Schalke 04 und konzentriert sich künftig auf seine berufliche Karriere. Der 28-Jährige widmet sein Hauptaugenmerk nun der Endphase seines Studiums und wird sich in seiner Freizeit einem unterklassigen Team anschließen.

191231_Steinert_V2

04 Fragen an… Abteilungsleiter Tobias Steinert

Der Spielbetrieb in der BARMER 2. Basketball Bundesliga wurde am Dienstag (17.03.) vorzeitig beendet. Zudem beschlossen die Vereine, dass es in der Saison 2019/2020 keine Absteiger gibt. Die Basketballer des FC Schalke 04 halten somit die Klasse und verbleiben sportlich in der ProA. Abteilungsleiter Tobias Steinert über das abrupte Saison-Aus, sein Saison-Fazit und die aktuelle Situation.

Bälle

Spielbetrieb in der ProA und ProB wird vorzeitig beendet

Nachdem Mitte letzter Woche entschieden wurde, den Spielbetrieb für den 30. Spieltag der ProA sowie die Playoffs und Playdowns in der ProB auszusetzen, hat die 2. Basketball Bundesliga GmbH, nach Beratung mit den 41 Bundesligisten, am heutigen Dienstag (17.03.2020) beschlossen, den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung zu beenden.