S04 unterliegt Science City Jena nach großem Kampf

Am vergangenen Samstag (26.10.) war Science City Jena zu Gast am 7. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga in der Willy-Jürissen-Halle. Der Bundesliga-Absteiger ging als klarer Favorit in die Partie, die Schalker waren dennoch lange Zeit auf Augenhöhe und schnupperten an einer Überraschung. Ein starkes Schlussviertel reichte den Thüringern aber um die Partie am Ende für sich zu entscheiden. Für die Königsblauen geht es bereits am kommenden Donnerstag (31.10) mit einem Auswärtsspiel in Trier weiter, bevor am Sonntag (03.11.) beim nächsten Heimspiel die Bayer Giants Leverkusen in Oberhausen zu Gast sind.

S04-Coach Raphael Wilder konnte, im Vergleich zum Spiel in Rostock, wieder auf Shawn Gulley und Shavar Newkirk zurückgreifen. Gulley fiel aufgrund einer Grippe aus, Shavar Newkirk stand in dieser Saison zum ersten Mal überhaupt im Kader, nachdem er sich in einem Vorbereitungsspiel eine Knie-Blessur zugezogen hatte. Wilder vertraute seiner erfolgreichen Starting Five aus der Vorwoche und schickte Marley Jean-Louis, Jordan Spencer, Darnell Dunn, Adam Touray und Courtney Belger auf das Parkett.

Das Spiel begann aufgrund technischer Probleme mit dem Scouting-System mit etwas Verzögerung, nahm dann aber schnell Fahrt auf. Beide Teams gingen ein hohes Tempo und suchten schnell den Abschluss. Auf Seiten der Gäste hatte Power Forward Julius Wolf einen guten Start erwischt und versenkte in der Anfangsphase drei Dreier. Das erste Ausrufezeichen setzte Adam Touray mit einem krachenden Dunk. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, nach 8 Minuten stand es 15:15. Angeführt vom wiedergenesenen Shavar Newkirk konnten sich die Knappen zum Ende des ersten Viertels mit 22:18 leicht absetzen.

Das zweite Viertel war geprägt von umkämpften Duellen unterm Korb. Adam Touray und Björn Rohwer hatten mit Alexander Herrera und Julius Wolf starke Gegenspieler. Durch Fouls auf beiden Seiten kam es zu vielen Unterbrechungen. Bei den Freiwürfen ließen die Knappen einfache Punkte liegen, doch Touray holte sich immer wieder wichtige Rebounds und so gingen die Königsblauen mit einer 40:37-Führung in die Halbzeitpause.

Die Gäste aus Jena kamen deutlich besser aus der Kabine und drehten direkt die Partie (40:43), doch an der Verteidigung der Schalker lag es nicht. Vielmehr lief es in der Offensive nicht mehr so, wie in der ersten Halbzeit. Die einzigen Schalker Punkte konnten durch Freiwürfe erzielt werden. Erst nach über 8 Minuten erzielte Johannes Joos die ersten Punkte aus dem Feld für den S04. Bis dahin hatte sich Jena jedoch dank des gut aufgelegten Bradley Lösing bereits mit 46:54 abgesetzt. Coach Wilder nahm daraufhin eine Auszeit und stellte auf eine Zonenverteidigung um, die sofort Früchte trug. Schalke kämpfte sich wieder ran und konnte sogar noch ausgleichen: Mit einem Buzzerbeater traf Shavar Newkirk per Dreier zum umjubelten 56:56 und riss die Schalke-Fans damit aus den Sitzen.

Die Entscheidung fiel im dritten Viertel

Doch dieser Aufschwung konnte nicht mit in das letzte Viertel genommen werden. Wieder erwischte Jena den besseren Start. Die Fans der Königsblauen hatten sich erhoben, um auf die ersten Punkte ihrer Mannschaft zu warten. Erst nach 3 gespielten Minuten erlöste der auffälligste Schalker, Adam Touray, sie zum 58:60. Insgesamt unterliefen den Knappen aber zu viele leichte Fehler, vor allem in der Verteidigung. Joschka Ferner traf für die Thüringer zwei Dreier in Folge, sodass sich Jena 6 Minuten vor dem Ende mit 58:66 absetzte. Dem konnte Schalke nichts mehr entgegensetzen. Newkirk verkürzte 40 Sekunden vor Schluss per Dreier noch einmal zum 75:81, doch die Gäste spielten die Partie abgezockt herunter, holten zwei Offensivrebounds in Folge und gewannen schließlich mit 75:84.

Drei Viertel lang konnte das Team von Coach Raphael Wilder die Partie ausgeglichen gestalten. Die Überraschung lag in der Luft und die Schalke-Fans, die trotz des Fußball-Derbys den Weg in die Willy-Jürissen-Halle fanden, unterstützten ihre Mannschaft lautstark, doch am Ende hat es nicht gereicht. Jena-Coach Frank Menz fand nach dem Spiel lobende Worte für die Königsblauen: „Schalke hat uns das Leben schwer gemacht. Wir mussten drei Viertel lang für jeden Punkt hart arbeiten. Im vierten Viertel hatten wir dann offensiv den Rhythmus.“

Ähnlich sah es auch Raphael Wilder: „Wir haben aufgrund des vierten Viertels verdient verloren. Wir haben es drei Viertel lang gut gemacht und kassieren dann bei einem Zwei-Punkte-Rückstand zwei Dreier. Zu viele Spieler, die sonst viel besser Spielen, haben nicht so gut genug gespielt. Das sind nicht die unbedingt die Teams, die wir schlagen müssen, aber ich hatte heute das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.“ Ein Extra-Lob verdiente sich Shavar Newkirk, der nach seiner sechswöchigen Auszeit und ohne Spielpraxis 18 Punkte erzielte.

Die nächste Aufgabe für die Königsblauen steht mit dem Auswärtsspiel bei den Römerstrom Gladiators Trier bereits am kommenden Donnerstag (31.10.) an. Das nächste Heimspiel findet am kommenden Sonntag (03.11.) um 18.00 Uhr gegen die Bayer Giants Leverkusen statt. Marley Jean-Louis blickte den kommenden Duellen nach dem Spiel gegen Jena mit Zuversicht entgegen: „Wenn wir weniger Fehler machen, können wir mit breiter Brust in die nächsten Spiele gehen.“

Punkteverteilung:

Newkirk (18), Hightower (7), Jean-Louis (7), Spencer (11), Joos (4), Dunn (-), Touray (19), Szewczyk (-), Rohwer (5), Gulley (-), Belger (4)

Das Spiel im Re-Live

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