Schalker Basketballer reißen Hamburg Towers nieder

Zum 25. Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA gastierten die Hamburg Towers am Freitagabend (01.03.) in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle. Die Königsblauen kamen nach einem zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstand zurück, zwangen die Towers in die Overtime und gewannen am Ende völlig verdient mit 99:90 gegen den Tabellenzweiten.

S04-Coach Raphael Wilder änderte seine Starting-Five im Vergleich zu den letzten Wochen auf einer Position. Neben Brandon Parrish, Adam Touray, Björn Rohwer und Courtney Belger schickte er Kapitän Patrick Carney an Stelle von Shavar Newkirk auf das Feld. Der in der Vorwoche aufgrund einer Handverletzung ausgefallene Niclas Sperber konnte zumindest auf der Bank Platz nehmen, wenngleich er ebenso wie der angeschlagene Jacob Mampuya, noch nicht wieder zum Einsatz kommen sollte. Die Hamburger mussten derweil auf den bekennenden Borussen Rene Kindzeka verzichten, der im Vorfeld des Hinspiels noch im schwarz-gelben Trikot posierte. Er fehlte aufgrund eines Innenbandanrisses im linken Knie. Gute Besserung, Rene!

Die Schalker erwischten einen guten Start in die Partie. Adam Touray erzielte die ersten Punkte der Partie, doch Andrew Barham konnte postwendend ausgleichen. Nachdem es zunächst ausgeglichen weiterging, leitete Björn Rohwer mit einem Treffer von jenseits der Drei-Punkte-Linie einen Schalker Run ein. Die Königsblauen erspielten sich über Courtney Belger, Austin Arians und Adam Touray eine 11-Punkte-Führung (19:8). Im Folgenden ließen die Knappen jedoch einige Punkte liegen und so kamen die Towers durch einen getroffenen Dreier von Hrvoje Kovacevic zum Viertelende nochmal auf 21:17 heran.

Das zweite Viertel begann wie das erste aufgehört hatte, mit einem Dreier von Kovaceviv, der die Towers auf einen Punkt heran brachte. Courtney Belger fand die passende Antwort und traf seinen Sprungwurf samt Bonusfreiwurf, doch wenige Minuten später war es Justin Raffington, der für die Gäste zum Ausgleich traf. Anschließend kippte das Spiel zu Gunten der Hamburger, die sich kurz vor der Halbzeit mit 7 Punkten absetzen konnten (38:45).

Im dritten Viertel spielten die favorisierten Hamburger ihre ganze Klasse aus. Die Königsblauen schafften es zu selten, die Hanseaten in der Defensive zu stoppen.  Oft gelang dies nur auf Kosten eines Fouls, sodass die Foulgrenze bereits zur Mitte des Viertels erreicht war. So bauten die Wilhelmsburger ihre Führung auf zwischenzeitlich 16 Punkte weiter aus (44:61). Nach einem überharten, unsportlichen Foul von Tevonn Walker an Courtney Belger und anschließenden Treffern von Björn Rohwer sowie erneut Belger, kamen die Knappen gegen Ende des Viertels noch einmal etwas heran. So stand es vor den finalen 10 Minuten 52:66.

Wahnsinns-Comeback im vierten Viertel

Im letzten Viertel drehte der S04 dann auf! Nach zwei Freiwürfen von Adam Touray, einem getroffenen Dreier und einem krachenden Dunking von Brandon Parrish, betrug die Führung der Gäste plötzlich nur noch sieben Punkte (59:66). Die Towers brachten sich dann auch selbst aus dem Rhythmus, als Geburtstagskind Beau Beech sein zweites technisches Foul innerhalb von drei Minuten kassierte, nur unter lautstarkem Protest aus der Halle geleitet werden konnte und seinen Ehrentag fortan allein im Kabinentrakt verbringen musste. In der Folge kamen die Knappen bis auf fünf Punkte heran (70:75) und die Zuschauer in der Willy-Jürissen-Halle erhoben sich für eine leidenschaftlich kämpfende Schalker Mannschaft.

Als Shavar Newkirk dann einen Freiwurf verwandelte und nach dem zweiten, verworfenen Freiwurf, seinen eigenen Rebound holte um zwei weitere Punkte nachzulegen, gab es in der Halle kein Halten mehr!  Im Anschluss beging Jannik Freese sein fünftes Foul und musste das Parkett daraufhin ebenfalls verlassen. Erneut war es Shavar Newkirk, der dieses Mal beide Freiwürfe verwandelte und damit den viel umjubelten Ausgleich erzielte (75:75). Den Knappen war durch einen sensationellen 14:0-Lauf tatsächlich das Comeback gelungen! Beim Stand von 79:79 und noch 8 Sekunden auf der Uhr vergaben die Schalker dann jedoch den Matchball, als Newkirk beim finalen Angriff ausrutschte und sein Notwurf nur auf dem Ring landete. Overtime!

Es war selten so laut in der Willy-Jürissen-Halle, wie in dieser Phase des Spiels. Die Zuschauer honorierten die kämpferische Leistung der Schalker Mannschaft und diese zahlte die Unterstützung mit Herz, Leidenschaft und einer tollen Leistung auf dem Feld zurück. Angeführt von einem überragenden Courtney Belger (32 Punkte, 12 Assists, 6 Rebounds), erwischten die Blau-Weißen in der Verlängerung den besseren Start. Mit zwei in Folge getroffenen Dreiern von Newkirk und Belger machten sie von Beginn an deutlich, dass der Sieger an diesem Tage nur FC Schalke 04 heißen konnte. Die dezimierten Hanseaten versuchten noch dagegen zu halten, doch spätestens nachdem Björn Rohwer und Shavar Newkirk zwei weitere Dreier einnetzen und den Vorsprung auf 10 Punkte hochschraubten, war die Messe gelesen. Towers-Coach Mike Taylor fing sich kurz zuvor noch ein technisches Foul ein. Den Schlusspunkt setzte dann Max Montana, indem er per Drei-Punkte-Wurf noch ein wenig Ergebniskosmetik betrieb. Am Ende schlug der FC Schalke 04 den haushohen Favoriten und bis dato Tabellenzweiten Hamburg Towers nach einer spannenden Partie, die bis in die Overtime ging, mit 99:90.

Nach der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen und die Schalke-Fans zollten ihrem Team mit stehenden Ovationen den verdienten Respekt. Auch Raphael Wilder hob die starke kämpferische Leistung seiner Mannschaft, vor allem in der Overtime, hervor: „Ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben und bin sehr stolz auf mein Team. Vor allem, nachdem wir in der letzten Woche so unglücklich verloren haben. Meine Mannschaft hat heute sehr viel Herz gezeigt und wir haben endlich mal acht Dreier getroffen, was heute den Unterschied gemacht hat. In der Overtime haben wir besser, schlauer gespielt und uns nicht provozieren lassen.“

Keine Zeit zum Feiern

Die Feierlichkeiten dauerten jedoch nicht allzu lange an, denn bereits am Samstagmorgen ging es für die Schalker Richtung Kirchheim. Bereits am Sonntag (03.03.) treffen sie im Rahmen des Doppelspieltags um 17 Uhr auf die Kirchheim Knights. Am kommenden Samstag (9.03.) steht dann das nächste Heimspiel auf dem Programm. Um 19 Uhr ist mit dem Tabellenführer, den NINERS Chemnitz, der nächste Favorit zu Gast in der Willy-Jürissen-Halle, den die Königsblauen zu Fall bringen wollen.

Punkteverteilung

Newkirk (13), Parrish (9), Haucke (-), Sperber (-), Touray (15), Szewczyk (2), Rohwer (19), Carney (4), Belger (32), Arians (5), Mampuya (-)

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