0:3 in Frankfurt – Gut gespielt, dennoch verloren

Eine über weite Strecken gute Leistung des FC Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt ist nicht belohnt worden. Stattdessen stand am Samstag (21.1.) beim Schlusspfiff eine 0:3-Niederlage der Königsblauen auf dem Videowürfel im Deutsche Bank Park. Die Knappen verbuchten gegen den Champions-League-Achtelfinalisten in beiden Halbzeiten gute Chancen, wussten diese aber nicht zu nutzen. Zudem hatten sie mehr Ballbesitz und gewannen mehr Zweikämpfe als der Gegner. Extrem effizient zeigten sich die Platzherren, für die Jesper Lindström in der 22. Minute sowie Rafael Borré (84.) und Aurelio Buta (90.+1) in der Schlussphase erfolgreich waren.

Drei Bundesliga-Premieren

Chef-Trainer Thomas Reis schickte seine Mannschaft in einer 4-2-3-1-Formation aufs Feld. Zwei der elf Spieler aus der Startelf feierte dabei ihre Bundesliga-Premiere. Jere Uronen, in der Winterpause von Stade Brest verpflichtet, lief als Linksverteidiger auf. Soichiro Kozuki, der vor wenigen Wochen aus der U23 in den Kader der Lizenzmannschaft befördert worden war, begann auf der rechten Außenbahn. In der 82. Minute wurde zudem Michael Frey eingewechselt. Der Angreifer, erst tags zuvor von Royal Antwerpen zu den Knappen gestoßen, war ebenfalls erstmals in der Bundesliga am Ball.

Aluminium verhindert zweimal den Ausgleich

Die Knappen begannen mutig, präsentierten sich von Beginn an zweikampffreudig und arbeiteten gut gegen den Ball. Nach nicht einmal zwei Minuten hatte der S04 bereits eine erste gute Möglichkeit. Danny Latza war 19 Meter vor dem Frankfurter Kasten gefoult worden. Den fälligen Freistoß führte der Kapitän selbst aus, setzte diesen letztlich aber in die Mauer. Auf der anderen Seite sorgte Randal Kolo Muani wenig später erstmals für Gefahr. Der Franzose war steil geschickt worden, zog mit Tempo in den Sechzehner und schloss ab. Die Kugel wurde dabei noch entscheidend abgefälscht und landete links neben dem königsblauen Gehäuse (5.). Elf Minuten später stand der Vize-Weltmeister erneut im Mittelpunkt. Nach einem Doppelpass mit Mario Götze kam Randal Kolo Muani aus 18 Metern zentraler Position zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig. So verfehlte das Spielgerät sein Ziel.

Der S04, der sich im gesamten ersten Durchgang taktisch sehr gut eingestellt zeigte, hatte in Soichiro Kozuki einen Aktivposten. Nach 21 Minuten versuchte der Japaner aus spitzem Winkel sein Glück, platzierte seinen Versuch von rechts dann aber links am Tor vorbei. Nahezu im direkten Gegenzug gingen die Hessen in Führung. Torschütze zum 1:0 war Jesper Lindström. Der dänische Nationalspieler nahm nach einem Pass von Randal Kolo Muani rechts Fahrt auf, versetzte Henning Matriciani am Strafraumrand und schloss anschließend mit rechts ab. Sein Schuss aus leicht spitzem Winkel schlug im linken oberen Toreck ein. Alexander Schwolow war dabei ohne Abwehrchance.

Den Rückstand steckten die Königsblauen gut weg. Binnen weniger Minuten hatte die Mannschaft von Thomas Reis gleich mehrfach die Chance, um auszugleichen. Zunächst verpasste Simon Terodde eine Bülter-Hereingabe von rechts ganz knapp. Dem Stürmer fehlten im Zentrum zwei Schuhgrößen, um an den Ball zu kommen (27.). Keine 60 Sekunden später verhinderte dann Kevin Trapp einen Torerfolg der Schalker Nummer 9, die nach einer Latza-Flanke von links einen Kopfball auf das lange Eck platziert hatte. Der Schlussmann der Gastgeber reagierte aber glänzend und lenkte das Leder noch an den Außenpfosten.

Vier Zeigerumdrehungen später stand auch Soichiro Kozuki das Aluminium im Weg. Der Bundesliga-Debütant nagelte die Kugel aus halbrechter Position aus sieben Metern an den rechten Pfosten. Auch Marius Bülter hatte das Glück nicht auf seiner Seite. Von Soichiro Kozuki angespielt, schloss der Offensivmann direkt ab. Evan Ndicka fälschte den Abschluss dann aber noch entscheidend ab (33.). Die letzten beiden Abschlüsse vor dem Seitenwechsel gehörten dann noch einmal der SGE. Jesper Lindström schloss in der 37. Minute aus ähnlicher Position wie bei seinem Tor ab, verfehlte dieses Mal aber das Ziel. Gleiches galt für Eric Junior Dina Ebimbe, der kurz vor dem Pausenpfiff aus 18 Metern über das Tor schoss.

Zwei späte Gegentreffer

Direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die mitgereisten Schalker Fans einen Torjubel bereits auf den Lippen. Soichiro Kozuki war nach einem Uronen-Freistoß von links per Kopf zum Abschluss gekommen. Kevin Trapp verhinderte mit einer Glanzparade aber das 1:1 (47.). Vier Minuten danach hatten die Gastgeber in Person von Eric Junior Dina Ebimbe dann wieder eine Chance. Dessen Abschluss vom rechten Fünfereck flog ans Außennetz.

Nach der Frankfurter Möglichkeit waren es dann wieder die Knappen, die innerhalb weniger Augenblicke gute sowie gefährliche Offensivaktionen kreierten und sich wie bereits vor der Pause sehr aktiv zeigten. Simon Teroddes Abschluss aus elf Metern blieb hängen (52.). Eine Zeigerumdrehung später wurde Danny Latzas Schuss geblockt, den Abpraller setzte Jordan Larsson dann über die Latte. Wiederum nur 60 Sekunden später war es dann abermals Simon Terodde, dessen Kopfball nach einer Bülter-Hereingabe sein Ziel verfehlte.

Nach den vergebenen Möglichkeiten spielte sich ein Großteil des Geschehens dann vorwiegend im mittleren Drittel des Platzes ab. Der Einsatz sowie der Wille der Königsblauen blieb weiterhin hoch. Aber die Knappen fanden gegen gut verteidigende Hessen nicht die entscheidende Lücke. Frankfurt war vorwiegend aufs Verteidigen bedacht.

Erst in der Schlussphase suchte der Europa-League-Sieger nochmal den Weg nach vorne. In der 80. Minute blockte Jere Uronen in letzter Sekunde einen Abschluss von Daichi Kamada. Wenig später stellte der eingewechselte Rafael Borré dann aber auf 2:0. Über Mario Götze und Sebastian Rode war der Ball vor dem Strafraum zu Jesper Lindström gekommen, der anschließend direkt auf den Kolumbianer weiterleitete. Dieser vollstreckte dann mit der Fußspitze ins linke Eck (84.). In der Nachspielzeit fiel dann noch ein weiteres Tor. Dieses Mal kam die Vorlage von Rafael Borré. Dessen Zuspiel fand Aurelio Buta, der die Kugel aus kurzer Distanz in die Maschen nagelte. Das 3:0 war gleichzeitig der Endstand. Ein Resultat, das nicht wirklich zum Spielverlauf passt.

Englische Woche mit zwei Heimspielen

Auch der nächste Gegner ist ein Champions-League-Teilnehmer. RB Leipzig gastiert am Dienstag (24.1.) um 18.30 Uhr zum Abschluss der Hinrunde in der VELTINS-Arena. Fünf Tage später, am Sonntag (29.1.) treten die Knappen zum Rückrundenauftakt dann erneut im eigenen Stadion an. Gegner ist der 1. FC Köln, Anpfiff ist um 15.30 Uhr. Eintrittskarten für die Heimspiele der Königsblauen sind auf tickets.schalke04.de erhältlich.

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