Ailton, Altintop und Co.: Legendäre Schalker Derbypremieren

153 Mal standen sich Königsblau und Schwarz-Gelb bereits in Pflichtspielen gegenüber. Seit fast 94 Jahren schreibt dieses ewig junge Duell legendäre Geschichten – und sorgte für so manch denkwürdige Derbypremiere für die Kicker in Blau und Weiß.

Der Großteil im Kader der Königsblauen hat bereits mindestens ein Derby für den S04 gegen Schwarz-Gelb absolviert. Doch neben dem dritten Torwart Michael Langer, den derzeit verletzten Offensivspielern Steven Skrzybski und Mark Uth sowie U23-Akteur Jonas Carls, der vergangene Woche gegen Hoffenheim sein Profidebüt absolvierte, gibt es acht weitere Spieler, die bei einem Revierderby im Profibereich noch keine Minute auf dem Platz standen: Alexander Nübel, Nassim Boujellab, Ahmed Kutucu, Rabbi Matondo, Omar Mascarell, Jeffrey Bruma, Cedric Teuchert und Breel Embolo. Vielleicht blicken auch sie nach dem Spiel am Samstag (27.4., 15.30 Uhr) auf ein legendäres – und hoffentlich erfolgreiches – erstes Derby für Königsblau zurück.

Ernst Kuzorra (3. Mai 1925)

Am 3. Mai 1925 treffen S04 und BVB erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Durch Siege über Preußen 07 Bochum und schließlich Borussia Dortmund werden die Knappen Ruhrgaumeister der Kreisligen. Gegen die Schwarz-Gelben ist, wie so oft in den folgenden Jahren, Ernst Kuzorra der entscheidende Mann für Königsblau. Der 19-Jährige trifft doppelt, der „Schalker Kreisel“ fängt an zu rollen und der S04 gewinnt die Partie mit 4:2.

Rolf Rüssmann (12. September 1970)

Als Friedel Rausch von Schäferhund „Rex“ im September 1969 in den Po gebissen wird, ist Rolf Rüssmann zwar bereits ein Schalker, gehört aber dem Kader im Spiel gegen den BVB nicht an. Erst in der Folgesaison, am 12. September 1970, gibt der Verteidiger genauso wie der von 1860 München gekommene Klaus Fischer sein Derbydebüt für Königsblau – und was für eines: In der neunten Minute trifft der Blondschopf zur Schalker Führung. Reinhold Wosab gleicht vom Punkt zwar aus, doch Hans Pirkners Kopfballtor kurz vor Ende der ersten Halbzeit soll das letzte Tor an diesem Tag bleiben, Schalke gewinnt mit 2:1.

Ingo Anderbrügge (24. August 1991)

Vier Jahre lang, zwischen 1984 und 1988, schnürt Ingo Anderbrügge seine Fußballschuhe für den schwarz-gelben Rivalen. Dann wechselt er zu den Knappen, mit denen er 1997 den UEFA-Pokal holen soll. Sein erstes Pflichtspielderby gegen seinen Ex-Verein verläuft nicht erfolgreich. Am 10. Dezember 1988 gewinnt Dortmund im DFB-Pokal im Achtelfinale beim Zweitligisten Schalke mit 3:2 – Anderbrügges Treffer zum 2:3 in der 90. Minute kommt zu spät. Nach der Rückkehr in die Bundesliga sehen sich S04 und BVB am 24. August 1991 wieder. Keine 120 Sekunden sind gespielt, als Anderbrügge zum 1:0 für die Knappen trifft. Der Linksfuß gewinnt sein erstes Bundesliga-Derby im königsblauen Trikot gegen seinen Ex-Club letztlich mit 5:2.

Jörg Böhme und Andreas Möller (23. September 2000)

Nach einer enttäuschenden Saison 1999/2000 verstärken sich die Knappen im Sommer 2000 mit Jörg Böhme, Tomasz Hajto sowie Andreas Möller, der jahrelang ein Feindbild für die Fans der Knappen ist. Spätestens am 23. September 2000 ist dies aber für den Großteil der königsblauen Anhängerschaft vergessen. Mit 4:0 gewinnt Schalke unter Chef-Trainer Huub Stevens im Westfalenstadion. Böhme erzielt per Elfmeter sein erstes Derbytor zum 1:0, Emile Mpenza, Jörg Heinrich per Eigentor und Ebbe Sand heißen die weiteren Torschützen.

Hamit Altintop (2. August 2003)

Es ist das vielleicht denkwürdigste Derbydebüt in der königsblauen Vereinsgeschichte. Erst im Sommer aus Wattenscheid verpflichtet, spielt Hamit Altintop am ersten Spieltag der Saison 2003/2004 gegen den BVB ganz groß auf. In der 39. Minute hämmert der Mittelfeldspieler den Ball aus 25 Metern ins rechte obere Eck, in der 58. Minute legt er aus mehr als 20 Metern nach. Ein perfekter Tag wird es für den S04 leider nicht, nach dem Anschlusstreffer von Flavio Conceicao trifft Marcio Amoroso in der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich. Zudem fliegt Gerald Asamoah wegen einer Tätlichkeit vom Platz.

Ailton (5. Dezember 2004)

Für Marcelo Bordon, Mladen Krstajic und Ailton steht am 5. Dezember 2004 das erste Derby mit dem S04 auf dem Programm. Während Bordon und Krstajic in der Saison 2004/2005 sofort eine große Verstärkung für die Königsblauen darstellen, hat Ailton größere Anlaufprobleme, die am 3. Spieltag bei der 0:2-Heimniederlage gegen Hansa Rostock in einer Roten Karte münden. Nach seiner Vier-Spiele-Sperre ruft der „Kugelblitz“ sein Potenzial endlich voll ab und hat mit seinen Toren maßgeblichen Anteil am Schalker Erfolg – so auch im Dezember in der Partie beim BVB. Nach feinem Zuspiel von Levan Kobiashvili netzt Ailton in der 17. Minute überlegt zum 1:0 ein. Es ist Ailtons sechster Saisontreffer und das entscheidende Tor in dieser Partie. Spätestens jetzt hat sich der Brasilianer in die Herzen der Schalke-Fans geschossen.

Ralf Fährmann und Jefferson Farfan (13. September 2008)

Weil Manuel Neuer und Mathias Schober ausfallen, feiert Ralf Fährmann am 13. September 2008 ausgerechnet im Derby sein Debüt für den S04 – genauso wie Jefferson Farfan, der nach überstandener Schulterverletzung sein erstes Bundesligaspiel im königsblauen Trikot absolviert. Nach 54 Minuten sieht es so aus, als ob Fährmann und Farfan nach Abpfiff mit ihren Mitspielern feiern dürfen. Farfan selbst ist es, der nach 20 Minuten per Elfmeter zur Führung trifft. Rafinha (39.) und Heiko Westermann (54.) legen zum 3:0 nach, doch der BVB kommt – auch aufgrund einiger Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns, die unter anderem eine klare Abseitsposition von Alex Frei vor dessen 2:3 übersehen – in der 89. Minute zum Ausgleich. Zuvor werden Christian Pander (73.) und Fabian Ernst (76.) mit Gelb-Rot bzw. Rot vom Platz geschickt.

Ibrahim Afellay und Marco Höger (20. Oktober 2012)

Verletzungsbedingt absolviert Ibrahim Afellay in der Saison 2012/2013 zwar nur zehn Bundesligaspiele für den S04, doch in einem, am 20. Oktober 2012, erzielt der Niederländer einen ganz wichtigen Treffer. Sven Bender köpft in der 14. Minute eine Flanke von Jefferson Farfan an die Strafraumlinie, wo Afellay steht und abzieht. Mit ein wenig Glück springt der Ball vom Innenpfosten ins Netz. Drei Minuten nach der Halbzeitpause ist es Marco Höger, der genauso wie Afellay in seinem ersten Derby für die Königsblauen trifft. Der Mittelfeldspieler sprintet nach Pass von Lewis Holtby über das halbe Feld und lässt Roman Weidenfeller mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Der Anschlusstreffer von Robert Lewandowski (55.) bringt erneut Spannung in die Partie, doch am Ende darf Königsblau den 2:1-Auswärtssieg bejubeln.

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