Alessandro Schöpf: Bin nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt

Domenico Tedesco zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Duell mit den Mainzern erleichtert. FSV-Coach Sandro Schwarz ärgerte sich hingegen, da er einen Punktgewinn im Bereich des Möglichen sah. Torschütze Alessandro Schöpf und sein Kumpel Guido Burgstaller witzelten derweil über die Entstehung des goldenen Tores.

Domenico Tedesco:

Wir freuen uns sehr über die ersten drei Punkte, da fallen uns schon einige Steine vom Herzen. Ich freue mich in erster Linie für die Fans und für die Mannschaft. In Summe war die erste Halbzeit gut, sowohl spielerisch als auch vom Pressing her. Wir haben intelligent, ruhig und mutig gespielt und so müssen wir Partien über 90 Minuten versuchen anzugehen. Wir haben viel übers Zentrum gespielt und haben trotzdem gut verlagert. Auf dem Flügel waren wir stark, weil Yevhen Konoplyanka und Hamza Mendyl richtig gedrückt haben, Amine Harit hat gut unterstützt, Suat Serdar war fleißig. Ein Riesenkompliment an die gesamte Mannschaft. Wir haben das Zentrum mit viel Personal gegen den Ball dominiert und eine gute Balance gefunden zwischen den langen Bällen hinter die Kette und spielerischen Lösungen. Wir müssen uns aber noch mehr belohnen und spätestens bei unseren Kontersituationen in der zweiten Halbzeit das 2:0 machen. Gegen Ende hat uns ein wenig die Kraft gefehlt. Wir standen sehr tief und haben weniger nach vorne verteidigt. Es ist oft so: Wenn du die Konterchancen nicht nutzt, dann musst du leiden können – und das haben die Jungs gemacht. Wir sind glücklich, dass wir den Sieg über die Bühne gebracht haben.

Sandro Schwarz:

Wir haben gut begonnen und hatten gute Möglichkeiten, die wir besser zu Ende spielen müssen. Schalke macht mit der ersten Aktion das Tor und ab dem Zeitpunkt war es von uns weniger gut. Wir hatten noch eine Chance von Robin Quaison, dessen Schuss knapp am Tor vorbei ging. In der zweiten Halbzeit haben wir auf eine Raute umgestellt und hatten dann viele gute Momente. Bis zum gegnerischen Sechzehner haben wir viele Dinge richtig gemacht. Wir haben eine sehr ordentliche zweite Halbzeit gespielt, aber die letzte Konsequenz und Überzeugung vor dem Tor hat gefehlt, um hier mindestens einen Punkt mitzunehmen.

Alessandro Schöpf:

Wir wussten, dass es nach den fünf Niederlagen ein sehr wichtiges Spiel werden wird. Mit jedem Spiel wird der Druck immer größer. Das habe ich vor zwei Jahren schon einmal erleben müssen. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass wir endlich die ersten drei Punkte der Saison geholt haben. Uns allen ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Domenico Tedesco hat uns vor dem Spiel hervorragend eingestellt. Er hat gesagt, dass wir trotz der jüngsten Ergebnisse befreit aufspielen sollen – das haben wir gemacht. Bei meinem Treffer hatte ich den richtigen Riecher. Wenn Yevhen Konoplyanka links den Ball hat, wird es immer gefährlich. Er ist offensiv im Eins-gegen-eins bärenstark. Ich habe die Situation erahnt, bin mit Tempo durchgelaufen und habe den Ball dann über die Linie gedrückt. Dass ich so treffe, ist schon ungewöhnlich. Denn eigentlich bin ich nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt.

Guido Burgstaller:

Ich habe gar nicht gewusst, dass Schöpfi ein Kopfballungeheuer ist (lacht). Mich freut es, dass er wieder mal getroffen hat. Sein letztes Tor ist schon etwas her. Der Treffer war immens wichtig für die Mannschaft. Ich bin überzeugt davon, dass der Knoten jetzt geplatzt ist. Nach dem Schlusspfiff vor der Kurve zu feiern, das war überragend. Die Fans haben uns in den vergangenen Wochen immer unterstützt. Heute war es ein richtiger Schalke-Sieg! Wir haben gefightet, um jeden Ball gekämpft, jeder hat sich voll reingehauen. Die Partie hätten wir deshalb auch früher entscheiden müssen. Die Chance auf das 2:0 hatten wir gleich mehrfach. So wurde es am Ende noch einmal eng.

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