Auf Leistung aufbauen, in kommenden Partien belohnen

Der FC Schalke 04 muss weiter auf den zweiten Sieg in der Bundesliga-Rückrunde warten. Dennoch macht die 2:4-Niederlage in Bremen Mut für die anstehenden Aufgaben. Denn die Knappen präsentierten sich am Freitag (8.3.) im Weser-Stadion nach den jüngsten Pleiten gegen Mainz und Düsseldorf stark formverbessert. „Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, sagt Benjamin Stambouli.

Mannschaftskreis in Bremen

Der engagierte Auftritt wurde von den mitgereisten Fans honoriert. Der königsblaue Anhang peitschte seine Mannschaft 90 Minuten lang nach vorne. „Die Unterstützung der Fans war überragend“, lobt der neue Sportvorstand Jochen Schneider, der vor der Partie eine sportliche Trendwende gefordert hatte und diese gegen die Grün-Weißen auch über weite Strecken sah.

Gleichwohl sagt er aber auch: „Natürlich müssen Punkte her, denn am Ende zählen die Punkte. Wir wollten in der Leistung eine Trendwende erkennen, das haben wir heute über weite Strecken gesehen. Wir waren deutlich verbessert in Sachen Körpersprache, Engagement und wie wir nach vorne gespielt haben. Gerne hätten wir die Trendwende noch etwas ausgeprägter gesehen. Das hätte dann vermutlich auch zu einem anderen Ergebnis geführt.“ Trotz der Niederlage bekräftigt der 48-Jährige, dass Domenico Tedesco auch am Dienstag (12.3.) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester City auf der Bank sitzen wird.

Benjamin Stambouli mit Maske

Pavlenka pariert mehrfach stark

„Die Mannschaft lebt“, meint Tedesco. Und Stambouli fügt hinzu: „Kampf und Einsatz haben gestimmt. Leider ist das nicht belohnt worden.“ Gerade in der ersten halben Stunde war Königsblau gut im Spiel. Die Knappen kämpften nicht nur, sie agierten auch mutig und gezielt nach vorne. „In der ersten Halbzeit, in der Phase zwischen der 10. und 30. Minute, müssen wir uns bei Jiri Pavlenka bedanken, dass wir nicht höher als mit 0:1 zurückliegen“, gibt Werder-Coach Florian Kohfeldt zu. Der tschechische Schlussmann vereitelte gleich mehrfach gute Chancen der Königsblauen, einzig gegen Breel Embolo war er in der 26. Minute machtlos.

Die Mannschaft lebt!

Domenico Tedesco

Fünf Minuten nach dem Schalker Führungstor glich Bremen mit seiner, so Kohfeldt, „ersten richtigen Möglichkeit des Spiels“ durch Milot Rashica aus. Dass Claudio Pizarro, der Matija Nastasic störte, bei Max Kruses Flanke im Abseits stand, erkannte Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart nicht. Und auch der Video-Assistent griff nicht ein.

Alexander Nübel

Nach zweitem Gegentor Vorzeichen verändert

Anders agierte das Unparteiischen-Gespann kurz nach dem Seitenwechsel, als Kruse im Schalker Strafraum am Boden lag. Jeffrey Bruma war dem Bremer unabsichtlich und vor allem nur leicht in die Hacken gelaufen. Dieses Mal meldete sich der Video-Assistent, Petersen schaute sich die Szene in der Review Area an – und zeigte anschließend auf den Punkt. Kruse blieb eiskalt, schickte Alexander Nübel in die falsche Ecke. 2:1 für Bremen. „Ob der Strafstoß berechtigt war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Letztlich hat der Schiedsrichter so entschieden, und das müssen wir akzeptieren“, sagt Stambouli, der die Schuld für die Niederlage nicht beim Referee und den zumindest diskussionswürdigen Szenen vor dem 1:1 und dem 1:2 suchen will.

Das zweite Gegentor hat uns ein Stück weit den Stecker gezogen.

Jochen Schneider

„Das zweite Gegentor hat uns ein Stück weit den Stecker gezogen, danach hat sich die Mannschaft schwergetan“, sagt Schneider. Denn nach dem verwandelten Strafstoß hatten sich die Vorzeichen ein Stück weit geändert. Werder konnte kontern, hatte mehr Räume zum Bespielen. „Nach dem Elfmeter wurde es schwierig für uns, wir haben alles nach vorne geschmissen“, erklärt Nübel, der – nachdem er ein drittes Mal an diesem Abend hinter sich greifen musste – nach Embolos Anschlusstor in der 85. Minute kurzzeitig noch einmal Hoffnung auf einen Punktgewinn schöpfte. Letztlich war den Knappen der Ausgleich aber nicht mehr vergönnt, vielmehr konterte Bremen in der vierten Minute der Nachspielzeit noch einmal erfolgreich und stellte auf 4:2.

Guido Burgstaller

Glaube an die eigene Qualität

„In so einer Situation, in der die Ergebnisse nicht stimmen, ist die Selbstsicherheit nicht da, direkt zurückzukommen“, analysiert Schneider die zweite Halbzeit. Gleichzeitig gibt er sich aber auch optimistisch: „Wir können aus der Art und Weise, wie wir bis zum 1:2 gespielt haben, Kraft und Zuversicht schöpfen. Wenn wir darauf aufbauen und wenn die Spieler, die lange gefehlt haben, jetzt noch einmal eine Woche trainieren können, dann werden wir im nächsten Spiel eine bessere Leistung zeigen und damit dann hoffentlich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, um wieder zu punkten.“

Stambouli teilt die Meinung des neuen Sportvorstands. „Wir müssen jetzt weiterarbeiten. Mit dieser Mentalität werden wir in den kommenden Spielen ganz sicher punkten. Ich glaube an unsere Qualität“, betont der Franzose. Und auch Guido Burgstaller erklärt: „Die Leistung sollte uns Auftrieb geben.“

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