Bastian Oczipka: Letzter Treffer mit rechts in der U19

Es lief bereits die Nachspielzeit, als es am Samstag (24.11.) in der VELTINS-Arena noch einmal richtig laut wurde. Mittendrin: Bastian Oczipka, der bei seinem Pflichtspiel-Comeback nach mehr als halbjähriger Zwangspause den Schlusspunkt zum 5:2-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg setzen konnte.

„Wenn mir das jemand vor ein paar Wochen prophezeit hätte, dann hätte ich das nicht geglaubt“, strahlt der 29-Jährige, der letztmals am 34. Spieltag der Vorsaison zum Einsatz gekommen war. Anschließend musste er sich einer Leistenoperation unterziehen, da er bereits einen Großteil der Rückrunde der vergangenen Spielzeit unter Schmerzen gespielt hatte.

„Hinter mir liegt eine harte Zeit“, beschreibt Oczipka. „Die Jungs haben auf dem Platz trainiert, ich musste allein schuften und konnte der Mannschaft nicht helfen.“ Umso glücklicher ist er, dass diese Zeit nun vorbei ist. „Ich habe wieder zu 100 Prozent Vertrauen in meinen Körper. Dazu hat auch das Testspiel bei Zenit St. Petersburg vor einer Woche beigetragen. Diese Partie war noch einmal wichtig für mich. Für den Körper, aber vor allem auch für den Kopf“, beschreibt der ehemalige Frankfurter, der gegen den Club bei seinem Bundesliga-Comeback direkt über die volle Distanz zum Einsatz kam.

Tor auf YouTube zu sehen

„Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Dass ich dabei auch noch getroffen habe, war natürlich das i-Tüpfelchen auf einen ganz besonderen Tag für mich. Und dann auch noch mit meinem starken rechten Fuß“, lacht der Linksfuß. Für Oczipka war es zwar nicht das erste Tor in der Bundesliga, wohl aber der erste Treffer mit rechts im deutschen Oberhaus. „Im U19-Finale 2007 habe ich im Trikot von Bayer Leverkusen gegen Bayern München ein ähnliches Tor geschossen. Das dürfte tatsächlich der letzte Treffer mit rechts gewesen sein“, sagt Oczipka und fügt schmunzelnd hinzu, dass der erfolgreiche Abschluss sogar noch bei YouTube zu finden sei.

Dass die Knappen, die zuvor lediglich acht Saisontore erzielt hatten, gegen Nürnberg gleich fünfmal jubeln konnten, sei kein Zufall gewesen. „Wir hatten nach den vielen Englischen Wochen zuletzt ein wenig Zeit, an unserem Spiel zu feilen. Bei den Toren, die wir herausgespielt haben, waren einige Muster der vergangenen beiden Trainingswochen zu erkennen“, berichtet Oczipka. Zwar sei auch gegen die Franken noch nicht alles rund gelaufen, die Mannschaft sei aber definitiv auf dem richtigen Weg. „Wir müssen uns durch solche Siege Stück für Stück da unten rausarbeiten“, fordert der Linksfuß.

Dass die Mannschaft absolut intakt sei, habe sich auch in der Halbzeit gezeigt. „Naldo hat noch einmal ein paar motivierende Worte an uns gerichtet und gesagt, dass wir noch mutiger sein sollen“, berichtet Oczipka. „Auch wenn er momentan nicht spielt, hat sein Wort absolutes Gewicht bei uns. Naldo hat ein riesengroßes Standing in der Mannschaft.“

In der Champions League nicht am Ball

Bereits kurz nach dem Schlusspfiff schwor sich die Mannschaft gemeinsam auf die kommende Aufgabe in der Königsklasse am Mittwoch (28.11.) beim FC Porto ein. Gegen die ‚Drachen‘ wird Oczipka allerdings nicht mitwirken können, da er nicht auf der offiziellen Champions-League-Liste steht. „Der Verein musste im Sommer eine bestimmte Anzahl an Spielern melden, dabei hat er aufgrund der Leistenverletzung auf mich verzichtet“, erklärt Oczipka. „Das ist natürlich schade, aber auch absolut verständlich. Denn es war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass ich während der Gruppenphase schon wieder hundertprozentig fit bin. Wenn ich erst im Dezember wiedergekommen wäre, hätte ich einen Platz blockiert. Deshalb hat der Verein genau richtig entschieden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir ins Achtelfinale einziehen – und dann bin ich wieder dabei.“

Die Reise auf die Iberische Halbinsel wird Oczipka trotzdem antreten. „Natürlich“, entgegnet er auf Nachfrage. „Wenn ich schon nicht spielen kann, möchte ich die Jungs wenigstens abseits des Platzes unterstützen.“

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