Beeindruckende Choreographie, tolle Momente

Eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff schwärmte Christian Heidel am Samstag (24.11.) noch immer von der beeindruckenden Choreographie, die die Fans beider Lager vor Spielbeginn in der VELTINS-Arena präsentiert hatten. „Ich hatte eine Gänsehaut“, verrät der Sportvorstand. „Die Atmosphäre war überragend. Schalke und Nürnberg, das ist einmalig. Solch eine Freundschaft unter Fans gibt es kein zweites Mal in der Bundesliga.“

Die große Verbundenheit – die Anhänger beider Vereine sind seit über 30 Jahren eng befreundet – wurde durch zehntausende Papptafeln und Fahnen auf den Rängen demonstriert. Vor dem Anpfiff prangte in der Nordkurve überdimensional das FCN-Logo, in der Südkurve war das Wappen des FC Schalke 04 zu sehen. Dazu erstreckte sich über die gesamte Gegengerade ein Banner mit der Aufschrift ‚Tradition ist nicht Asche bewahren, sondern die Weitergabe des Feuers‘.

Heidel freut sich für Skrzybski und Oczipka

Beeindruckt hat Heidel aber nicht nur die Choreographie. Auch weite Teile der 90 Minuten gefielen dem Sportvorstand. „Vor dem Spiel waren wir nach der Niederlage in Frankfurt zuletzt alle ein bisschen angespannt. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir 5:2 gewonnen haben“, meint der 55-Jährige. Das Spiel habe dabei gleich mehrere schöne Geschichten geschrieben. „Dass Steven Skrzybski bei seinem Startelf-Debüt gleich doppelt trifft und Bastian Oczipka sein Comeback mit einem Tor garniert, das sind einfach tolle Momente“, sagt Heidel.

Wir müssen von Spiel zu Spiel zusehen, dass wir so viele Zähler wie möglich holen.

Christian Heidel

„Stevie war in dieser Saison lange verletzt. Sonst wäre er sicherlich schon früher zum Zug gekommen. Zwei Tore beim ersten Startelf-Einsatz, dazu im königsblauen Wohnzimmer. Diesen Tag wird er vermutlich nie wieder vergessen“, erklärt der Sportvorstand. „Und Basti ist schmerzfrei, das ist erst einmal das Wichtigste. Er hat es gut gemacht. Dass er am Ende auch noch getroffen hat, ist eine sehr schöne Geschichte.“

Tedesco: Gegner hatte noch zu viele Chancen

Domenico Tedesco freut sich ebenfalls für das Duo sowie für den Rest der Mannschaft. „In der Offensive war das schon gut – von beiden Teams. Auch die Nürnberger hatten gewisse Lösungen, deshalb hatten sie auch zahlreiche Chancen“, analysiert der Coach, der im Defensivspiel aber noch Luft nach oben sieht. „Wir haben insgesamt noch zu viel zugelassen. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir keinen Zugriff bekommen, Nürnberg konnte viele Konter spielen, da hätte es zur Halbzeit auch anders stehen können.“

Nichtsdestotrotz gebe der Sieg – und auch die fünf Tore – Schwung für die kommenden Aufgaben. „Wir fliegen mit breiter Brust nach Porto“, verspricht Heidel vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch (28.11.) mit dem portugiesischen Meister, in dem der vorzeitige Einzug in die K.o.-Runde perfekt gemacht werden soll. Beim Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle verfällt der Sportvorstand aber noch nicht in allzu große Euphorie. „Wir sind noch immer hintendran. Und das wird aufgrund der fünf Niederlagen zum Auftakt vermutlich auch noch etwas länger so bleiben. Wir müssen von Spiel zu Spiel zusehen, dass wir so viele Zähler wie möglich holen“, fordert er.

Daran, dass die Mannschaft bis Weihnachten weiter fleißig punktet, glaubt er ganz fest. „Wir haben Selbstvertrauen getankt“, sagt Heidel, der am Ende noch einmal über die Minuten vor dem Anpfiff gegen den Club spricht. „Ich glaube, bei unserem nächsten Heimspiel wird es keine gemeinsame Choreo geben“, lacht er. Damit dürfte der Sportvorstand recht haben: Es ist das Derby!

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Das könnte dich auch interessieren

190521_stambouli

Benjamin Stambouli: Aus dem Negativen das Positive ziehen

Mit dem torlosen Unentschieden gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Samstag (18.5.) endete für den FC Schalke 04 eine Bundesliga-Saison, die die Königsblauen schnellstmöglich abhaken wollen. Benjamin Stambouli möchte aus dieser verkorksten Spielzeit für den Neustart nach der Sommerpause vor allem das Positive ziehen.

Huub Stevens

Huub Stevens: Freue mich jetzt auf Erholung

Nach seinem letzten Spiel als Trainer dankte Huub Stevens während der Pressekonferenz seinen Mitstreitern für die geleistete Arbeit. Auch VfB-Coach Nico Willig beglückwünschte den Niederländer und sprach geleichzeitig davon, dass der 65-Jährige ein Vorbild für ihn sei. In der Mixed Zone kamen derweil Daniel Caligiuri und Alexander Nübel zu Wort. schalke04.de hat die Aussagen des Quartetts notiert.

Huub Stevens

Viel Applaus für Huub Stevens und sein Trainerteam

Die Koffer waren schon gepackt, der Flug in die spanische Sonne bereits gebucht. Doch dann kam alles anders. „Meine Frau und ich waren schon so gut wie auf Mallorca. Aber wenn Schalke ruft, hast du letztlich keine Chance. Mein blau-weißes Herz schlägt noch immer. Also habe ich meine Frau angerufen und gesagt: Ich kann nicht mit, ich muss Schalke helfen“, sagt Huub Stevens, der vor zwei Monaten in einer sportlich schwierigen Situation als Interimstrainer eingesprungen war.

Riether

Sascha Riether durfte zum Abschied noch einmal ran

Vor dem Anpfiff des Heimspiels am Samstag (18.5.) gegen den VfB Stuttgart wurden zwei Knappen offiziell verabschiedet. Während Jeffrey Bruma nach seiner Leihe zum VfL Wolfsburg zurückkehren wird, beendet Sascha Riether seine Karriere.