Christian Heidel: Sind ein verschworener Haufen

Nach vier Spieltagen stehen die Knappen punktlos auf Rang 18. Christian Heidel versteht die aufkommende Kritik, ist aber davon überzeugt, dass die Erfolge kommen werden. Auf schalke04.de spricht der Sportvorstand zudem über den „Fall Franco Di Santo“, eine Gänsehaut verursachende Mannschaftssitzung, die Aufgabe in Freiburg und die Schalker Fans, auf deren Unterstützung er in der jetzigen Situation umso mehr baut.

Christian Heidel über …

… den Unmut von Franco Di Santo nach seiner Auswechslung im Bayern-Spiel:
Das Thema ist für uns abgehakt. Das Allerwichtigste ist, dass Franco sehr schnell verstanden hat, dass er in einer Art und Weise reagiert hat, die ihm nicht zusteht und die nicht in Ordnung ist. Alles, was Franco anschließend gemacht hat, sein Statement bei Instagram beispielsweise, hat er ohne jegliche Aufforderung von uns getan. Er hat sich in der Mannschaftssitzung in aller Form beim Trainer, dem Team und dem Verein entschuldigt. Trotzdem ist der Vorfall passiert, deswegen werden wir das intern so sanktionieren, wie wir glauben, dass es richtig ist.

… das Mannschaftsgefüge nach dem schlechten Saisonstart:
Ich habe nach der Partie gegen die Bayern eine so beeindruckende Spielersitzung erlebt, dass ich eine Gänsehaut hatte. Da hat man klar gespürt, dass wir ein verschworener Haufen sind. Alle, die irgendwelche Zweifel an der Autorität von Domenico gegenüber den Spielern haben, die hätten diese Sitzung sehen müssen. Da steht ein Trainer vorne, der das Team zu 100 Prozent im Griff hat. Und trotzdem können solche Dinge wie bei Franco mal passieren. Er hat über die Stränge geschlagen, aber es braucht sich niemand nur ansatzweise Gedanken machen, ob die Autorität des Trainers infrage gestellt ist.

Der Zusammenhalt im ganzen Club, im ganzen Umfeld, der ist außergewöhnlich.

Christian Heidel

… die Kritik von außerhalb:
Dass Kritik aufkommt, ist völlig normal. Wenn das Gesamtergebnis nicht stimmig ist, ist die auch angebracht. Zum Glück stehen wir erst am 4. Spieltag und haben noch 30 Partien, um das Ergebnis zu korrigieren. Die Kritik müssen wir akzeptieren, denn wir haben nicht so gespielt, dass wir neun Punkte oder dergleichen verdient hätten. Aber wir sind alle davon überzeugt, dass wir das noch in die richtige Richtung drehen werden.

… das anstehende Spiel in Freiburg:
Es wird eine besondere Atmosphäre in einem kleinen, engen Stadion, dazu ist es ein Abendspiel. Es sind immer sehr viele Schalke-Fans in Freiburg dabei, die brauchen wir jetzt auch. Letztes Jahr haben wir alle gemeinsam gefeiert und sind in die Champions League eingezogen. Ich habe immer gesagt: Wir werden die Stärke dieses Clubs dann richtig bewerten können, wenn wir in dieser neuen Konstellation mal in Schwierigkeiten geraten – und das ist nun passiert. Wie die Fans bislang reagiert haben, da kann ich nur Chapeau sagen, das ist einfach überragend. Wir müssen da jetzt gemeinsam durch. Der Zusammenhalt im ganzen Club, im ganzen Umfeld, der ist außergewöhnlich. Wenn wir das am Dienstag auch in Freiburg spüren und sowohl die Jungs auf dem Platz als auch die Fans im Stadion alles geben, dann haben wir eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen. Wir wissen aber auch, wie schwer es werden wird. Es wird sicherlich eine heiße Nummer.

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

181213_Baum

FC Augsburg: In der Krise, aber nicht in Panik

Mehr als sieben Jahre ist es bereits her, dass der FC Augsburg einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte feierte: den Aufstieg in die Bundesliga. Seitdem geriet es unter den Fußballexperten zur sommerlichen Tradition, die Fuggerstädter als einen der Top-Abstiegskandidaten auszumachen – und jedes Jahr aufs Neue sollten sie sich mit ihren Tipps täuschen.

180813_FCAS04_HD

#FCAS04: Infos rund ums Spiel

Der 15. Spieltag in der Bundesliga steht an: schalke04.de hat alle relevanten Informationen zum Duell mit dem FC Augsburg am Samstag (15.12., 15.30 Uhr) zusammengestellt. Die Fuggerstädter liegen derzeit mit 13 Punkten und einem Torverhältnis von 20:23 auf dem 14. Tabellenplatz.

Christian Heidel

Christian Heidel: Jammern bringt nichts

Breel Embolo, Mark Uth, Steven Skrzybski und Franco Di Santo verletzt, Guido Burgstaller bereits im ersten Durchgang angeschlagen ausgewechselt, dazu mit Cedric Teuchert lediglich ein gelernter Stürmer auf der Bank, der nach längerer Verletzung noch lange nicht bei 100 Prozent ist und vor dem Derby erst drei- oder viermal trainiert hat – viel mehr Pech kann eine Mannschaft, wenn es um Ausfälle geht, wohl nicht haben.

Domenico Tedesco

Domenico Tedesco: Was bei uns fehlt, ist die Durchschlagskraft

Nach einem Remis und einem Sieg in seinen ersten beiden Derbys kassierte Domenico Tedesco am Samstag (8.12.) seine erste Niederlage als Chef-Trainer der Königsblauen gegen Borussia Dortmund. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel analysierte der 33-Jährige gemeinsam mit BVB-Coach Lucien Favre das 153. Pflichtspielduell beider Clubs. Zeitgleich äußerten sich Torschütze Daniel Caligiuri und Kapitän Ralf Fährmann in der Mixed Zone zum Geschehen.