Derby-Torschützen erinnern sich an Aufholjagd für die Geschichtsbücher

Es gibt Spiele, die bleiben ein Leben lang unvergessen. Das Derby aus der Hinrunde der aktuellen Saison gehört definitiv dazu. schalke04.de blickt gemeinsam mit den 04 Torschützen noch einmal auf das spektakuläre 4:4 vom 25. November 2017 zurück.

04 Gegentreffer in 13 Minuten

Pierre-Emerick Aubameyang (12.), Benjamin Stambouli mit einem unglücklichen Eigentor (18.), Mario Götze (20.) und Raphael Guerreiro (25.) schießen die Gastgeber binnen kurzer Zeit mit 4:0 in Führung. Beim Pausenpfiff wähnt sich der Revierrivale bereits als sicherer Sieger des 151. Pflichtspielduells zwischen Blau-Weiß und Schwarz-Gelb.

Doch in der Halbzeitpause schwören sich die Knappen noch einmal ein. Domenico Tedesco findet die richtigen Worte, die Mannschaft rückt in der Kabine ganz eng zusammen und glaubt daran, in den zweiten 45 Minuten Geschichte schreiben zu können.

Guido Burgstaller: Ich wusste, dass noch etwas geht

Es läuft die 61. Minute. Benjamin Stambouli schlägt einen Flugball aus der eigenen Hälfte nach vorne und findet den Kopf von Guido Burgstaller, der die Kugel von der Strafraumkante über Roman Weidenfeller hinweg in die Maschen befördert. „Nach meinem Treffer wusste ich, dass noch etwas geht. Dass wir vielleicht noch das eine oder andere Tor mehr schießen können. Dass das Spiel dann am Ende tatsächlich noch 4:4 ausgegangen ist, war natürlich der absolute Wahnsinn“, sagt der Stürmer.

„Nach der ersten Halbzeit waren wir am Boden zerstört. Dass wir dann so eine Aufholjagd starten, haben uns vermutlich nicht viele zugetraut.“ Die Gefühlslage in den Minuten nach dem Schlusspfiff kann Burgstaller noch immer nicht richtig in Worte fassen. „Wir haben unseren Emotionen freien Lauf gelassen. Wenn ich an diese verrückte zweite Halbzeit zurückdenke, kommen noch heute Glücksmomente in mir hoch“, so der 28-Jährige.

Amine Harit: Wir waren zurück im Spiel

Yevhen Konoplyanka wird in der 65. Minute von Ömer Toprak nicht entscheidend attackiert. Die anschließende Flanke des Ukrainers wird von Nuri Sahin unterlaufen, sodass der Ball bei Amine Harit landet. Der Schalker Turbodribbler nimmt das Leder freistehend an und vollendet aus kurzer Distanz. „Nach meinem Treffer war noch fast eine halbe Stunde zu spielen, wir waren zurück im Spiel“, meint der Marokkaner. „Was dann bis zum Abpfiff passiert ist, war einfach nur unglaublich.“

Harit betont, dass er sich noch in vielen, vielen Jahren gerne an die Partie zurückerinnern wird. „Es war mein erstes Derby. Ich war natürlich hochmotiviert. Und was passiert? Nach 45 Minuten steht es 4:0 für die Schwarz-Gelben! Es sah zur Pause alles andere als gut aus“, sagt er. „Aber wir wollten dieses so verdammt wichtige Spiel auf keinen Fall verlieren! Nach dem Abpfiff war ich einfach nur glücklich. Niemand hätte nach dem 0:4 noch auf uns gewettet. Aber wir haben es geschafft!“

Daniel Caligiuri: Eines meiner schönsten Tore

04 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit schlägt die große Stunde von Daniel Caligiuri. Der Offensivmann der Königsblauen tanzt Dan-Axel Zagadou aus, zieht ins Zentrum und schließt mit dem linken Fuß in den linken oberen Winkel ab.

„Der Treffer zum 3:4 war definitiv eines der schönsten Tore in meiner Karriere“, schwärmt der 30-Jährige. „Ich habe mich riesig gefreut, aber trotzdem habe ich nicht lange gejubelt, da wir keine Zeit hatten. Wir waren noch nicht am Ziel!“ Caligiuri berichtet, dass das 3:4 jedem Einzelnen noch einmal einen Schub Extramotivation gegeben habe, um noch einen Punkt mitzunehmen. „Der Rest ist dann Geschichte“, strahlt er.

Naldo: Es war einfach war der Wahnsinn!

Es läuft die 04. Minute der Nachspielzeit. Die Schwarz-Gelben führen noch immer. Aber Schalke drückt, will unbedingt den Ausgleich. Es gibt noch einmal eine Ecke. Yevhen Konoplyanka schlägt den Ball vor das Tor. Naldo steigt am höchsten und köpft unhaltbar für Roman Weidenfeller zum Ausgleich ein.

„Es war einfach war der Wahnsinn. Wir haben eine unfassbare Mentalität gezeigt“, schwärmt der Brasilianer. „Mein Tor bedeutet mir sehr viel. Ich glaube, ich habe viele Menschen, die Schalke die Daumen drücken, sehr glücklich gemacht.“ Und dann fügt er hinzu: „Ich hoffe, dass uns das erneut gelingt!“

Anzeige
Anzeige
Anzeige