Domenico Tedesco: Brauchen Emotionen, aber auch einen klaren Kopf

Das 152. Pflichtspielderby ist gleichzeitig Domenico Tedescos Heimpremiere gegen die Schwarz-Gelben. Dass diese Partie eine ganz besondere Bedeutung für den Verein, die Fans und generell die Menschen im Ruhrgebiet sowie über dessen Grenzen hinaus hat, ist dem Chef-Trainer der Königsblauen nicht erst seit dem historischen 4:4 aus dem Hinspiel bewusst. „Es ist einfach die Mutter aller Derbys“, betont der 32-Jährige vor dem Klassiker am Sonntag (15.4., 15.30 Uhr) in der VELTINS-Arena.

„Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die unbedingt gewinnen wollen“, sagt Tedesco und fügt hinzu, dass dies gute Voraussetzungen für ein spannendes Spiel seien. Er vermutet, dass am Ende lediglich Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden werden. „Wir wollen mutig spielen, sodass wir nach dem Abpfiff sagen können, dass wir alles, aber auch wirklich alles rausgehauen haben!“, verspricht er. Dann fügt er hinzu: „Wir brauchen Emotionen, aber auch einen klaren Kopf.“

Kein Griff in die Trickkiste

Bei der Vorbereitung auf das Kräftemessen mit den Schwarz-Gelben müsse er nicht in die Trickkiste greifen, so Tedesco, da die Mannschaft heiß bis in die Haarspitzen sei. „Zudem hat uns die Niederlage in Hamburg zuletzt noch einmal vor Augen gehalten, dass 99 Prozent nicht reichen. Wir müssen in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen“, fordert der Chef-Trainer.

Der verrückte Spielverlauf aus dem Hinspiel, als die Knappen einen 0:4-Pausenrückstand im Verlauf der zweiten Hälfte noch ausgleichen konnten, hat Tedesco noch immer vor Augen. Gleichzeitig warnt er aber auch davor, stets auf die Partie aus dem November zurückzuschauen. Denn: „Es ist ein komplett anderes Spiel.“

Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die unbedingt gewinnen wollen.

Domenico Tedesco

Gerede von einer BVB-Krise kann Tedesco nicht verstehen

Vor dem Gegner, der in der Tabelle lediglich einen Zähler hinter den Königsblauen liegt, hat Tedesco großen Respekt. „Ich lese und höre auch häufig, dass der BVB in einer Krise sei“, sagt er. „Ich sehe das aber anders. Unser Gegner hat von 14 Bundesligaspielen unter Peter Stöger nur ein einziges verloren. Da ist man in meinen Augen aber ganz weit weg von einer Krise.“

Vielmehr findet der Coach der Königsblauen, dass der Revierrivale unter Stöger, der die Mannschaft im Dezember des vergangenen Kalenderjahres in einer schwierigen Phase übernommen hat, wieder deutlich stabiler auftrete.

Nastasic fällt bis zum Saisonende aus

Verzichten müssen die Knappen auf Matija Nastasic. Der Serbe hat in Hamburg die fünfte Gelbe Karte der laufenden Saison gesehen. Der Verteidiger hätte aber auch sonst nicht spielen können, da er sich am Kreuzband verletzt hat und für den Rest der Saison ausfallen wird. „Das ist extrem bitter für uns, da Mati gut drauf war“, erklärt Tedesco. „Wir werden es aber schaffen, seinen Ausfall zu kompensieren und drücken ihm zudem alle Daumen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt.“

Ansonsten kann Königsblau im Derby personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Einzig hinter Breel Embolo steht noch ein Fragezeichen. Der Schweizer hat sich einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen, allerdings sei es nicht unwahrscheinlich, dass er spielen kann. Tedesco dazu: „Wir haben noch zwei Trainingseinheiten vor der Brust und werden dann abschätzen, ob ein Risiko besteht oder nicht.“

Zahlen, Daten und Fakten zum Spiel

Das Hinspiel ist in die Geschichte eingegangen. Nachdem die Knappen zur Pause mit 0:4 im Rückstand lagen, holten sie am Ende noch ein 4:4-Unentschieden.

Es war erst das zweite Mal in der Bundesliga-Historie, dass ein Team nach einem Vier-Tore-Rückstand noch punktete.

Das 4:4 war neben dem Duell zwischen Hannover und Leverkusen am 17. Spieltag, das ebenfalls 4:4 endete, das torreichste Spiel der laufenden Saison.

Anzeige
Anzeige
Anzeige