Domenico Tedesco: Charakter gezeigt, Mentalität bewiesen

Domenico Tedesco und Peter Bosz hatten am Samstag (25.11.) eines gemeinsam: für beide war es das erste Derby als Chef-Trainer. Nach dem Abpfiff der verrückten Partie äußerten sich die beiden Fußballlehrer gemeinsam auf der Pressekonferenz zu den 90 Minuten. schalke04.de hat die Aussagen der beiden Übungsleiter notiert.

Domenico Tedesco und Co-Trainer Peter Perchtold nach dem Derby.

Domenico Tedesco:

Es ist schwierig, nach solch einem Spiel in die Analyse zu gehen. Beide Trainer wären sicherlich einige Stunden damit beschäftigt, die Fehler zusammenzuschneiden. Ganz ehrlich: In der Pause habe ich nicht mehr geglaubt, dass wir noch einen Punkt aus diesem Derby mitnehmen. Es fühlt sich daher gerade sehr gut an. Fußballerisch war die zweite Hälfte wirklich top. Ein Riesenkompliment dafür an die Mannschaft!

Dortmund hat uns in der Anfangsphase überrannt. Da war jeder Schuss ein Treffer. Es war nicht einfach, das wegzustecken. Das war enorm. In diesem Stadion mit dieser Atmosphäre nach 25 Minuten mit 0:4 hinten zu liegen, das ist die Hölle. Wir haben die Anfangsformation des BVB nicht so erwartet, das war ein cleverer Schachzug unseres Gegners. Deshalb haben wir unsere Aufstellung auch recht schnell korrigiert. Ein bisschen Glück hatten wir nach dem Zweikampf von Thilo Kehrer gegen Andriy Yarmolenko. Da hätte es auch Gelb-Rot geben können.

In der Pause haben wir uns vorgenommen, dass wir die zweite Halbzeit gewinnen wollen. Dass wir dann so zurückgekommen sind, ist super. Wir haben bewiesen, dass wir Charakter und Mentalität haben, dass wir Spektakel bieten können. Ich bin stolz auf das gesamte Team!

Peter Bosz:

Dieses Spiel darf niemals 4:4 ausgehen. Ich fühle nur Enttäuschung. Wenn man in der ersten Halbzeit so gut und überzeugend spielt, darf das nicht passieren. Im ersten Durchgang ist uns fast alles gelungen. Pierre-Emerick Aubameyang hatte nach der Pause sogar noch die Chance, um auf 5:0 zu erhöhen. Da hätte er vielleicht auf Mario Götze spielen müssen.

Wir haben in der zweiten Halbzeit einfach nicht mehr Fußball gespielt. Es waren zu viele Ballverluste, zu viele lange Bälle und zu viele Rückpässe. Die Räume, die Schalke uns geboten hat, konnten wir nicht nutzen. Die Gegentore dürfen so nie und nimmer fallen. Dieses Ergebnis tut richtig weh.