Domenico Tedesco: Genau das brauchen wir

Die zahlreichen positiven Erinnerungen, die die vergangene Spielzeit den Königsblauen beschert hat, sind spätestens zum Auftakt der neuen Bundesligasaison endgültig ins Langzeitgedächtnis gewandert. Denn die damalige Abschlusstabelle hat für die Partie am Samstag (25.8., 15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg keine Aussagekraft mehr. Entsprechend hoch schätzt Domenico Tedesco die Hürde bei den Niedersachsen ein.

Der 2:0-Erfolg im DFB-Pokal beim 1. FC Schweinfurt 05 war nach Ansicht des Trainers „wichtig, um positiv in die Saison zu finden.“ Rückschlüsse für die Bundesliga seien daraus aber nicht zu ziehen, da nun „ganz andere Duelle auf uns warten.“ Beispielsweise das Duell mit dem letztjährigen Relegationsteilnehmer, der deutlich mehr Qualität habe, als es der 16. Tabellenplatz vermuten ließe. „Wenn man sich die Einzelspieler anschaut, sagt man: ‚Wow, nicht so schlecht!‘ Daher sind wir der felsenfesten Überzeugung, dass der VfL besser abschneiden wird als in der vergangenen Saison“, sagt Tedesco über die Grün-Weißen.

Wolfsburg mit guter Vorbereitung

Nach der Sommerpause gestalte sich die Vorbereitung auf den nächsten Gegner schwieriger als während der Saison. „Man muss ein paar mehr Pläne parat haben“, erklärt Tedesco, der dennoch weiß, was seine Mannschaft bei den Wölfen erwartet: „Die Wolfsburger haben sehr gute Testspielergebnisse erzielt und unter anderem den SSC Neapel und Ajax Amsterdam geschlagen. Natürlich haben sie sich jetzt viel vorgenommen.“

Selbiges gilt auch für die Knappen, für die das gerade angelaufene Spieljahr gleich drei Wettbewerbe bereithält. „Ich nenne es Dreifachbelohnung statt -belastung, schließlich dürfen wir dreimal ran“, betont der Chef-Trainer mit Blick auf die bevorstehenden Wochen, für die er sein Team gewappnet sieht: „Wir haben ein sehr gutes Gefühl. Die Vorbereitung war sehr intensiv, wir haben sie sowohl in konditioneller als auch in technisch-taktischer Hinsicht gut genutzt.“ Auch die Zusammenstellung des Kaders stimmt Tedesco optimistisch: „Das Mannschaftsgefüge ist intakt. Wir hatten schon sehr frühzeitig das Gefühl, dass die Neuzugänge gar nicht so neu, sondern schon ein paar Monate bei uns sind.“

Allerdings stelle der Kader ihn und sein Trainerteam auch vor Schwierigkeiten. Beispielsweise bestehe im Angriff ein Angebot von „sechs sehr guten Stürmern. Das macht die Aufstellung für uns nicht leicht“, erläutert der Coach, „aber so haben wir es uns gewünscht. Denn diejenigen, die spielen, werden sich zerreißen. Sie wissen, dass ein ihnen ein Anderer im Nacken sitzt. Genau das brauchen wir.“ Welcher Tabellenplatz in diesem Jahr letztlich herauskommen könnte, möchte Tedesco nicht prognostizieren. „Wir wollen jedes Spiel so vorbereiten, dass wir es gewinnen können“, so der 32-Jährige.

Stambouli wird einige Wochen ausfallen

In jenen Spielvorbereitungen wird Benjamin Stambouli in den kommenden Wochen aufgrund einer Syndesmose-Verletzung keine Rolle spielen können. Wie lange der Franzose ausfallen wird, steht, so Tedesco, bislang nicht fest: „Es stehen noch gewisse Diagnostiken bevor, erst im Anschluss können wir eine seriöse Prognose aufstellen.“ Omar Mascarell und Yevhen Konoplyanka haben ihre Muskelfaserrisse dagegen bereits auskuriert, werden gegen den VfL aber ebenso fehlen. „Das Spiel kommt ein paar Tage zu früh, wir möchten kein Risiko eingehen“, erklärt der Chef-Trainer.

Hamza Mendyl könnte hingegen seine Premiere feiern. Der Neuzugang vom OSC Lille befindet sich seit Anfang der Woche im Schalker Mannschaftstraining. Tedesco: „Hamza geht sehr gut in die Zweikämpfe, nachdem sein erster Auftritt noch ein wenig schüchtern war. Er hat einen positiven Eindruck gemacht und ist daher direkt eine Option.“

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