Domenico Tedesco: Haben Lust darauf, das Spiel gestalten zu dürfen

Nach dem Dämpfer in Frankfurt und dem spielfreien Wochenende in der Bundesliga haben die Königsblauen am Samstag (24.11.) die Chance, sich mit einem Sieg neuen Schwung für den Rest der Hinrunde zu holen. Gegner in der VELTINS-Arena ist ab 18.30 Uhr der 1. FC Nürnberg. Chef-Trainer Domenico Tedesco geht mit einem positiven Gefühl in das Duell mit den Franken.

„Wir hatten das erste Mal seit Monaten die Möglichkeit, mal zehn bis zwölf Tage konzeptionell zu arbeiten“, berichtet der 33-Jährige von den Vorteilen, die eine Länderspielpause mit sich bringt. „In den vergangenen Tagen hatten wir die Gelegenheit, an gewissen Offensivmustern zu trainieren“, erklärt Tedesco, der auch aus dem Freundschaftsspiel bei Zenit St. Petersburg am vergangenen Sonntag (18.11.) viel Positives zieht. „Es war eine tolle Auswärtsfahrt nach Russland, bei der wir die Chance hatten, ein paar Jungs wichtige Spielzeit zu geben“, so der Chef-Trainer.

Oczipka ein Kandidat für die Startelf

In der Partie beim russischen Tabellenführer, die die Knappen unglücklich mit 1:2 verloren, kam der lange verletzte Bastian Oczipka erstmals in dieser Saison zum Einsatz. Der Linksverteidiger bot eine überzeugende Leistung und ist für das Duell mit dem FCN wieder eine Option – womöglich gar von Beginn an. „Es ist überraschend, wie stark er von seiner Verletzung zurückkam, denn man darf nicht vergessen, dass er keine Vorbereitung hatte“, lobt Tedesco seinen Schützling und ergänzt: „Basti ist genauso wie Hamza Mendyl, der auch wieder komplett mittrainiert, ein Kandidat für die Startformation.“ Zudem erklärt Axel Schuster, dass der nach dem US-Länderspiel gegen England angeschlagene Weston McKennie rechtzeitig bis zum kommenden Samstag fit werden könnte. „Da schauen wir von Tag zu Tag, er befindet sich auf einem guten Weg. Zum Glück war es keine schwerwiegende Verletzung“, so der Sportdirektor.

Nicht einsatzfähig sind hingegen Mark Uth und Breel Embolo, die sich beim 0:3 in Frankfurt schwerere Verletzungen zugezogen haben. Tedesco betont, dass diese Ausfälle bitter seien, stellt aber auch klar: „Es ist nicht unsere Art und Weise, zu jammern, sondern wir entwickeln direkt neue Ideen.“ Schließlich habe man einen sehr guten und breit aufgestellten Kader. „Steven Skrzybski hat es in St. Petersburg sehr gut gemacht – und er wartet natürlich auf seine Chance“, weiß Tedesco, dem mit Yevhen Konoplyanka, Guido Burgstaller und Franco Di Santo weitere Alternativen zur Verfügung stehen. Auch Cedric Teuchert werde Tedesco zufolge bald wieder zur Mannschaft stoßen.

Solange das Team an sich glaubt und sich zerreißt, werden wir Spiele gewinnen.

Domenico Tedesco

Den kommenden Gegner schätzt der Schalker Chef-Trainer insbesondere nach Umschaltaktionen als „sehr gefährlich“ ein. Respekt davor, gegen die vermutlich defensiv stehenden Gäste selbst das Spiel machen zu müssen, hat Tedesco nicht – im Gegenteil. „Wir haben Lust darauf, das Spiel gestalten zu dürfen“, betont der 33-Jährige, der einräumt, dass seine Mannschaft zu Beginn der Saison gegen diese taktische Variante des Gegners Probleme hatte, doch: „Gegen Galatasaray und Hannover haben wir selbst das Spiel machen dürfen, und das haben wir gut gemacht. Da sehen wir auch einen gewissen Prozess bei uns“, sagt Tedesco.

Der Coach erklärt, dass es weiterhin Dinge gebe, die das Team verbessern müsse, woran in jedem Training intensiv gearbeitet werde. Tedesco weiß aber auch: „Solange das Team an sich glaubt und sich zerreißt, werden wir Spiele gewinnen.“

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