Domenico Tedesco: Was bei uns fehlt, ist die Durchschlagskraft

Nach einem Remis und einem Sieg in seinen ersten beiden Derbys kassierte Domenico Tedesco am Samstag (8.12.) seine erste Niederlage als Chef-Trainer der Königsblauen gegen Borussia Dortmund. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel analysierte der 33-Jährige gemeinsam mit BVB-Coach Lucien Favre das 153. Pflichtspielduell beider Clubs. Zeitgleich äußerten sich Torschütze Daniel Caligiuri und Kapitän Ralf Fährmann in der Mixed Zone zum Geschehen.

Domenico Tedesco:

Glückwunsch an Dortmund zum Sieg. Wir sind gut in die Partie gekommen und hatten einen guten Zugriff – und dann fällt trotzdem das 0:1. Den Gegentreffer müssen wir besser verteidigen. Wir hatten im ersten Durchgang dennoch mehr Ballbesitz und eine gute Passquote. Was schlichtweg bei uns fehlt, ist die Durchschlagskraft. Wir müssen mehr Torgefahr ausstrahlen, unsere Flanken sind momentan einfach nicht gut und wir finden mit diesen den Spieler im Strafraum nicht. Aus dem ersten Durchgang müssen wir mehr Profit ziehen. Wir haben in der 36. Minute unseren einzigen nominellen Stürmer verloren und wollten mit der Einwechselung von Hamza Mendyl einen Spieler mit Tempo in die Partie bringen. Yevhen Konoplyanka ist ein Flügelspieler, er fühlt sich außen wohler, wir haben aber zwei zentrale Stürmer gebraucht. Hamza ist unser schnellster Spieler und es ist wichtig, solch einen schnellen Spieler vorne zu haben, der die Tiefe attackieren kann.

Im zweiten Durchgang haben wir uns gut reingebissen, machen das 1:1 und hatten nach dem Treffer zehn richtig gute Minuten. Beim 1:2 verteidigen wir zu schlecht, gruppentaktisch war das nicht das, was wir uns vorstellen. Danach war es schwierig für uns, weil wir keine Entlastung mehr hatten und die Bälle vorne nicht festgemacht haben. Die beiden Gegentore sind zu Zeitpunkten gefallen, die schwierig zu verkraften waren. Wir müssen jetzt aus der Situation lernen und solche Spiele wieder für uns entscheiden.

Lucien Favre:

Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns, vor allem in der ersten Halbzeit. Schalke war sehr gut organisiert und sehr gut beim Gegenpressing. Wir haben zu wenig Ballbesitz gehabt und zu wenige Torchancen kreiert. Wir wollten in der zweiten Halbzeit besser spielen. Momentan kann ich nicht beurteilen, ob es bei der Szene, die zum 1:1 geführt hat, ein Elfmeter war. Wir haben aber sehr gut auf das Gegentor reagiert, die Mannschaft ist im Spiel geblieben, hat weiter Fußball gespielt und sich gesteigert. Wir hatten letztlich mehr Ballbesitz und mehr Torchancen. Das war sehr wichtig, um wieder Ruhe ins Spiel zu bekommen. Gegen Mannschaften wie Schalke zu spielen, ist nie einfach.

Daniel Caligiuri:

Nach dem Ausgleich hatte ich ein sehr gutes Gefühl, dass wir das Spiel drehen können. Wir haben eine gute Mentalität gezeigt, auch schon nach dem frühen Gegentor in der ersten Halbzeit. Dass die Dortmunder konterstark sind, wissen wir. Die Entstehung des zweiten Gegentreffers war ärgerlich, da dem Tor ein Pressschlag vorausgegangen ist. So etwas passiert. Der Blick auf die aktuelle Tabelle stellt uns natürlich nicht zufrieden. Bis Weihnachten müssen wir so viele Punkte wie möglich holen. Wir stecken in einer schwierigen Phase. Gemeinsam werden wir aber aus dem unteren Drittel herauskommen.

Ralf Fährmann:

Das Derby hat vieles geboten. Am Ende hat Dortmund zwei Tore geschossen, wir hingegen nur eins. Deshalb bin ich sehr enttäuscht. Gleiches gilt für den Rest der Mannschaft. Es ist brutal, wenn dir so viele wichtige Spieler in der Offensive fehlen. Das soll jetzt keine Ausrede sein, aber die Jungs da vorne fehlen halt. Ich finde aber, dass wir es mit unseren Mitteln, die uns zur Verfügung standen, insgesamt ordentlich gemacht hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir aus der schwierigen Phase aktuell gestärkt hervorgehen werden.

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