Einmal großes Glück, zwei erfreuliche Premieren, drei wichtige Punkte

Es lief die 48. Minute in der Mercedes-Benz Arena, als alle Schalker im Stadion einmal tief durchatmen konnten. Denn anstatt den Ball nach einem Fehlpass von Ralf Fährmann im leeren Tor unterzubringen, schoss Nicolas Gonzalez die Kugel aus 18 Metern an den rechten Pfosten. „Ich habe gedacht: Bitte, bitte, lass uns auch einmal Spielglück haben“, verrät Christian Heidel. „Und dann ist der Ball tatsächlich am Aluminium gelandet.“

Die vergebene Chance des Argentiniers bezeichnet Schalkes Ex-Trainer Markus Weinzierl, mittlerweile Chef-Coach des VfB Stuttgart, als Knackpunkt. „Wenn in dieser Szene das 1:1 fällt, läuft das Spiel sehr wahrscheinlich anders“, so der 43-Jährige. „Wir hatten in dieser Situation extrem viel Glück“, gibt Alessandro Schöpf zu.

Verdienter Sieger nach 90 Minuten

Wenn man allerdings die Leistung über die gesamten 90 Minuten plus Nachspielzeit betrachtet, ist der 3:1-Erfolg am Neckar absolut verdient. „Hätten wir unsere Konter besser ausgespielt, wäre sogar noch der eine oder andere Treffer mehr möglich gewesen“, erklärt Domenico Tedesco. „In Zukunft müssen wir diese Umschaltsituationen noch besser ausspielen.“

Wichtig sei die frühe Führung gewesen, so der Coach. Das sieht auch Torschütze Steven Skrzybski so. „Wir wollten ein schnelles Tor erzielen. Denn es ist einfacher, ein Spiel mit einer Führung zu beginnen und nicht mit einem Rückstand“, erklärt der Angreifer, der nach seinem Doppelpack gegen den 1. FC Nürnberg vor einigen Wochen in der zehnten Minute seinen dritten Bundesligatreffer erzielen konnte.

Sané und Kutucu treffen erstmals

Dazu feierten zwei Schalker eine Premiere: Salif Sané kam in der 70. Minute nach einer Oczipka-Ecke zum Kopfball, Mario Gomez bekam die Kugel dabei an die Schulter, von dort sprang der Ball am verdutzten VfB-Schlussmann Ron-Robert Zieler vorbei ins Tor. Für den Senegalesen war es das erste Bundesligator im S04-Trikot.

Ahmed Kutucu erzielte hingegen sein allererstes Tor überhaupt im deutschen Oberhaus. Der Stürmer aus der U19 war bei seinem zweiten Erstliga-Einsatz kurz nach Stuttgarts zwischenzeitlichem Anschlusstreffer zur Stelle und verwertete nach 78 Minuten ein Skrzybski-Zuspiel zum 3:1-Endstand. „Das hat Ahmed super gemacht“, lobt Mitspieler Oczipka, der die ersten beiden Treffer vorbereitete.

Überhaupt kommt Oczipka nach seiner auskurierten Leistenverletzung immer besser in Fahrt, weswegen es nicht verwundert, dass er sagt: „Schade, dass jetzt Winterpause ist. Ich persönlich hätte gerne weitergespielt. Andersherum ist es aber gut, dass die Jungs nach den vielen Englischen Wochen einmal durchpusten können. Das wird uns als Mannschaft sicherlich guttun.“

Hinserie an den Feiertagen aufarbeiten

Die freien Tage werden die Königsblauen aber nicht nur nutzen, um abzuschalten und den Akku aufzuladen. „Der Sieg ist gut fürs Gefühl, für das Gemüt. Aber an der Ausrichtung hat er nichts verändert“, unterstreicht Heidel. „Wir werden trotzdem in der Winterpause vieles hinterfragen. Bei 18 Punkten aus 17 Spielen müssen wir analysieren, was schiefgelaufen ist. Und was wir beeinflussen können, damit es nach der Winterpause besser läuft.“

Ralf Fährmann betont: „Das erste Halbjahr in der Bundesliga war beschissen. Da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumreden.“ Den Grundstein für eine bessere Rückrunde wollen die Königsblauen ab dem 4. Januar 2019 im Trainingslager im spanischen Benidorm legen. „Da werden wir Vollgas geben, damit die Rückrunde besser läuft“, verspricht Oczipka. „Ich hoffe, dass dann auch der eine oder andere Spieler, der aktuell noch verletzt fehlt, wieder zum Team stößt und wir mit der nötigen Frische bessere Ergebnisse als im ersten Saisonteil erzielen.“

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