Fans feiern Domenico Tedesco - Coach gibt das Lob weiter

Als Schiedsrichter Manuel Gräfe am Sonntag (15.4.) um 17.26 Uhr das 152. Pflichtspielderby abpfiff, ging Domenico Tedesco jubelnd in die Knie und schlug mehrfach mit der Siegerfaust auf den Rasen. Einmal mehr ein Zeichen dafür, wie sehr der 32-Jährige seine Aufgabe beim FC Schalke 04 lebt. Und dafür von den Fans geliebt wird.

Nach dem Schlusspfiff, als die Mannschaft in die Kurve ging und sich den verdienten Applaus der Fans abholte, skandierten die Anhänger immer wieder Tedescos Namen. Und mehr noch: Sie forderten den Chef-Trainer auf, zu ihnen in die Kurve zu kommen, um gemeinsam den verdienten 2:0-Erfolg im Derby zu feiern. Tedesco war dies fast ein bisschen unangenehm. Er wollte, dass die Mannschaft im Mittelpunkt steht.

Doch nach etwa einer Minute entschied sich der Coach dann nach zahlreichen Schulterklopfern von Naldo und Co. doch, aufs Podest vor der Nordkurve zu steigen. „Ich hatte Sorgen, dass die Ultras sonst das Stadion abbauen“, scherzte er. „Es ist ein Privileg, dort oben in der Nordkurve zu stehen. Normalerweise hätte es die komplette Mannschaft verdient gehabt.“

„Das hat er sich verdient“, freute sich Sportvorstand Christian Heidel. „Domenico ist ein Emotionsbündel durch und durch. Der soll das ausleben.“ In der Tat, denn während des Spiels war der Fußballlehrer ebenfalls voll in seinem Element. Der 32-Jährige lief in seiner Coaching-Zone hin und her, ruderte mit den Armen, klatschte, griff mit klugen taktischen Anweisungen ins Geschehen ein und peitschte sein Team immer wieder nach vorne.

„Domenico ist einfach authentisch und lebt seinen Job. Mit seiner Art ist er so etwas wie der zwölfte Spieler auf dem Platz“, lobte Heidel. „Es ist ja nicht so, dass er schauspielert und dummes Zeug hereinruft. Er versucht, der Mannschaft 90 Minuten lang zu helfen. Das gibt den Jungs ein sehr gutes Gefühl. Wenn es einmal nicht so gut läuft, weiß das Team, dass am Rand jemand steht, der einen neuen Weg aufzeigt. Ich kann vor seiner Arbeit nur den Hut ziehen.“

Mit seiner Art ist Domenico Tedesco so etwas wie der zwölfte Spieler auf dem Platz.

Christian Heidel

Deshalb verwundert es auch nicht, dass Tedesco nur wenige Minuten nach seinem Gang in die Kurve schon wieder mit analytischem Blick auf die Partie zurückschaute und zufrieden feststellte, dass die Mannschaft nach der ärgerlichen 2:3-Niederlage in Hamburg eine Reaktion gezeigt habe. „Ich muss jedem Spieler danken“, meinte er.

Dank des Dreiers im Derby sowie den Resultaten auf den anderen Plätzen beträgt der Vorsprung auf Rang fünf bei vier noch ausstehenden Spielen mittlerweile acht Zähler. Dennoch warnt Guido Burgstaller davor, bereits vorzeitig von einem möglichen Einzug in die Champions League zu sprechen. „Es war definitiv ein wichtiger Schritt“, so der Österreicher. „Aber wir haben die gesamte Saison gesagt, dass wir von Spiel zu Spiel denken. Das werden wir auch weiterhin so machen. Denn damit sind wir bislang sehr gut gefahren.“

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