Fehler abstellen und mit Schalker Tugenden zurück zum Erfolg

Es war eine verdiente, aber dennoch vermeidbare Niederlage: Beim 0:2 gegen Bayern München am Samstagabend (22.9.) musste der S04 den ersten Gegentreffer erneut nach einer Standardsituation schlucken, was die Spieler der Königsblauen mächtig ärgerte. Für die kommende Partie setzt Kapitän Ralf Fährmann auf eine Schalker Tugend: das Malochen.

Es ist ein sich zu häufig wiederholendes Déjà-vu in dieser Bundesliga-Saison: Gegen die Bayern kassierte der S04 zum dritten Mal in den ersten vier Bundesliga-Spielen das Gegentor zum 0:1 nach einem Eckball. James Rodriguez nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Schalker Defensive und köpfte seine Mannschaft in der achten Minute in Führung. „Dass mit James der wohl kopfballschwächste Spieler der Bayern das Tor macht, darf uns nicht passieren“, ärgert sich Daniel Caligiuri vor allem über die Art und Weise des Gegentreffers. Ralf Fährmann pflichtet seinem Teamkollegen bei. „Wenn du aus dem Spiel heraus ein Gegentor gegen die Bayern bekommst, dann ist das ein Stück weit deren individuelle Klasse. Aber durch einen Standard in Rückstand zu geraten, tut weh“, so der Schalker Kapitän, der betont, dass der Gegentreffer im Kollektiv besser hätte verteidigt werden müssen.

Wir müssen versuchen, vorne den letzten Punch zu setzen.

Daniel Caligiuri

Erst nach dem 0:1 waren die Königsblauen in der Partie angekommen, verteidigten stabiler und kamen ihrerseits zu Torabschlüssen. „In der ersten Halbzeit waren wir gut im Spiel, hatten viele Balleroberungen und hätten mehr draus machen müssen“, analysiert Sebastian Rudy. Ähnlich sieht es Caligiuri, der aber die letzte Konsequenz vor dem gegnerischen Tor vermisst. „Wir haben ab der 20. Minute nicht mehr so viele Chancen zugelassen, aber wir müssen versuchen, vorne den letzten Punch zu setzen“, sagt der Schalker Außenbahnspieler.

In Freiburg die Reset-Taste drücken

Den besagten letzten Punch setzten dafür die Bayern in der 64. Minute. Robert Lewandowski verwandelte vom Elfmeterpunkt zum 2:0-Endstand für die Gäste. So stand der S04 trotz einer couragierten Mannschaftsleistung zum vierten Mal in Folge ohne Bundesliga-Punkte da. „Der Sieg der Bayern ist verdient“, urteilt Christian Heidel, der die negativen Ergebnisse in den ersten vier Bundesliga-Partien nicht aufs Pech schieben will. „Wir haben bislang mit Sicherheit noch nicht so gut gespielt wie in der vergangenen Saison.“

Der Sportvorstand betont, dass niemand die Situation kleinreden werde, da man natürlich mit anderen Plänen in die Saison gegangen sei. Er habe aber „überhaupt keine Zweifel“, dass Chef-Trainer Domenico Tedesco die Situation meistern werde. Vielmehr gelte es nun, die Reset-Taste zu drücken und die Bundesliga-Saison am Dienstag neu zu starten. Dann treffen die Königsblauen um 20.30 Uhr im Schwarzwald-Stadion auf den SC Freiburg. „Es wird ein harter Kampf, in den wir alles reinwerfen müssen“, weiß Caligiuri um die Schwere der Aufgabe im Breisgau. Kapitän Fährmann glaubt an einen positiven Ausgang, sofern die Fehler, die zuletzt zu Gegentoren führten, abgestellt werden. Es sei wichtig, positiv zu bleiben, den Kopf oben zu lassen und mit breiter Brust aufzutreten. Der Torwart erwartet „ein brutal schweres Spiel“, für das er eine eindeutige Marschroute vorgibt: „Da brauchen wir nicht groß zaubern, sondern müssen mit einfachen Mitteln ins Spiel finden. Jetzt ist mehr denn je unsere Tugend, das Malochen gefragt.“

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