Geschlossene Mannschaftsleistung als Schlüssel zum Erfolg

Viele Spiele in den vergangenen Wochen waren frustrierend, aufgrund der Resultate in der Rückrunde rutschte Königsblau in der Tabelle immer weiter ab. Deshalb tat der Derbysieg am Samstag (27.4.) in doppelter Hinsicht gut. Zum einen, weil der Klassenverbleib in greifbarer Nähe ist. Und vor allem, weil der 4:2-Erfolg im Stadion der Schwarz-Gelben Balsam für die Fanseelen war.

„Mit diesem Sieg konnten wir unseren Anhängern endlich etwas zurückgeben“, sagt Breel Embolo, der kurz vor dem Abpfiff den letzten Schalker Treffer an diesem denkwürdigen Nachmittag erzielte. Und auch Guido Burgstaller schwärmt: „Die Fans haben auch in schlechten Zeiten zu uns gehalten und an uns geglaubt. Sie haben sich den Derbysieg verdient. Das war richtig, richtig geil!“

Schwarz-Gelb kam kaum in die gefährlichen Räume

Dass die große Überraschung gelungen ist, sei auf eine geschlossene Mannschaftsleistung zurückzuführen. „Der Schlüssel zum Erfolg war unser gesamtes Auftreten“, erklärt Burgstaller. „Wir standen kompakt, haben gut gegen den Ball gearbeitet. Der Gegner hatte zwar gerade in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz als wir, ist aber kaum in die gefährlichen Räume gekommen.“

Das war unser bestes Spiel in dieser Saison.

Salif Sané

Das lag nicht zuletzt an der überragenden Leistung der S04-Defensive um Salif Sané. „Das war unser bestes Spiel in dieser Saison“, schwärmt der Senegalese, der das zwischenzeitliche 2:1 köpfte. Der Verteidiger dazu: „Ich habe lange auf mein zweites Saisontor warten müssen. Das Derby war der perfekte Zeitpunkt, um mal wieder zu treffen.“

Ebenso wie für Sané war es auch für Embolo der erste Treffer in einem Derby. „Der Moment, als der Ball im Tor eingeschlagen ist, war ganz speziell“, beschreibt der Schweizer. „Ich habe mir immer vorgestellt, wie es wohl sein mag, wenn man in einem Derby trifft. Jetzt weiß ich es!“

Nach Platzverweisen wurde Glaube noch größer

Burgstaller berichtet, dass er stets an den Sieg geglaubt habe. Und nach den beiden Platzverweisen sei der Glaube immer größer geworden. „Damit hat sich der Gegner selbst geschwächt“, sagt der Angreifer. Beiden Platzverweisen gegen Marco Reus und Marius Wolf ging jeweils ein Foul an Suat Serdar voraus. „Ich habe zweimal binnen weniger Minuten richtig auf die Knochen, oder besser gesagt auf die Achillessehne bekommen“, berichtet der deutsche U21-Nationalspieler. „Der Derbysieg lässt die Schmerzen aber etwas vergessen.“

Jochen Schneider spricht ebenfalls von einem „unbeschreiblichen Gefühl. Nach den negativen Ergebnissen in den vergangenen Wochen hatten die wenigsten damit gerechnet“, sagt der Sportvorstand. Er weiß aber auch: „Wenn das 4:2 nicht so schnell gefallen wäre, hätte es noch einmal eng werden können. Wir waren zwar in Überzahl, aber mit Stuttgart habe ich auch schon einmal mit neun gegen elf ein Spiel gegen Bielefeld gedreht. Unmöglich ist das also nicht.“

Ausbeute nach 31 Spielen nicht zufriedenstellend

Trotz aller Freude über den Derbysieg sagt Schneider: „Wir machen uns aber auch nichts vor: 30 Punkte nach 31 Spieltagen sind viel zu wenig für den FC Schalke 04. Das ist im Schnitt nicht einmal ein Zähler pro Spiel.“ Der Sportvorstand sagt, dass die Mannschaft sich nach diesem Spiel selbst fragen müsse, warum sie nicht immer so leidenschaftlich aufgetreten sei.

Wir machen uns aber auch nichts vor: 30 Punkte nach 31 Spieltagen sind viel zu wenig.

Jochen Schneider

Das sieht auch Benjamin Stambouli so. „Wir haben in den vergangenen Wochen viele Fehler gemacht“, erklärt der Franzose selbstkritisch. Dann fügt er hinzu: „Mit Leidenschaft und Willen kann man alles erreichen. Das müssen wir in jedem, wirklich jedem Spiel zeigen!“ Nun gilt es, diese Leistung am Sonntag (5.5.) gegen den FC Augsburg zu wiederholen – damit die Fans auch endlich einmal wieder in der heimischen VELTINS-Arena feiern können.

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