Kein Schönheitspreis, kein Sahnehäubchen - aber ein wichtiger Punkt

Zwölf Tore von RB Leipzig in vier Heimspielen waren dem FC Schalke 04 vor dem Auftritt am Sonntag (28.10.) eine Warnung. Hinzu kamen die Erinnerungen an die Vorsaison: Im Januar dieses Kalenderjahres unterlagen die Königsblauen in der Red Bull Arena mit 1:3. „Das ist uns hängen geblieben. Da wollten wir Fußball zaubern. Da kriegst du direkt zwei Glocken“, meint Domenico Tedesco, dessen Mannschaft dieses Mal einen Punkt zurück mit nach Gelsenkirchen nehmen konnte.

Nachdreher Leipzig

„Wir haben sicherlich keinen Schönheitspreis gewonnen“, sagt Christian Heidel. „Das war aber auch nicht unser Hauptanliegen.“ Denn Domenico Tedesco hatte vorgegeben, dass die Knappen gegen die offensivstarken und pfeilschnellen Leipziger nicht ins offene Messer laufen sollen. „Auch wenn es vielleicht sehr verlockend ist, in gewisse Zonen zu spielen, haben wir es vermieden. Denn wir wissen, dass RB gerade nach Umschaltbewegungen sehr gefährlich ist und immer wieder Überzahlsituationen schafft“, erklärt der Chef-Trainer der Königsblauen. „Wenn man hier anders spielt, verliert man.“

Sechster Aluminiumtreffer der Saison

Christian Heidel fügt hinzu: „Jeder weiß, dass es die Stärke von RB ist, nach Ballgewinnen im Zentrum schnell umzuschalten. Dann geht die Post ab. Das wollten wir umgehen. Das sah vielleicht nicht attraktiv aus. Aber Leipzig hatte in einem Heimspiel selten so wenige Möglichkeiten wie gegen uns.“

Leipzig hatte in einem Heimspiel selten so wenige Möglichkeiten wie gegen uns.

Christian Heidel

Der S04 kam ebenfalls kaum zu Chancen, verbuchte letztlich aber zwei Hochkaräter. Im ersten Durchgang köpfte Breel Embolo knapp neben den rechten Pfosten, kurz nach dem Seitenwechsel setzte Weston McKennie einen Kopfball auf die Latte. Für die Knappen war dies bereits der sechste Aluminiumtreffer in der laufenden Spielzeit. „In der bisherigen Saison sind wir vom Glück nicht gerade gesegnet“, sagt Christian Heidel, der mit dem Ergebnis allerdings nicht unzufrieden ist. „Wenn man in solch einem Spiel das Sahnehäubchen haben möchte, muss man selbst treffen. Das ist uns nicht gelungen. Wir sind am Ende trotzdem froh, dass wir einen Punkt mitnehmen.“

Caligiuri: Auf den Punkt aufbauen

Diese Meinung teilt Daniel Caligiuri. „Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass wir das Spiel nicht verloren haben, dass wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren“, sagt der Mittelfeldmann. „Das gibt uns Mut. Wir müssen auf den Punkt aufbauen.“

Auf das aktuelle Ranking – der S04 belegt nach neun Spielen Platz 15 – blicken Trainer, Sportvorstand und Mannschaft nur bedingt. „Wir schauen weniger auf die Tabelle, sondern auf unsere Leistungen“, unterstreicht Domenico Tedesco. Übrigens: So hielten es die Verantwortlichen auch im Vorjahr, als Königsblau die Vizemeisterschaft errang. Dennoch weiß Christian Heidel, dass „wir uns Schritt für Schritt aus der hinteren Region herausarbeiten müssen. Und dann werden wir auch wieder attraktiver spielen.“

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