Mit gutem Gefühl in die Derby-Woche

Schon kurz nach dem Abpfiff der Partie bei der TSG 1899 Hoffenheim richtete sich der Schalker Blick nach vorn. Im Mittelpunkt stand ein Duell, das noch gar nicht gespielt ist. Das Revierderby am kommenden Spieltag wirft bereits seine Schatten voraus. Das 1:1 in Sinsheim stellte die Königsblauen nicht vollends zufrieden, lässt sie aber optimistisch in die Derby-Vorbereitung starten.

Keine 72 Stunden nach der 1:3-Niederlage beim FC Porto hatten sich die Knappen fest vorgenommen, im Kraichgau eine positive Reaktion zu zeigen – mit Erfolg: „In Porto waren wir zu passiv und haben uns in die Defensive drängen lassen. Heute haben wir den Fans bewiesen, dass die Mentalität und Qualität in uns steckt“, stellte Daniel Caligiuri fest. Auch Guido Burgstaller hatte Spaß auf dem Feld: „Wir haben den Fußball gezeigt, den wir uns vorstellen.“

Mit Mut und Ballbesitz zum verdienten Punkt

Die Knappen benötigten allerdings ein paar Minuten, um sich im Spiel anzumelden, nachdem sie zu Beginn von der TSG früh unter Druck gesetzt worden waren. Dabei konnten sie sich auch auf ihren Kapitän verlassen. Gleich mehrfach war Ralf Fährmann zur Stelle. „Dass Ralle gut hält, ist nichts Neues“, weiß Domenico Tedesco um die Qualitäten des Schlussmanns, „heute können wir ihn aber vor allem auch für seine Spieleröffnung loben.“ Diese habe zur Stabilität seines Teams beigetragen. „Der Ballbesitz und der Mut waren heute die Schlüssel, um die Partie in unsere Richtung zu lenken“, so der Coach.

Beinahe hätte sich Burgstaller dafür verantwortlich gezeigt, dass das Spiel auch zahlenmäßig zu Gunsten des S04 gekippt wäre. „Ich ärgere mich riesig, dass ich aus meinen Chancen kein Tor gemacht habe. Zur Halbzeit hätte es vielleicht schon 3:3 stehen können“, resümierte der Österreicher die muntere erste Hälfte, deren Ende noch einmal einen Aufreger bot. Eine Flanke von Caligiuri wehrte Steven Zuber mit dem Arm ab. Nach Ansicht der Bilder nahm Schiedsrichter Dr. Robert Kampka den zuvor gepfiffenen Elfmeter allerdings wieder zurück. Bei einem Handspiel von Bastian Oczipka nach knapp einer Stunde blieb der Unparteiische dagegen bei seiner Strafstoßentscheidung – Andrej Kramaric verwandelte zur TSG-Führung.

Trotz dieser zwei Rückschläge haben wir weitergemacht und uns schließlich mit dem verdienten Ausgleich belohnt.

Daniel Caligiuri

„Trotz dieser zwei Rückschläge haben wir weitergemacht und uns schließlich mit dem verdienten Ausgleich belohnt“, hob Caligiuri die Moral seiner Mannschaft hervor. An ebenjenem Ausgleich war der 30-Jährige, der die meisten Ballkontakte aller Spieler aufwies (85), maßgeblich beteiligt. Ermin Bicakcic brachte den Deutsch-Italiener im Strafraum zu Fall, Nabil Bentaleb verwandelte auch seinen achten Bundesliga-Elfmeter sicher (73.).

Vorfreude ist bereits zu spüren

In der Schlussphase spielten schließlich beide Teams auf Sieg. „Es hätte noch alles passieren können. Wir hatten zehn Eckbälle, was unseren Offensivdrang unterstreicht. Leider konnten wir diesen nicht mehr in Tore ummünzen“, haderte Fährmann ein wenig mit dem verpassten Auswärtserfolg. Dennoch reichte es für die Königsblauen in dieser Saison erstmals nach einem Rückstand noch zu etwas Zählbarem. „Es ist nicht schlecht, in Hoffenheim 1:1 zu spielen“, konnte sich Oczipka mit dem Resultat anfreunden.

Dann richtete der Linksverteidiger seinen Blick bereits auf den kommenden Samstag (8.12., 15.30 Uhr): „Die Fans haben uns schon eingestimmt auf das, was kommt. Wir freuen uns extrem auf das Derby!“ Seine Vorfreude konnte auch Caligiuri nicht verbergen: „Wir gehen mit einem guten Gefühl aus der Partie gegen Hoffenheim und haben eine komplette Woche, um uns vorbereiten. Und dann gehen wir es an!“

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