Naldo: Wir sind eine Mannschaft, die positiv denkt

Den Auftakt in die Bundesliga-Saison hatten sich die Königsblauen gänzlich anders vorgestellt. Nach der Niederlage in Wolfsburg verlor der S04 auch sein Heimspiel gegen Hertha BSC. Verantwortliche und Spieler bleiben aber optimistisch und sind von der baldigen Wende überzeugt. Grund zur Panik gebe es nicht.

Es war ein ungewohntes Gefühl, das die königsblauen Fans vor der 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC lange nicht durchleben mussten: Erstmals seit mehr als einem Jahr verschoss ein Schalke-Profi einen Elfmeter. Daniel Caligiuri legte sich den Ball in der 13. Minute zurecht, nachdem Schiedsrichter Sascha Stegemann nach Hinweis des Videoassistenten auf Handelfmeter für die Knappen entschieden hatte.

Zehnmal war Caligiuri in seiner Bundesliga-Karriere vom Punkt angetreten, zehnmal hatte er verwandelt. Gegen Hertha BSC endete diese Serie. Kapitän Ralf Fährmann machte seinem Teamkollegen aber keinen Vorwurf. „Wir haben in der vergangenen Saison jeden Elfmeter verwandelt und da war es klar, dass wir irgendwann auch wieder einen verschießen“, sagte Schalkes Nummer eins nach dem Spiel.

Nur zwei Minuten nach dem verschossenen Strafstoß setzte es den nächsten Nackenschlag für die Knappen. Ondrej Duda überwand Fährmann in der 15. Minute mit einem durch Salif Sané abgefälschten Schuss. „Das ist sehr bitter und ärgerlich. Dieses Glück haben wir zurzeit nicht“, klagte Fährmann, der gleichzeitig die Richtung für die nächsten Wochen vorgab: „Aus dieser Situation müssen wir uns jetzt rausboxen.“

Ärger über zu viele Fehlpässe

Die Königsblauen hatten an dem doppelten Rückschlag gegen defensiv gut stehende Berliner merklich zu knabbern. „Wir hatten zu viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Spiel“, analysierte Naldo nach dem Spiel. Auch Sebastian Rudy, der sein erstes Spiel für den S04 absolvierte, ärgerte sich über die vielen nicht angekommenen Bälle zum Mitspieler. „Das darf uns so nicht noch einmal passieren“, merkte der Mittelfeldspieler selbstkritisch an.

Schalke erspielte sich bis zur Pause ein leichtes Übergewicht und näherte sich dem Hertha-Tor mehrmals an. „Die erste Halbzeit war in Ordnung“, sagte Cheftrainer Domenico Tedesco nach dem Spiel. Verloren habe seine Mannschaft „vor allem durch eine sehr schlechte zweite Halbzeit.“

Aus dieser Situation müssen wir uns jetzt rausboxen.

Ralf Fährmann

Erst in der Schlussphase der zweiten 45 Minuten erarbeiteten sich die Knappen noch zwei sehr gute Möglichkeiten, doch Jarstein verhinderte sowohl bei Guido Burgstallers Schuss als auch bei Mark Uths Großchance den Ausgleich.

In der Nachspielzeit verwandelte Duda einen direkten Freistoß aus 17 Metern zum 2:0 für die Gäste und machte damit den ersten Berliner Sieg in der VELTINS-Arena seit 14 Jahren perfekt. Yevhen Konoplyanka hatte Dennis Jastrzembski zuvor gefoult und dafür die Rote Karte gesehen.

Heidel: „Noch lange Zeit, das zu korrigieren“

Trotz des schlechten Auftakts in die Bundesliga-Saison bleiben Spieler und Verantwortliche des S04 optimistisch. „Natürlich haben wir uns den Start so nicht vorgestellt“, sagte Manager Christian Heidel. „Aber wir sind erst am 2. Spieltag und haben zum Glück noch lange Zeit, das zu korrigieren.“ Grund für Panik sieht er nicht. „Ich habe vollstes Vertrauen, dass wir die Situation in den Griff bekommen“, so Heidel.

Auch Naldo ist weiterhin positiv gestimmt. Vier Gegentore in zwei Spielen seien zwar ungewohnt, doch „davon dürfen wir uns nicht verunsichern lassen. Wir müssen weiterarbeiten, um wieder auf den richtigen Weg zu finden“, so der Brasilianer. „Ich bin mir sicher, dass uns das gelingen wird. Wir sind eine Mannschaft, die positiv denkt und auch eine schwierige Zeit überstehen kann.“

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