Sascha Riether: Mannschaft besteht nicht nur aus elf Spielern

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde Sascha Riether nach dem letzten Heimspiel der Saison 2016/2017 gegen den Hamburger SV auf dem Rasen der VELTINS-Arena offiziell verabschiedet. Vier Monate später kehrte der Rechtsverteidiger seinerzeit allerdings zu den Knappen zurück. „Schalke kam noch einmal auf mich zu, und ich selbst wollte auch gerne weiterspielen“, blickt der mittlerweile 36-Jährige zurück.

Sascha Riether

Zwar kam Riether nach seiner Rückkehr in keinem Pflichtspiel mehr zum Einsatz, dennoch hatte der ehemalige deutsche Nationalspieler einen hohen Stellenwert in der Mannschaft. Dies betonten seine Mitspieler und auch der Trainerstab zuletzt immer wieder, wenn sie über Riether sprachen. Der Rechtsfuß selbst erklärt: „Jeder, der selbst Fußball gespielt hat oder noch spielt, weiß, dass eine Mannschaft nicht nur aus elf Spielern besteht. Natürlich stehen die elf Mann auf dem Platz und müssen es rausreißen, aber du bist den ganzen Tag in der Kabine oder auf Reisen zusammen. Da entsteht natürlich eine Hierarchie, und die muss man in einer Mannschaft haben.“

Relegation oder Abstieg wäre Horror gewesen

Riether verstand es wie kaum ein anderer, sich um die jüngeren Spieler zu kümmern sowie Tipps und Anregungen zu geben. „Ich habe immer versucht, alle anzufeuern und dem einen oder anderen auch mal einen Arschtritt zu verpassen, wenn er den Kopf unten hatte“, erklärt er und fügt hinzu: „Es ist wichtig, gewisse Jungs auf dem Trainingsplatz zu haben, auch wenn diese dann in den Spielen nicht zum Einsatz kommen.” Damit meint Riether auch Michael Langer, der als dritter Torhüter in den vergangenen beiden Spielzeiten ebenfalls ohne Pflichtspieleinsatz geblieben ist, aber dennoch ein wichtiger Charakter auf und neben dem Platz gewesen sei.

Es waren 17 schöne, aber auch sehr anstrengende Jahre.

Sascha Riether

Zum Abschluss seiner Laufbahn – dieses Mal ist seine Entscheidung endgültig – hofft Riether, dass er im letzten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart vielleicht noch einige Minuten bekommt. „Für mich wäre es ein großes Ereignis, noch einmal in der VELTINS-Arena zu spielen. Ich probiere, dass das Knie hält“, sagt er. Sollte es nichts mit einem Einsatz werden, wird der Verteidiger aber auch kein Trübsal blasen. Denn eines war ihm viel wichtiger: „Ich hätte jetzt nicht abtreten wollen mit einer Relegation oder einem Abstieg. Das wäre für mich der Horror gewesen.“

Wie seine Zukunft aussieht, kann Riether noch nicht genau sagen. „Ich werde zeitnah meine Trainerscheine machen. Und vielleicht gucke ich mir auch Weiterbildungen in Richtung Management an“, verrät er. Zuvor steht aber erst einmal ein Urlaub an, um nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn als Profi die Akkus aufzuladen, denn „es waren 17 schöne, aber auch sehr anstrengende Jahre“.

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