Schritt im Lernprozess: Starker Nübel und schwache Torausbeute

Nach dem bitteren 1:1-Gegentreffer gegen den 1. FC Köln überwog bei den Knappen die Enttäuschung. Ein Standardtor, das man besser hätte verteidigen müssen, fabrizierte das Gefühl einer Niederlage. Mit etwas Abstand wurde jedoch schnell klar, dass das Unentschieden in Ordnung ging, besonders weil ein Mann die Königsblauen lange im Spiel hielt: Alexander Nübel.

Die Königsblauen trafen vor ausverkauftem Haus auf eine stark aufspielende Kölner Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit bekam das Team von Chef-Trainer David Wagner kaum Zugriff. Köln stellte immer wieder gut zu, setzte nach vorne gefährliche Nadelstiche. So auch in der 21. Minute, als Kingsley Ehizibue aus wenigen Metern frei zum Kopfball kam und Nübel zur ersten Großtat zwang.

Das Halbzeit-Fazit fiel bei Wagner und Co. durchgehend einheitlich aus. „Die erste Halbzeit war überhaupt nicht gut von uns. Wir hatten kaum Ballbesitzphasen, kamen nicht in die tiefen Räume“, resultierte Wagner. Guido Burgstaller fügte hinzu: „Die Kölner haben das überragend verteidigt, uns fehlten schlicht die Ideen und die Lösungen.“

Alex hat uns mit Wahnsinnsparaden im Spiel gehalten

Sportvorstand Jochen Schneider

So schwach die erste Halbzeit war, desto besser war die zweite. Vor allem mit der Hereinnahme von Weston McKennie erspielten sich die Hausherren mehr Dominanz und Wucht in der Zentrale. Nun öffneten sich die tiefen Räume. Dennoch waren die Blau-Weißen weiter auf die Hilfe von Alex Nübel angewiesen, der in der 58. Minute einen freistehenden Kopfball von Simon Terodde wieder stark parieren konnte. „Alex hat uns mit Wahnsinnsparaden im Spiel gehalten“, lobte Sportvorstand Jochen Schneider.

Nübels Glanztaten wirkten im weiteren Verlauf wie eine Motivationsspritze, sodass die Führung durch Suat Serdar (71.) vollkommen verdient war. „Es hilft, wenn du einen herausragenden Torwart zwischen den Pfosten hast. Alex hat super gehalten“, freute sich Wagner. Das große Manko im Nachgang: die Chancenverwertung. Schalke hatte mehrfach die Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden.

Schwache Torausbeute kostet den Sieg

„Wir müssen in dieser Phase einfach den Sack zumachen“, gab Guido Burgstaller zu Protokoll, der in der 89. Minute mit seinem Pfostenschuss die größte Chance auf die Entscheidung hatte. Auch andere Situationen vorher hätten besser genutzt werden müssen, unterstrich Wagner: „Aufgrund der Möglichkeiten, die wir in der Schlussphase hatten, hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Diese Situationen haben wir zu schlampig ausgespielt.“

In Nachspielzeit wurde Nübel dann doch durch Jonas Hectors Kopfball bezwungen. Unterm Strich ein später, aber ein verdienter Ausgleichstreffer. Dennoch hatte das Remis auch was Positives: ein weiterer Schritt im Lernprozess. „Wir haben gesehen, dass man nach einer schlechten Halbzeit eine gute zweite spielen kann. Das nehmen wir mit“, analysierte Wagner.

„Wenn du in der Nachspielzeit noch ein Tor kassierst, das dich zwei Punkte kostet, ist das sehr bitter. Das tut weh. Aber auch das gehört dazu, daraus werden wir lernen“, stellte Schalkes Keeper abschließend fest.

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