System umgestellt, Leistung gesteigert – und verdient gewonnen

Mit der Systemumstellung kam die Leistungssteigerung: Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit spielten die Knappen beim 2:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (20.1.) in den zweiten 45 Minuten deutlich besser auf. Durch den Wechsel von Vierer- auf Dreierkette bekamen die Königsblauen mehr Zugriff und wurden offensiv deutlich gefährlicher. „Im zweiten Durchgang war es eine komplett andere Musik“, betont Chef-Trainer Domenico Tedesco.

„Wir haben hoch verteidigt und hatten eine mutige Spieleröffnung trotz des Gegnerdrucks“, sagt Tedesco über die zweiten 45 Minuten und ergänzt: „Dementsprechend haben wir in der zweiten Halbzeit letztlich verdient gewonnen.“

Daniel Caligiuri, der beide Schalker Treffer erzielte, lobt die Einstellung der Mannschaft. „Wir sind über Kampf und Mentalität zum Erfolg gekommen“, sagt der 31-Jährige, der gleichzeitig die Passivität in der ersten Halbzeit bemängelt. „Deshalb hatte Wolfsburg teilweise leichtes Spiel. Darum haben wir auf eine Dreierkette umgestellt. Danach lief es besser.“ Diese taktische Veränderung macht auch Benjamin Stambouli als wichtigen Grund für den Erfolg aus. „Mit der Umstellung auf die Dreierkette waren wir besser im Spiel“, sagt der Franzose. „Es ist eine Qualität von uns, dass wir unser System umstellen können, wenn es nicht so gut läuft.“

Wir wissen, was wir an Ralf Fährmann haben – sowohl als Torwart als auch als Mensch.

Domenico Tedesco

Die Erleichterung über den gelungenen Rückrundenstart war nach dem Abpfiff sowohl bei Fans als auch bei Spielern und Verantwortlichen spürbar. „Es ist immer großartig, mit einem Sieg in die Rückrunde zu starten“, sagt Weston McKennie, der in der 78. Minute mit einer tollen Einzelleistung den 2:1-Siegtreffer vorbereitete. Ähnlich bewertet Stambouli den Erfolg gegen den VfL. „Wenn du drei Punkte holst, hast du deinen Job erledigt“, sagt der Defensivspieler, der aber auch erklärt, dass die Mannschaft wisse, dass die Leistung keineswegs perfekt gewesen sei.

Aufgrund des Torwartwechsels von Ralf Fährmann hin zu Alexander Nübel führte Stambouli die Knappen als Kapitän aufs Feld. „Das ist eine Ehre und macht mich stolz“, sagt der 28-Jährige, der aber betont: „Unser Kapitän bleibt Ralf Fährmann!“ Domenico Tedesco erklärt, dass ihm die Entscheidung, Fährmann für die Partie gegen Wolfsburg aus dem Tor zu nehmen, schwergefallen sei. „Wir wissen, was wir an Ralf Fährmann haben – sowohl als Torwart als auch als Mensch. Das bleibt unverändert. Ralle hatte zuletzt ein paar Unsicherheiten. Bei uns entstand das Gefühl, dass sein Kopf nicht komplett frei ist“, sagt Tedesco. „Hinzu kommen die guten Leistungen von Alexander Nübel bei seinen Einsätzen und im Training. All dies hat uns dazu bewogen, diese Entscheidung zu treffen.“

Knappen peilen in Berlin dritten Bundesligasieg in Serie an

Christian Heidel betont, dass jeder im Verein wisse, dass Alexander Nübel ein sehr guter Torwart sei, der im Training einen positiven Eindruck hinterlassen habe. Gleichzeitig lobt der Sportvorstand Fährmann für sein tadelloses Verhalten. „Er hat die Entscheidung absolut sportlich aufgenommen, so wie es sich für einen Mannschaftskapitän gehört“, sagt Heidel.

Nach dem Erfolg gegen Wolfsburg, dem zweiten in der Bundesliga in Serie, geht der Blick nun in Richtung Berlin. Bereits am Freitag (25.1., 20.30 Uhr) gastieren die Knappen im Olympiastadion bei Hertha BSC. „In Berlin erwartet uns das nächste schwere Spiel – aber auch diese Aufgabe werden wir annehmen“, sagt Mark Uth und gibt das Motto für das Spiel vor: „Wir wollen in der Hauptstadt was holen!“

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