Überzeugender Auftritt, jedoch nicht ohne Wermutstropfen

Selten wogen in dieser Saison die Gefühle auf Schalker Seite mehr hin und her als nach dem 2:2-Unentschieden am Freitag (25.1.) bei Hertha BSC. Einen Zähler erkämpft, aber auch zwei liegengelassen. Eine gute Partie abgeliefert, dafür drei Spieler verletzungsbedingt verloren. Dementsprechend fielen auch die Reaktionen der Beteiligten nach dem Schlusspfiff aus.

„Wir müssen das Ergebnis so akzeptieren“, lässt beispielsweise Chef-Trainer Domenico Tedesco schnell durchblicken, dass auch er den zwei weiteren möglichen Auswärtspunkten hinterhertrauert. Ähnlich ist die Gefühlslage bei Mark Uth. „Aufgrund unserer Torchancen würde ich schon von zwei verlorenen Punkten sprechen“, sagt der Offensivspieler nach dem Ende der Partie.

Rekik entschuldigt sich bei Schöpf für hartes Foul

90 Minuten lang lieferten sich die Berliner und die Knappen einen intensiven Fight, bei dem die Gangart zumindest in einer Szene deutlich zu hart war. In der 13. Minute traf Hertha-Abwehrspieler Karim Rekik Alessandro Schöpf übel am Bein. Der Schalker konnte zwar gut eine Viertelstunde weiterspielen, musste dann aber doch ausgewechselt werden. Immerhin entschuldigte sich Rekik am Freitagabend über Instagram noch bei Schöpf für sein Einsteigen, das Schiedsrichter Dr. Felix Brych lediglich mit der Gelben Karte bedacht hatte. „Ich möchte mich bei Alessandro Schöpf entschuldigen. Es war nicht meine Absicht, Dich zu verletzen. Gute Besserung! Ich hoffe Du bist schnell wieder fit!“, schrieb der Berliner Verteidiger.

Die zwei Verletzungen von Alessandro Schöpf und Benjamin Stambouli haben uns wehgetan.

Domenico Tedesco

Zu allem Überfluss erwischte es in der ersten Halbzeit auch noch Benjamin Stambouli, der nach einem Zweikampf mit Arne Maier zu Boden ging und mit Verdacht auf Jochbeinfraktur ausgewechselt wurde. „Die zwei Verletzungen von Alessandro Schöpf und Benjamin Stambouli haben uns wehgetan und werden uns auch in den kommenden Wochen wehtun“, sagt Tedesco. Und wären zwei Verletzungen nicht schon schlimm genug, zog sich in der zweiten Hälfte auch noch Steven Skrzybski eine Blessur zu und konnte in der Schlussphase nicht mehr mitwirken.

Trotz dieser Rückschläge hatte der S04 alle Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. „Wir haben den Kopf nicht verloren“, lobt Tedesco seine Spieler, ärgert sich aber vor allem über den späten Gegentreffer zum 2:2-Ausgleich in der ersten Halbzeit, der praktisch mit dem Pausenpfiff fiel. „Leider konnten wir die 2:1-Führung nicht in die Halbzeit bringen. Das wäre wichtig gewesen, um die zweite Hälfte einen Tick anders zu gestalten“, sagt der Schalker Chef-Trainer.

Stark gespielt, aber das dritte Tor leider verpasst

Insgesamt dürfte der Coach der Knappen mit dem Auftritt seiner Profis mehr als zufrieden gewesen sein. Die Schalker Führungen resultierten nach einer herrlichen Einzelaktion von Yevhen Konoplyanka sowie einer schönen Vorarbeit von Bastian Oczipka samt eiskaltem Abschluss Mark Uths. Und auch in der Folge hatten die in Neongrün auftretenden Gäste gute Möglichkeiten, den entscheidenden Punch zu setzen, scheiterten aber zumeist am glänzend aufgelegten Hertha-Keeper Rune Jarstein. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und in der zweiten Halbzeit versäumt, das dritte Tor zu erzielen“, spricht Uth das größte Manko an diesem Abend an.

Mich freut es sehr, dass die offensiven Abläufe in unserem Spiel immer besser zu sehen sind.

Bastian Oczipka

Trotzdem gehen die Schalker mit einem positiven Gefühl in die kommende Woche. Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist der Rückrundenstart gelungen, aus den vergangenen drei Partien heimste der S04 sieben Zähler ein. Fast noch wichtiger als die Punkteausbeute: die spielerisch verbesserten Auftritte. „Mich freut es sehr, dass die offensiven Abläufe in unserem Spiel immer besser zu sehen sind“, betont Bastian Oczipka, schließlich habe das Team daran in der Winterpause „intensiv gearbeitet“. Mark Uth schlägt in die gleiche Kerbe. „Wir wollen die Hinrunde wiedergutmachen und schönen Fußball für die Fans spielen“, sagt der Torschütze. „So müssen wir jetzt weitermachen!“

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