Spielerisch, kämpferisch und taktisch überzeugt

Die Königsblauen werden im Europapokal überwintern. In welchem Wettbewerb, das ist noch offen. Daraus, dass das Ziel Champions-League-Achtelfinale lautet, macht Christian Heidel aber kein Geheimnis. „Es wäre kurios, wenn wir jetzt sagen, dass wir in die Europa League möchten“, sagt der Sportvorstand. „Mit dem Sieg gegen Galatasaray haben wir uns eine hervorragende Ausgangslage verschafft, um auch nach der Gruppenphase weiterhin in der Champions League an den Start zu gehen.“

Dank des 2:0-Erfolges am Dienstag (6.11.) gegen den türkischen Meister haben die Knappen bei noch zwei verbleibenden Partien in der Vorrunde vier Punkte Vorsprung auf den dritten Platz. Bereits am kommenden Spieltag – am 28. November ist der FC Schalke 04 beim FC Porto gefordert – könnte Königsblau das Ticket für die K.o.-Runde der Königsklasse lösen.

Knallhart weiterarbeiten

Ebenso wichtig wie die Gewissheit, auch nach dem Jahreswechsel international vertreten zu sein, war Heidel das Auftreten der Mannschaft gegen Galatasaray. „Die Jungs haben es spielerisch, kämpferisch und auch taktisch sehr gut gemacht“, lobt der 55-Jährige. „Wenn eine dieser Komponenten nicht erfüllt wird, ist es schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Wir haben aber alles an den Tag gelegt und sind daher der verdiente Sieger. Das war nicht nur souverän, sondern richtig gut.“

Wenn wir eines gelernt haben, dann, dass wir keinen Millimeter nachlassen dürfen.

Domenico Tedesco

Domenico Tedesco bescheinigt seiner Mannschaft ebenfalls, dass sie nach dem durchwachsenen Saisonstart auf einem guten Weg sei. „Wir haben jetzt ein paar Spiele gewonnen, das gibt eine breitere Brust“, sagt der Chef-Trainer. „Aber wenn wir eines gelernt haben, dann, dass wir keinen Millimeter nachlassen dürfen.“ Christian Heidel sieht es ähnlich: „Wir müssen jetzt knallhart weiterarbeiten!“ An Mentalität habe es der Mannschaft zu keinem Zeitpunkt gemangelt, denn „die war auch am ersten, zweiten und dritten Spieltag der Bundesliga da, die war nie schlecht, sonst wären auch die Fans anders mit der Mannschaft umgegangen. Jetzt kommt der Mut dazu.“

Alexander Nübel, der wie schon im Hinspiel zwischen den Pfosten stand und abermals seinen Kasten sauber halten konnte, berichtet, dass seine Mannschaft genauso gut gespielt habe wie in Istanbul. „Wir hatten guten Ballbesitz, haben die Tiefe gesucht und verdient gewonnen“, sagt der Schlussmann.

Heidel lobt Burgstallers Instinkt

Der Unterschied zum Kräftemessen im Türk Telekom Stadion: Königsblau belohnte sich und nutzte seine Chancen. Nach nicht einmal vier Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz. Bei seinem Treffer bewies Guido Burgstaller seinen Torinstinkt. „Ich wusste ungefähr, wo ich stehe. Dass der Torwart nicht mehr im Tor steht, habe ich natürlich auch gewusst“, berichtet der Österreicher, wie er die Aktion von Fernando Muslera, der den Ball bei einer Rettungskation an der Strafraumkante aus Angst vor einem Handspiel wieder losgelassen hatte, wahrnahm. Der Stürmer gibt zu, dass auch ein wenig Glück dazugehört habe. Christian Heidel betont aber: „Das war ein typisches Burgi-Tor. Das zeichnet ihn aus, er gibt keinen Ball verloren und schaltet nicht ab.“

Schalkes Sportvorstand meint, dass genau solche Situationen wie vor dem 1:0 der Mannschaft in den ersten Bundesligaspielen gefehlt hätten. „Jetzt kommt das Spielglück wieder zurück“, findet er und denkt dabei auch an den zweiten Treffer des Abends, den Mark Uth in der 57. Minute erzielte. „Wenn es den Video-Schiedsrichter in der Champions League bereits geben würde, wäre das Tor vielleicht abgepfiffen worden. Da hatten wir vielleicht ein bisschen Glück.“ Denn Breel Embolo hätte man durchaus eine Abseitsposition zuschreiben können. Im selben Atemzug erinnert Christian Heidel aber auch noch einmal an das Auftaktspiel gegen den FC Porto: „Da wurde ein Elfmeter gegen uns gepfiffen, der keiner war.“

Beim Verlassen des Stadions galten die Gedanken des Sportvorstands dann schon wieder der Partie am Sonntag (11.11.) in Frankfurt. „Wir haben eine große Aufgabe vor der Brust, die wir lösen wollen, um in der Tabelle weiter zu klettern“, so Christian Heidel. Eines steht dabei fest: Die Knappen werden mit einer breiten Brust anreisen!

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